Verdi will schnell Sicherheit für Tengelmann-Jobs

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will die Übernahme der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann durch Edeka unter Auflagen ermöglichen.
Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will die Übernahme der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann durch Edeka unter Auflagen ermöglichen.
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Was wir bereits wissen
Nach der Ministererlaubnis für die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch Edeka stehen Verhandlungen über Tarifverträge an. Edeka setzt auf Einigung.

Berlin.. Nach dem grünen Licht für die Übernahme der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann durch Deutschlands größten Lebensmittelhändler Edeka setzen die Gewerkschaft Verdi und das Unternehmen nun auf eine schnelle Umsetzung. Die zuständigen regionalen Tarifkommissionen hätten bereits die Arbeit aufgenommen, so dass die Gewerkschaft nun mit einem zügigen Verhandlungsbeginn rechne, sagte eine Verdi-Sprecherin in Berlin. „Wir streben eine schnelle Einigung an“, betonte ein Edeka-Sprecher.

Verhandelt wird nach Verdi-Angaben in vier regionalen Tarifkommissionen. Die Schwerpunkte seien dabei in NRW (Region Nordrhein), Rheinland-Pfalz (Standort Nieder-Olm), Berlin (Region Berlin und Umland) sowie in Bayern (Region München/Oberbayern).

Gabriel verteidigte seine Ministererlaubnis

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) verteidigte seine Ministererlaubnis für die Übernahme. „In diesem Verfahren waren sich alle – auch die Monopolkommission – einig, dass der Erhalt von Arbeitsplätzen anerkennungsfähige Gemeinwohlgründe sind“, schrieb Gabriel in einem Brief an die Bundestagsfraktionen von Union und SPD.

Edeka muss nun den Erhalt von knapp 16 000 Jobs bei Kaiser’s Tengelmann für mindestens sieben Jahre garantieren – durch rechtssichere Tarifverträge, die mit der Gewerkschaft ausgehandelt sind. Falls in den kommenden Jahren gegen diese Vorgaben verstoßen wird, droht Edeka und Tengelmann die Rückabwicklung der Fusion.

Sobald in allen Regionen Tarifverträge abgeschlossen sind, kann das Bundeswirtschaftsministerium prüfen, ob die Auflagen erfüllt sind. Erst dann ist ein Vollzug des Zusammenschlusses möglich. (dpa)