Verspätung beim Netzausbau

Frankfurt/Main..  „2015 wird ein entscheidendes Jahr für den Erfolg der Energiewende. Wenn der Netzausbau jetzt nicht Fahrt aufnimmt, dann kommt die Energiewende zum Erliegen“, sagt Hans-Jürgen Brick, Geschäftsführer der Dortmunder Amprion GmbH. Das Unternehmen ist in Deutschland mit 11 000 Kilometern Hochspannungsnetz Marktführer und ist mit seinem Netz auch in Südwestfalen überall präsent.

Die Sorgen von Brick sind so groß, dass sich Amprion entschlossen hat, erstmals in diesem Jahr seine Zahlen auf den Tisch zu legen. Und vor allem zu betonen, was nicht nur für Amprion auf dem Spiel steht. 2015 wollen die Dortmunder weitere 200 Kilometer Leitungen bauen, bis 2024 sollen 5,4 Milliarden Euro investiert werden. Amprion soll zwei der vier geplanten Trassen mit einer Gesamtlänge von 2300 Kilometern bauen, die vor allem Windstrom aus dem Norden in den Süden bringen sollen.

Gabriel kommt Seehofer entgegen

Seit 2010 konnten davon laut Amprion aber nur 180 Kilometer installiert werden. Jedes Jahr Verzögerung koste Geld, sagt Brick. Amprion selbst versucht, im Dialog mit Bürgern die Notwendigkeit des Ausbaus zu erklären. Brick sprach die politischen Widerstände aus Bayern nicht direkt an, seine Verärgerung darüber war aber greifbar.

In dieser Frage gab es gestern allerdings Fortschritte: Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) kam Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) entgegen, indem er sich dafür stark machte, mehr teure Erdkabel zu verlegen, um Anwohner zu schonen. „Ich glaube, das ist ein sehr weitgehendes Angebot“, sagte Gabriel.