Verdi ruft zum Protest gegen Schwarz-Gelb auf
02.10.2009 | 16:24 Uhr 2009-10-02T16:24:00+0200
Berlin. Frank Bsirske, der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, befürchtet schärfere Verteilungskämpfe und härtere soziale Auseinandersetzungen unter der neuen Regierung. Dagegen sollen sich die Arbeitnehmer wehren.
Bereits vor Beginn der Koalitionsverhandlungen hat der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, zum Protest gegen die künftige schwarz-gelbe Bundesregierung aufgerufen. «Die Verteilungskämpfe drohen sich zuzuspitzen. Es ist Zeit, aufzustehen!», schrieb Bsirske in der «taz» (Freitagsausgabe). Die künftigen Koalitionspartner CDU,CSU und FDP zurrten unterdessen ihre Verhandlungspositionen fest.
CDU und CSU legten am Donnerstagabend ihre interne Marschroute fest. Die Schwesterparteien hätten sich auf «wesentliche Punkte» verständigt, sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder nach der mehr als vierstündigen Sitzung im Kanzleramt. Demnach sollen zehn Arbeitsgruppen eingesetzt werden, «um die einzelnen Sachbereiche zu besprechen». Die Union sei sich in allen Punkten einig und gehe davon aus, dass man die Verhandlungen bis zur konstituierenden Sitzung des Bundestages am 27. Oktober abschließen könne. Kauder sprach von einer «harmonischen Sitzung».
Söder: "Der Wahlkampf ist vorbei"
Auch CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer äußerte nach dem Treffen die Hoffnung, dass die Union mit der FDP «sehr zügig zu einem unterschriftsreifen Koalitionsvertrag» kommen werde. Der bayrische Umweltminister Markus Söder, der in den Verhandlungen mit dabei sein wird, warnte die künftigen Partner im ARD-Morgenmagazin vor verbaler Aufrüstung. «Der Wahlkampf ist vorbei», sagte er.
Bsirske äußerte die Befürchtung, dass sich die Probleme unter Schwarz-Gelb nicht lösten, sondern verschärften. «Wir müssen damit rechnen, dass soziale Auseinandersetzungen sich zuspitzen», schrieb er in der «taz». Er wandte sich vor allem gegen die Vorstellungen der FDP. Nach seiner Ansicht bedeutet das Programm der FDP: «Steuern runter, den Sozialstaat aushöhlen, mehr Industrieförderung, weniger Arbeitnehmerrechte, weniger Umweltschutz und vor allem: kein wirksames Rezept gegen Lohndumping.»
Kündigungsschutz soll warten
Die FDP beharrte unterdessen auf Änderungen beim Kündigungsschutz. Der niedersächsische Wirtschaftsminister Philipp Rösler, der dem Team der Liberalen für die Koalitionsverhandlungen angehört, sagte der «Berliner Zeitung»: «Wir wollen den Kündigungsschutz lockern für diejenigen, die neu eingestellt werden.»
Unionsfraktionschef Volker Kauder lehnte diese Forderung strikt ab. «Ich kann nicht erkennen, dass der Kündigungsschutz jetzt ein wichtiges und notwendiges Thema ist», sagte er dem «Hamburger Abendblatt». Außerdem lehnte er Korrekturen an der Gesundheitsreform der Großen Koalition ab. «Ich hoffe sehr, dass wir die FDP in den Verhandlungen von der Güte des Gesundheitsfonds überzeugen können», sagte er.
Streitthema Steuern
In Sachen Steuern betonte Kauder: «Wir halten unsere Zusage ein, die sogenannte kalte Progression zu dämpfen.» Dies bedeute jährliche Steuermindereinnahmen von etwa 15 Milliarden Euro. Mit einem Wirtschaftswachstum um mindestens 0,8 Prozent lasse sich dies gegenfinanzieren.
Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) lehnte die Steuersenkungspläne der FDP als zu weitgehend ab. «Man muss realistisch sehen, dass Steuersenkungen in einem höheren zweistelligen Milliardenbereich, also solche, wie sie sich die FDP vorstellt, nicht finanzierbar sind», sagte Oettinger dem «Handelsblatt». (ap)

19:31
Mit den Gewerkschaften ( ich war fast 30 Jahre Mitglied ) wuden die Arbeitsbedingungen für die gewerblichen Arbeitnehmer immer schlechter.
Aber die Mediziner haben ruck zuck 10% dazu bekommen.
Ach ja,das darf man nicht sagen.Das ist purer Neid.
Also das was die Gewerkschaft mal war , das ist lange vorbei.
Herr Bsirske ruft zum Protest auf.
Und wenn es dann los geht, fliegter erster Klasse in die Sonne und läßt den Pöbel alleine machen.
Man mir wird ganz schlecht.
19:53
Der Sprecher der öffentlich Bediensteten ruft eine Woche nach der Wahl zum Kampf gegen eine (noch nicht gebildete) demokratische Regierung auf.
Skandalös !
Dann werde ich für einen massiven Abbau des öffentlichen Dienstes kämpfen. Wieso sollten wir Leute aus Steuermitteln bezahlen, die sich nicht an demokratische Spielregeln halten ???
Das hat schon Willy Brandt zurecht so gesehen.
18:50
@54
solange man andere belügt sind Sie ein guter Funktionär.
Wenn man, wie Sie, anfängt sich selber zu belügen, dann hat man verloren!
14:04
Das ist aber dünnes Eis.....Laut Lissabonvertrag dürfen Volksaufstände mit Waffengewalt niedergeschlagen werden.....ist nix mehr mit Protest, vor allem nicht gegen Regierungen das ist doch Gottes Wille!
22:14
Schwarz-Gelb hat noch gar nichts gemacht und schon ruft Südsee-Bsirske zur Rebellion auf.
Diesen Brandstifter und Bombenleger sollte man wegen Volksverhetzung anklagen.
22:10
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21:36
Schwarz und die gelbe Mafia stehen doch für Sozialabbau, da darf man sich doch nicht wundern, das es mit Deutschland immer weiter bergab geht!
19:27
Das man in der Zukunft seine Rechte als Arbeitnehmer mehr denn je verteidigen muß wird wohl allen klar sein. Ob aber Herr Bsirske dafür die nötigen Massen auf die Strasse bekommt ist wohl fraglich da immer weniger Arbeitnehmer in den Gewerkschaften organisiert sind weil dies ja auch Geld kostet und die tarifliche Lohnerhöung ja schließlich kommt - egal ob Gewerkschaftler oder nicht.. Leider sind die meisten unzufriedenen lediglich Nörgler die nicht bereit sind für ihre Sache einzustehen, oder sind der Meinung, die Politiker machen eh was sie wollen.
00:49
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22:20
# 52
Das Gute an unserem Land ist, dass (noch) nie-
mand gezwungen wird, eine bestimmte Partei
zu wählen oder in einer bestimmten Organisation
Mitglied zu sein. Es steht Ihnen jederzeit frei, Ihr
Mitgliedsbuch abzugeben.
Ich habe das auch gemacht, aus Protest gegen
Schröders Umgang mit seinen Wählern.
Also, viel Glück.