Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Online-Handel

Verdi weitet Streiks bei Amazon aufs Lager in Rheinberg aus

03.06.2014 | 07:42 Uhr
Verdi weitet Streiks bei Amazon aufs Lager in Rheinberg aus
Verdi setzt Streiks bei Amazon fort. Auch in Rheinberg haben Beschäftigte die Arbeit niedergelegt.Foto: dpa

Rheinberg.  Die Gewerkschaft Verdi hat mit Rheinberg beim vierten Logistikzentrum des Internethändlers Amazon zu Streiks aufgerufen. Seit Dienstagmorgen haben dort 400 Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt. Die Arbeitnehmerorganisation will erreichen, dass Amazon Tarifverhandlungen aufnimmt.

Im Tarifkonflikt mit dem weltgrößten Online-Versandhändler Amazon verstärkt Verdi den Druck. Erstmals hat die Gewerkschaft Verdi die Beschäftigten des Versandzentrums im nordrhein-westfälischen Rheinberg zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Mit Beginn der Frühschicht um 5 Uhr haben die Beschäftigten laut Verdi die Arbeit niedergelegt. Nach Auskunft der Gewerkschaft Verdi sollen sich 400 Amazon-Mitarbeiter in Rheinberg am Streik beteiligen.

Zuvor hatte es Streiks im Logistikzentrum im bayerischen Graben bei Augsburg gegeben. Dort wird laut der Gewerkschaft dauerhaft der dritte Standort für Streiks in Deutschland sein.

Für die Belegschaft in Graben war es nach einer ersten Arbeitsniederlegung am 16. Dezember 2013 am Montag zwar erst der zweite Streiktag überhaupt. Auf einer Versammlung sei aber beschlossen worden, den Ausstand mindestens bis einschließlich Dienstag fortzusetzen. Wie es danach weitergeht, solle am Dienstag beschlossen werden, erklärte Gürlebeck.

Dritter Streiktag im Lager in Bad Hersfeld

Neben Graben wurde am Montag in dem seit mehr als einem Jahr währenden Tarifstreit um bessere Bezahlung und Arbeitnehmerrechte auch im hessischen Bad Hersfeld gestreikt. Es war der dritte Streiktag in Folge. Leipzig pausierte nach dem Ausstand am Wochenende.

Lesen Sie auch:
Streikwelle - Amazon-Mitarbeiter sind erneut im Arbeitskampf

Beim Internet-Versandhändler Amazon kehrt einfach keine Ruhe ein. Erneut haben zahlreiche Angestellte des Logistik-Riesen die Arbeit niedergelegt....

Am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld (3500 Mitarbeiter) sowie in Graben (2200) beteiligten sich am Montag nach Angaben von Amazon weniger als 600 Mitarbeiter an dem Ausstand. Laut Verdi waren es 450 Beschäftigte im Tagesverlauf in Bad Hersfeld und mehr als 400 in Graben. Auf den Versand an die Kunden habe der Streik aber erneut keine Auswirkungen gehabt, versicherte ein Amazon-Sprecher.

"Der Streik ist dennoch wirksam", befand Middeke. "Denn logistischer Mehraufwand entsteht in jedem Fall - und der kostet das Unternehmen etwas. Andere Beschäftigte müssen Überstunden schieben. Wir werden den Arbeitgeber schon ordentlich treffen."

Verdi fordert von Amazon Aufnahme von Tarifverhandlungen

Mit den Streikaktionen will die Gewerkschaft Amazon zur Aufnahme von Tarifverhandlungen bewegen, die sich an den Bedingungen des Einzelhandels orientieren. Amazon lehnt das ab und sieht sich selbst als Logistiker, dessen Bezahlung schon am oberen Ende des branchenüblichen Niveaus liege. Amazon beschäftigt an bundesweit neun Standorten mehr als 9000 Mitarbeiter.

Die Verdi-Vertreter in Bayern rechnen mit einer Geduldsprobe: "Dass sich die Auseinandersetzungen erneut bis in das Weihnachtsgeschäft hinziehen werden, ist durchaus nicht unwahrscheinlich", sagte der Leiter des Fachbereichs Handel, Hubert Thiermeyer. "Wir werden einen langen Atem haben", sagte Gewerkschafterin Middeke in Bad Hersfeld. (we/dpa)

Kommentare
04.06.2014
03:46
Streik Rheinberg
von LoyalAmazonEmployee | #3

Einfach nur noch genervt von Ver.di, deren wertlosen Werbegeschenken und leeren Versprechen, die ahnungslose Schäfchen in ihren Bann zieht und sie um...
Weiterlesen

1 Antwort
Verdi weitet Streiks bei Amazon aufs Lager in Rheinberg aus
von Herby52 | #3-1

Solidarität für die Umsetzung von Interessen? Ihr Nick sagt ja schon viel aus.
Sie vertreten wohl ihre eigenen Interessen.
Aber ohne Gewerkschaften gäbe es keine 5 Tage Woche, keine 40 Stunden Woche. usw. Wenn es ihnen Reicht ok. Die die vielen Leiharbeiter oder Menschen die unter Werkverträgen bei Amazon arbeiten bedauere ich.
Hätten wir noch stakle Gewerschaften, könnte bei solchen Firmen noch was erreicht werden. Leider gibt es aber zuviele Trittbrettfahrer, die gerne das was die Gewerkschaften erreichen, für sich in Anspruch nehmen, aber selbstverständlich nicht für irgendetwas kämpfen wollen.
Für mich heißt das, dass jeder der nicht Mitglied in einer Gewerkschaft ist, selbstverständlich alles frei aushandeln muss. Der Arbeitgeber sollte sich da nicht an Tarifvertäge halten müssen.

Funktionen
article
9423783
Verdi weitet Streiks bei Amazon aufs Lager in Rheinberg aus
Verdi weitet Streiks bei Amazon aufs Lager in Rheinberg aus
$description$
http://www.derwesten.de/wirtschaft/verdi-weitet-streiks-bei-amazon-aufs-lager-in-rheinberg-aus-id9423783.html
2014-06-03 07:42
Amazon,Rheinberg,Ver.di,Tarifstreit,Streiks,Internethandel
Wirtschaft