Versorger drehen Hunderttausenden Kunden den Strom ab
21.02.2012 | 18:24 Uhr 2012-02-21T18:24:00+0100
Düsseldorf. Strom wird teurer und teurer und macht immer mehr Haushalten in Deutschland zu schaffen. Die Verbraucherzentrale NRW hat das Ergebnis einer Umfrage hochgerechnet und kommt zu dem Ergebnis: Rund 600.000 Haushalten wurde 2010 der Strom abgeklemmt.
Für Millionen Haushalte in Deutschland wird im März und April der Strom erneut teurer. Doch schon jetzt bringen die hohen Energiepreise offenbar immer mehr Menschen in finanzielle Bedrängnis. Sie können ihre Stromrechnung nicht mehr pünktlich zahlen. Schlimmstenfalls wird ihnen sogar der Strom abgedreht.
Im vergangenen Jahr wurde allein in NRW Zehntausenden Haushalten wegen Zahlungsproblemen der Strom abgeklemmt, so die Verbraucherzentrale NRW nach der Auswertung einer Umfrage, an der 58 der 110 Grundversorger teilnahmen. Demnach gaben die befragten Unternehmen an, dass sie in 62.000 Fällen tatsächlich den Strom abdrehten. Hochgerechnet auf NRW dürften es 120.000 Haushalte, in ganz Deutschland sogar 600.000 Haushalte gewesen sein, so die Verbraucherzentrale NRW weiter.
Verbraucherzentrale mahnt: Das Problem wird noch größer
Drei Viertel der befragten Unternehmen habe zudem eingeräumt, dass die Zahlungsprobleme ihrer Kunden zunehmen. So mussten die Versorger im vergangenen Jahr drei Millionen Mal die Zahlung der Stromrechnung anmahnen. In 340.000 Fällen drohten sie zumindest mit einer Stromsperre.
Für die Verbraucherzentrale ist die Ursache klar: Preiserhöhungen bei Strom und Gas in Höhe von durchschnittlich 15 Prozent hätten Energie für viele Haushalte in den vergangenen beiden Jahren „zur unbezahlbaren Ware“ werden lassen, erklärte Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. Dieses Problem werde sich angesichts der zu erwartenden weiteren Erhöhung der Energiepreise noch verschärfen. Daneben werde das Geld für viele Haushalte zunehmend knapper, und vielen Verbrauchern fehle die Kompetenz beim Planen der eigenen Finanzen.
400 Versorger erhöhen 2012
Im März und April steigen die Strompreise weiter auf breiter Front. Knapp 200 Versorger wollen an der Preisschraube drehen. Durchschnittlich wird Strom somit für zehn bis elf Millionen Haushalte um gut drei Prozent teurer, in Einzelfällen sogar bis zu zehn Prozent. Bereits in den ersten beiden Monaten des Jahres hatten laut dem Vergleichs-Portal Verivox mehr als 200 Grundversorger die Strompreise erhöht. (jgr/afp/dapd)
Hier gibt die Verbraucherzentrale NRW Tipps, was bei einer drohenden Stromsperre zu beachten ist
Einen Vergleichsrechner für Stromanbieter finden Sie hier auf DerWesten.

12:42
Der Artikel ist nichtssagend. Da kann ich auch die Bild lesen.
Der Versorger ist nun mal eine Firma, kein Sozialamt. Grundnahrugnsmittel muss man auch bezahlen, bevor man sie nutzt.
Zahlt der Staat im Falle des Falles nicht sogar u.a. den Strom? Ich verstehe das Problem nicht so ganz. Mit dem Strom kann ähnlich sorgsam umgegangen werden wie z.B. mit Trinkwasser, und glaubt man Seiten wie Verivox, sind bei sorgfältigem Anbeitervergleich mehrer 100 Euro pro Jahr als Ersparnis drin.
Nein das nicht, aber man bekommt Kredite für die Arge. Die Energieversorger müssen den Strom auch einkaufen für die Kunden, das kostet Geld.
Wenn der Kunde eine Verbrauchsabrechnung nicht sofort bezahlt, sind die Unternehmen meist kompromissbereit (Ratenzahlung etc.)
Wenn man aber seine monatlichen Abschläge schon nicht zahlt (und ich verstehe da manche Verbräuche von H4lern nicht, ich selbst komme da selbst, wenn ich meinen Verbrauch ver5fache, nicht dran....), dann ist das wie zum Bäcker gehen und Brot haben wollen ohne zu bezahlen. Das GEHT NICHT.
