Versicherung für Polizisten machte Miese
30.08.2011 | 18:53 Uhr 2011-08-30T18:53:00+0200
Essen. Das Unternehmen Signal Iduna hat sich offenbar bei ihrer Unfallversicherung für Polizisten verkalkuliert. Das Produkt rückte durch einen möglichen Betrugsversuch in Oberhausen in den Blick.
Mit ihrer Unfallversicherung für Polizisten hat die Signal Iduna offenbar ein Eigentor geschossen. Die breite Öffentlichkeit hätte davon wohl nie Kenntnis erlangt, wenn nicht zwei Beamte aus Oberhausen offenbar versucht hätten, die Versicherung zu betrügen.
Der Polizist Manfred K. (Name geändert) konnte es kaum glauben, was ihm der Versicherungsvertreter der Signal Iduna da Anfang Juni offerierte: Für einen Beitrag von rund drei Euro pro Monat zusätzlich zu seiner Unfallversicherung, würde er 1000 Euro ausgezahlt bekommen, sollte er durch einen Unfall länger als sieben Tage dienstunfähig bleiben. Dabei sollte es keine Rolle spielen, ob er im Einsatz verletzt werde oder daheim von der Leiter falle. Wer zudem einen kompletten Zulagenersatz für zehn Euro im Monat abschließe, erhalte ab dem siebten Krankheitstag sogar 2000 Euro.
Hals über Kopf
Eigentlich, so verriet der Verkäufer, dürfe er dieses – übrigens auch für Feuerwehrleute gedachte – Produkt gar nicht mehr bewerben, da die Versicherung zu häufig zahlen musste und es deshalb nach nicht einmal zwei Jahren vom Markt nehmen werde.
Das geschah dann Anfang Juli. Für einige Polizisten ergab sich dabei der Eindruck einer Hals-über-Kopf-Aktion: Beamte berichten gegenüber dieser Zeitung, dass ihr Antrag auf Zulagenersatz nicht mehr genehmigt wurde, obwohl sie ihn am selben Tag unterschrieben eingereicht hätten wie ihre Kollegen, deren Antrag genehmigt wurde. „Das kann passieren. Aber einen Tag mussten wir als Stichtag wählen“, so ein Signal-Iduna-Sprecher. Die Versicherung habe „einen überdurchschnittlichen Schadenverlauf bei dem Produkt“ festgestellt und reagieren müssen, weil die „Beiträge für das Unternehmen nicht mehr auskömmlich“ gewesen seien.
Kaum verwunderlich. Nach Angaben von Streifenbeamten könne es schnell passieren. dass man im Einsatz an der Hand oder am Fuß verletzt werde, und dann länger als sieben Tage ausfalle.
1734 Beamte verletzt
Und wenn dann auch noch das private Unfallrisiko mitabgedeckt ist . . . Da bedürfe es noch nicht krimineller Energie wie im jüngst berichteten Fall zweier Oberhausener Beamter, die offenbar einen Überfall auf sich vortäuschten, um die Versicherungssumme zu kassieren. Bleibt die Frage offen, welche Daten die Signal Iduna bei der Risikoeinschätzung verwendet hat. 2009 hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) noch geklagt, dass jeder sechste der rund 50 000 Beamten in Nordrhein-Westfalen sechs Wochen oder länger dauerhaft krank sei. Die Zahl der verunfallten Polizisten war aber nicht gesondert aufgeführt.
Nach Angaben der Polizei in NRW sind allerdings im vergangenen Jahr 1734 Beamte im Dienst verletzt worden und länger ausgefallen. Zahlen, die eigentlich für einen hohen Schadensverlauf sprechen. Sie werden dann wohl beim Folgeprodukt berücksichtigt werden, das die Versicherung im Herbst den Polizisten anbieten will.

16:55
#3 derLabbecker
jaja, der Bekannte von meinem Nachbarn, dessen Cousin 3. Grades alter Stubennachbar in der Jugensherberge, hat gesagt....blablablabla.
Bin selber bei der Feuerwehr Essen und kann sagen, daß der Krankenstand nicht sonderlich angstiegen ist. Zumindest nicht auf meiner Wache.
Ist doch ein typischer selbstläufer, um beliebte Vorurteile noch weiter zu schürren.
Würde ja auch nicht in die Welt passen, wenn jetzt auf einmal doch nicht alle Polizisten/Feuerwehrleute potentielle Versicherungsbetrüger wären....
Davon mal ab: Diese Versicherung ist aber tatsächlich ne riesen Verlockung und gehört so eigentlich verboten... (Ich hab Sie im übrigen nicht)
Schönen gruß an ihren Bekannten.
01:09
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.
14:51
Wie immer Signal Iduna, erst IKK in den Sand setzten, jetzt Versicherungen für Feuerwehr und Polizei, Merken die Noch was?????? Haben die zu viel Geld????? Ich kann auch Geld gebrauchen..... Aber Hätten die Arge Mitarbeiter und Büromenschen genommen, hätten die Gewinn gemacht. Das Polizisten und Feuerwehrmänner, Gefährlich leben weiß jeder nur nicht die Signal Iduna...
12:13
Was sagt uns das? Die Kriminalität in D nimmt zu und steht in keinem Verhältnis zur Bekämpfung durch Polizei.
11:26
Das wirft kein sonderlich gutes Licht auf Polizisten und Feuerwehrleute, sofern die Risikoeinschätzung seriös sowie auf realistischer Basis ermittelt wurde und es nicht aufgrund anderer Umstände zu vermehrten Verletzungen kam.
Sollen höhere Beiträge etwa die einzige wesentliche Änderung an der Versicherung sein, und stattdessen nicht der Anreiz bzw. die Möglichkeiten zum Mißbrauch reduziert werden? Schließlich trägt die Versicherung sonst m.E. Mitschuld an unnötigen Arztkosten und höheren Personalkosten in diesem Bereich, die anderen aufgebürdet werden.
09:54
habe von einem Bekannten gehört dass der Krankenstand bei der Feuerwehr Essen nach Verfügbarkeit dieser Versicherung um 20% gestiegen ist. Am Ende hatten die Vertreter bei der Feuerwehr Hausverbot, und die Vorgesetzten Anweisung die notwendige Bescheinigung über die Tätigkeit als Feuerwehrmann nicht mehr zu unterschreiben.
06:37
Wer zahlt eigentlich die Kosten für den Einsatz der Polizeikollegen um die Täter zu ermitteln ?
War ja wohl nicht unerheblich........................
05:09
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.