Das aktuelle Wetter NRW 4°C
Insolvenz

Verkauf von Schlecker XL und Ihr Platz steht offenbar auf der Kippe

05.06.2012 | 09:42 Uhr
Verkauf von Schlecker XL und Ihr Platz steht offenbar auf der Kippe
Die Schlecker-Tochter IhrPlatz soll verkauft werden. Foto: dapd

Düsseldorf.   Platzt der Verkauf von IhrPlatz und Schlecker XL noch in letzter Minute? Kurz bevor der Gläubigerausschuss der insolventen Drogeriekette zusammenkommt, streiten sich der potenzielle Käufer und der wichtigste Gläubiger.

Kurz vor der Gläubigerversammlung von Schlecker steht der Verkauf der Unternehmensteile Schlecker XL und Ihr Platz laut einem Bericht der „Wirtschaftwoche“ plötzlich auf der Kippe. Grund seien Auseinandersetzungen über den Wert der Regalware der beiden Unternehmen, berichtete das Blatt am Dienstag kurz vor Beginn der Gläubigerversammlung in Ulm. Über diesen Wert stritten sich der Kreditversicherer Euler Hermes - der größte Gläubiger der insolventen Drogeriemarktkette - und der Investor Dubag aus München, der Schlecker XL und Ihr Platz übernehmen will.

Euler Hermes, der Schlecker-Gläubiger Markant und Dubag hätten sich am 23. Mai über die Quote geeinigt, welche die Dubag für die Waren in den Lagern und Regalen von Ihr Platz und Schlecker XL zahlen solle, berichtete das Blatt. „Es wurde ein fester Wert vereinbart“, zitierte die „Wirtschaftswoche“ Verhandlungskreise. Der Gläubigerausschuss habe den Konditionen am Freitag zugestimmt. Seit Samstag aber fordere Euler Hermes eine um ein Drittel höhere Quote. Das wolle Dubag nicht akzeptieren, da es die Übernahme teurer machen würde.

Die Gläubiger von Schlecker kamen mittlerweile in Ulm zusammen. Sie sollen über das vom Gläubigerausschuss beschlossene Aus für Schlecker abstimmen. Die Zustimmung gilt als sicher. In der vergangenen Woche war die Suche nach einem Investor für die hoch verschuldete Drogeriemarktkette gescheitert. Nachdem eine Gesamtlösung nicht mehr realistisch ist, wird die Drogeriemarktkette selbst abgewickelt. Die mehr als 13.000 Mitarbeiter, vorwiegend Frauen, erhalten voraussichtlich Ende Juni ihre Kündigungen.

Dm-Geschäftsführer siehr Konkurrenz gelassen

Der Geschäftsführer der Drogeriemarktkette dm, Erich Harsch, sieht in der ehemaligen Schlecker-Tochter Ihr Platz unter dem neuen Eigentümer Dubag keine ernsthafte Konkurrenz. „Von einem Unternehmen, das zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre von der Insolvenz betroffen ist, muss man wohl nicht erwarten, dass es alle anderen nieder rennen wird“, sagte Harsch den „Stuttgarter Nachrichten“ (Dienstagausgabe).

„Ich möchte nicht in der Haut von demjenigen stecken, der Ihr Platz und die Schlecker-XL-Märkte wieder zum Laufen bringen soll“, erklärte Harsch. Es müsse etwa erst einmal geprüft werden, welche Lieferstrukturen bei Ihr Platz nach der Schlecker-Pleite überhaupt noch vorhanden seien. Mit lediglich rund 830 Filialen habe Ihr Platz eine vergleichsweise geringe Marktmacht. Mit der Pleite von Schlecker ist dm zum deutschen Branchenführer aufgestiegen. (afp/dapd)



Kommentare
Aus dem Ressort
Bahn geht auf Lokführer zu - GDL berät dennoch über Streiks
Tarifverhandlungen
In den Tarifverhandlungen mit der Lokführergewerkschaft GDL ist die Bahn erstmals bereit, der GDL auch Verhandlungen für zusätzliche Mitarbeitergruppen zuzugestehen. Das erklärte Bahn-Personalvorstand Weber am Freitag. GDL-Chef Weselsky aber ist mit dem Stand der Gespräche unzufrieden.
Burger-King-Betreiber Yi-Ko bietet Lösungsvorschlag an
Meldungen
Dem umstrittenen Burger-King-Franchiser Yi-Ko läuft die Zeit davon: Alle Fililalen sind geschlossen, Löhne müssen dennoch gezahlt werden. Nach einem Gesellschafterwechsel hat Yi-Ko jetzt ein Lösungsangebot: Burger King habe keinen Grund, es abzulehnen, so der Anwalt des Franchisenehmers.
Fitness-Studio im Essener Opti-Park in der Insolvenz
Wirtschaft
Die 45 Mitarbeiter hatten es schon länger befürchtet, nun musste "City Fitness Essen" Insolvenz anmelden. Das im Opti-Gewerbepark neben dem Asylheim gelegene Studio bleibt aber vorerst geöffnet. Der Noteinrichtung will der Insolvenzverwalter keinesfalls die Verantwortung zuschieben.
Verbraucherzentrale fordert schnelle Preissenkung bei RWE
Stromtarif
Die Essener Verbraucherschützer fordern den Stromversorger RWE auf, die Preise im Grundversorgungstarif zügig zu senken und somit dem Beispiel vieler anderer Firmen zufolgen. Gleichzeitig mahnen sie Stromkunden an, die noch in diesem teureren Tarif sind, zu wechseln, um Geld zu sparen.
Viele Bahnsteige in Essen zu hoch für zukünftige S-Bahnen
Nahverkehr
Langfristig sollen alle S-Bahnhöfe auf den einheitlichen 76-Zentimeter-Standard ausgelegt werden. In Essen trifft das derzeit nur auf vier von 24 Haltepunkten zu. Der Umbau könnte sich mangels Geld über Jahrzehnte hinziehen. Viele kürzlich erst sanierte Bahnhöfe bekamen höhere Bahnsteige verpasst.
Umfrage
Der deutsche Beitrag zum Spenden-Song
 
Fotos und Videos