Dann muss man halt seinen Stromverbrauch oder andere Ausgaben anpassen und sich vor allem drum kümmern und nicht einfach Mahnung für Mahnung weiterlaufen lassen.....Machen sie das mal beim Telefonanbieter oder so, vor der 3. Mahnung wird doch niemand gesperrt, aber die "Kunden", die sich nicht drum kümmern sollen später nicht jammern. Dieses Anspruchdenken ist unverständlich, gibt es sonst NIRGENDWO in der Wirtschaft. EVU-Bashing halt
11:51
Die Strombörse ist ein Witz. Die Versorgeraufteilung Deutschlands ist ein Witz. Die Netzbetreiberaufteilung Deutschlands ist ein Witz. Alles müsste aufgelöst werden und in die Hand des Staates übergehen, denn Strom ist für die Grundversorgung der Menschen da und darf nicht unerschwinglich werden. Warum haben hauptsächlich ausländische Firmen das deutsche Netz übernommen? Haben die ein Interesse an günstigen Durchleitungsgebühren und an neuen Trassen? Wettbewerb gibt es nicht, eher die Verhinderung. So laufen die Kosten davon, und die Politik handelt nicht für die Bürger. Nur neue Wahlmehrheiten 2013 könnten etwas ändern. Die bisherige Politik ist verbraucht.
11:42
Wie sollen die Menschen das auch noch alles bezahlen, wenn sie immer weniger netto in der Tasche haben? Die Verarmung geht weiter, und die Politik schaut untätig zu. Armes Deutschland. Viele Rentner rutschen in die Armut, die das nie für möglich gehalten hätten. Strom, Gas, Wasser werden für viele unerschwinglich.
Strom wird rechtlich gesehen meist nur abgestellt, wenn man die Abschläge nicht zahlt, bei Rechnungen, die unerwartet hoch ausfallen (den Verbrauch kann jeder selbst jederzeit kontrollieren btw) wird doch oft Ratenzahlung angeboten. Für alles andere ist Geld da, nur für Strom nicht, den kann man sich ja schenken lassen gell.
09:40
@17
Dann hoffe ich mal, daß Du nie Arbeitslos wirst, oder von Hartz VI abhängig.
Nicht jeder hartz VI Empfänger säuft auch. Diese als Asis zu bezeichnen, ist eine absolute Frechheit. Im übrigen verbraucht ein Flachbildfernseher weniger Strom als ein alter Röhrenfernseher.
Der eigentliche Skandal ist, das sich unsere Politiker mal eben 500 € im Monat mehr gönnen, während immer mehr Menschen ihre Rechnungen nicht bezahlen können.
09:36
Wie vielen Menschen wurde denn tatsächlich dauerhaft der Strom gesperrt? Wieviel Strom haben die vorher vebraucht und hatten die bereits den günstigsten Stromtarif? Oder wurde denen der Saft abgedreht, weil die Briefkastenfirma, bei der sie ihren Strom bestellt und im Vorraus bezahlt hatten, Pleite ging?
08:48
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08:14
Ich frage mich, welch perverser Lustgewinn daraus resultiert, erlogene Geschichten über finanziell schwache Menschen zu verbreiten. Wenn es wirklich so wäre, dass arme Leute sich drei Flachbildschirme leisteten und einen ständig laufenden Trockner, hätte die Stromrechnung ja Priorität. Stromkonzerne fackeln nämlich nicht lange und stellen schnell die Lieferung ein bei Nichtzahlung.
07:51
wie wäre es mit Strom sparen!!! Ich kenne einige Familien mit wenig Geld in der Tasche, aber genau bei diesen Familien ist zu Hause immer die komplette Beleuchtung an, der Rechner läuft den ganzen Tag, der Trockner dreht jeden Tag seine Runden obwohl die Möglichkeit besteht die Wäsche an der Luft zu trocknen usw., selbst unter fließendem heißem Wasser erledigen sie ihren Abwasch!
Dann sind sie doch selbst Schuld so viel für Strom zu bezahlen. Je "assozialer" die Familie ist, umso mehr wird Geld einfach nur verschwendet (Energie, Rauchen, TV Ausgaben, Fastfood). Ich kenne viele dieser Familien, es ist erschreckend was da für Kinder heran wachsen
07:38
Wie kann man den Asis denn auch den Strom abstellen. Dann können sie ja gar nicht mehr mit einem ihrer Computer ins Internet. Schließlich muss man ja auch das Bier im Kühlschrank kühlen um es vor einem der drei Flachbildfernseher genießen zu können. Und das Handy muss ja auch aufgeladen werden. Der Asi von heute muss halt Prioritäten setzen. Und "Strombezahlen" gehört für viele nicht mehr dazu.
Ich weiß, nicht jeder ist so. Ich kenne aber viele, wo es so oder ähnlich abgeht.
Die sogenannten "Asis" beziehen weiter den teuren Strom, da die Stromkosten zur Grundsicherung zählen und sogar Nachschläge muss die ARGE zahlen. Das gilt allerdings nur, wenn das Geld der ARGE auf ein Konto des Vermieters eingeht. Wenn die Asis das Geld erhalten und es nicht an den Versorger weiterleiten - was ja vorkommen soll - dann ist die Stromsperre vorprogrammiert.
Das Problem hohe Stromkosten trifft also eher die Normalverdiener.
07:27
Wieviel Haushalten wurde denn dauerhaft der Strom abgestellt?
Schlagzeile auf Bildzeitungsniveau.