Das aktuelle Wetter NRW 20°C
Energie

Versorger stellen Weichen für Fernwärme-Verbundnetz

17.07.2013 | 19:20 Uhr
Versorger stellen Weichen für Fernwärme-Verbundnetz
Kilometerlange neue Leitungen sind für das Verbundnetz nötig.Foto: Markus Joosten / WAZ FotoPool

An Rhein und Ruhr.   Um die Menschen am Niederrhein und im westlichen Ruhrgebiet effizient und klimafreundlich mit Energie zu versorgen, wollen drei Versorger ein Fernwärme-Verbundnetz gründen. Bis zu 300 Millionen Euro Investitionssumme stehen im Raum. Und weitere Partner sind ausdrücklich willkommen.

Wenige Wochen ist es her, da hatte Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) die Gründung eines Fernwärmeverbundes für den Niederrhein und das westliche Ruhrgebiet angeregt – Ziel: die effiziente und klimafreundliche Versorgung der Bürger in den nächsten Jahrzehnten. Versorger aus der Region haben nun erste Weichen gestellt. Ab 2014 könnte eine Projektgesellschaft das Vorhaben weiter vorantreiben. Die Investitionskosten werden auf bis zu 260 bis 300 Millionen Euro geschätzt.

Drei machen den Anfang: Fernwärme Niederrhein, Steag Fernwärme und Energieversorgung Oberhausen (EVO) haben sich am Mittwoch im Grundsatz zu dem Vorhaben bekannt und einen sogenannten „Letter of Intend“ unterzeichnet.

Trio versorgt 830.000 Haushalte

Zusammen versorgt dieses Trio derzeit gut 830.000 Haushalte mit Wärme. Weitere Partner sind willkommen, hieß es ausdrücklich. Dem Vernehmen haben die Stadtwerke aus Duisburg und Herten Interesse signalisiert. Beabsichtigt ist, dass der Verbund in diesem Jahrzehnt an den Start geht. ein Name ist schon gefunden: „Fernwärmeschiene Rhein/Ruhr.

Lesen Sie auch:

Wie aus einem Gutachten des NRW-Umweltministeriums hervorgeht, könnte im Ruhrgebiet der größte Fernwärmeverbund innerhalb der EU entstehen. So könnten allein im Revier bis 2050 bis zu drei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. NRW-Umweltminister Remmel verspricht eine finanzielle Unterstützung.

„Wir sind zuversichtlich, das Projekt zu stemmen“, sagte Vorstand Thomas Görtz von der Fernwärmeversorgung Niederrhein. Klar sei aber: Ohne öffentliche Hilfe geht es nicht. Riesige, teure Leitungen müssen verlegt werden, um die einzelnen Fernwärmenetze zu verknüpfen und neue Quellen in der Industrie zu erschließen.

Was hat der Verbraucher davon? Die Versorger versprechen vor allem Preisstabilität. Energie aus Primärquellen wie Öl soll in den nächsten Jahren rasant teurer werden. Von dieser Entwicklung wollen die Versorger die Verbraucher abkoppeln. Die geplante Fernwärmeschiene Rhein/Ruhr soll zu mindestens 90 Prozent Abwärme aus der Industrie und Kraft-Wärme-Kopplung transportieren und nur zu zehn Prozent aus primären Quellen.

Holger Dumke



Kommentare
Aus dem Ressort
Automobilzulieferer TMD Friction verlagert Werk nach Essen
Industrie
Der Bremsbelägehersteller TMD Friction wird bis 2017 sein Werk in Leverkusen schließen. Gewinner dieser Entscheidung ist das Ruhrgebiet, denn TMD wird die Produktion an seinen bereits verhandenen Standort in Essen ansiedeln. Damit entstehen 570 neue Arbeitsplätze in der Revierstadt.
EU-Kommission hält Beihilfen für Nürburgring für unzulässig
Insolvenz
Brüssel stuft staatliche Subventionen für den Nürburgring und den Flughafen Zweibrücken als ungerechtfertigt ein. Fast eine halbe Milliarde Euro war in die insolvente Rennstrecke geflossen. Für den Verkauf gibt die EU-Kommission aber grünes Licht - ebenso wie für die Beihilfen für den Airport Hahn.
Ehefrau entlastet Middelhoff - "Er hat immer gearbeitet"
Untreueprozess
Cornelie Middelhoff hat ihrem Ehemann vor dem Landgericht Essen den Rücken gestärkt. Flüge per Hubschrauber nach Essen und mit dem Privatjet nach St. Tropez des Ex-Karstadt-Chefs seien auch beruflicher Natur gewesen. "Die Herren haben immer über Geschäftliches geredet."
Verbraucher wählen Alete-Trinkmahlzeit zur größten Werbelüge
Goldener Windbeutel
Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé bekommt in diesem Jahr den Schmäh-Preis "Goldener Windbeutel" der Verbraucherschutz-Organisation Foodwatch. Seine Alete-Trinkmahlzeiten für Kinder wurden von Verbrauchern zur größten Werbelüge des Jahres gewählt. Auf Platz 2: Hühnersuppe ohne Huhn.
Post will Briefporto im nächsten Jahr auf 62 Cent erhöhen
Preiserhöhung
Die Deutsche Post dreht erneut an der Preisschraube: Standardbriefe sollen kommendes Jahr 62 Cent kosten, nur ein Jahr nach der vorherigen Preiserhöhung. Auch Sendungen ins Ausland sollen teurer werden. Den Aufschlag muss sich der Ex-Monopolist wegen seiner Marktmacht aber noch genehmigen lassen.
Umfrage
Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?

Fastfood-Ketten wollen den Mindestlohn aushebeln - verstehen Sie die Empörung der Angestellten?