Verdi ruft Schlecker-Kunden zur Treue auf
25.01.2012 | 16:30 Uhr 2012-01-25T16:30:00+0100
Berlin. Die Gewerkschaft Verdi kämpft um die 30.000 Arbeitsplätze bei der insolventen Drogeriekette Schlecker. Sie ruft deshalb zu einem Bündnis von Kunden und Lieferanten auf. Die Sorgen um das Fortbestehen von Schlecker sind groß. Erste Lieferanten haben bereits die Belieferung eingestellt.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will mit einem Bündnis von Lieferanten und Kunden um die mehr als 30.000 Jobs bei der insolventen Drogeriekette Schlecker kämpfen. „Es sind nicht die Beschäftigten, die die finanzielle Misere von Schlecker verursacht haben“, sagte Bundesvorstands-Mitglied Stefanie Nutzenberger am Mittwoch in Berlin. Sie forderte Firmengründer Anton Schlecker zu „Klarheit und Wahrheit“ auf. Die Drogeriekette hatte am Montag offiziell ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt.
Bislang habe Verdi noch keine konkreten Gespräche mit dem Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz geführt, sagte eine Gewerkschaftssprecherin. Es stehe auch noch kein Termin fest, aber ein Treffen sei „in naher Zukunft“ geplant, sagte sie.
Unilever stellte Lieferungen ein
Verdi appellierte an die Kunden, Schlecker die Treue zu halten. Die Gewerkschaft forderte die Lieferanten auf, Schlecker weiter mit Ware zu beliefern. Der Unilever-Konzern hat die Lieferungen eingestellt. Dagegen gelang am Mittwoch die Einigung mit einem der wichtigsten Gläubiger. Demnach wird die Zusammenarbeit mit dem Einkaufsverbund Markant fortgesetzt. Die Einigung sei "ein wichtiger Baustein, um die uneingeschränkte Betriebsfortführung von Schlecker sicherzustellen", erklärte Schleckers vorläufiger Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Nach der Einigung seien "Warenbestellungen, Lieferungen und Abrechnungen für die Schlecker-Märkte in Deutschland wieder sichergestellt".
Halten Sie Schlecker die Treue?
Die Gewerkschaft verlangte von Anton Schlecker „Klarheit gegenüber den Beschäftigten und die Wahrheit über seine Vermögensverhältnisse“. Die Zeit der Ungewissheit für die Schlecker-Mitarbeiter müsse ein Ende haben, erklärte Nutzenberger.
Schlecker will das Unternehmen mit einer Plan-Insolvenz unter Einbeziehung des Managements retten. Eine Entscheidung darüber wird erst in einigen Monaten erwartet. (dapd/afp)

19:16
Fehlt nur noch das ihr den alten Schlecker als Ehrenmitglied und Arbeiterfreund aufnehmt
07:44
Selbst wenn ich bei Schlecker einkaufen wollen würde ... die Filiale hier um die Ecke hat dicht gemacht und der Weg zum nächsten Schlecker führt direkt an einem dm-Markt vorbei und da gibts mehr Auswahl und die Atmosphäre in dem Laden ist auch freundlicher/entspannter.
21:12
Warum soll ich als Kunde "treu" sein? Ich mach es wie alle Betriebe und suche mir immer den günstigsten Anbieter bei gleicher Qualität. Betriebswirtschaft kann man auch privat nutzen...
20:33
Ist Verdi eigentlich noch ganz dicht? Die Arbeitsplätze sind doch so oder so vernichtet. Wieso ruft jetzt Verdi zur Treue auf? Hätten sie das nicht schon früher machen müssen, als noch etwas zu retten da war? #2 und #3 haben die gleichen Fragen gestellt. Ein ganz geschickter Schachzug, das mit der "Plan-Insolvenz". Das ist im Großen, was früher mit der Umfirmierung in XXL gemacht wurde, in der direkten Nachbarschaft eine Zweigstelle mit leicht geändertem Namen aufmachen und die alten Mitarbeiter dort mit gierigerem Lohn wieder einstellen. Das jetzige Management versucht ausschließlich die Löhne zu drücken. Ein ganz linker Plan diese Plan-Insolvenz, auf der Strecke bleiben die Angestellten, egal wie sich Verdi ins Zeug legt.
Den Firmengründer Anton Schlecker zu „Klarheit und Wahrheit“ aufzufordern, und wirklich zu hoffen, der würde auch dieser Aufforderung nachkommen, zeigt den ganzen Realitätsverlust von Verdi. Die Kinder sind doch nur vorgeschoben. Die werden nur das tun, was ihr Vater sagt. Außerdem sind Beide mit der Firmenphilosophie groß geworden, und sie werden überhaupt nicht auf die Idee kommen, etwas falsch gemacht zu haben. Der Insolvenzverwalter ist bei einer Plan-Insolvenz doch nur eine Art Moderator.
Mal ganz ehrlich gefragt, wenn es 3 Drogerieketten fast nebeneinander in einer Stadt gibt, in welche gehen Sie? Die Frage geht auch an Verdi! Dem Kommentar von #1 kann ich mich nur anschließen.
Entschuldigung: statt ". . .gierigerem Lohn. . .muss es ". . . geringerem Lohn . . ." heißen.
18:26
Als Aprilscherz hätte ich diese Meldung nicht geglaubt ...
17:48
Diese Gewerkschaft ist ein Irrenhaus, da werden Kampagnen gegen Schlecker und Co gefahren und wenn man die Firma endlich kaputt gekriegt hat, werden die Kunden zum Einkauf gebeten.
Die lieben Kolleginnen und Kollegen, sollten einmal darüber nachdenken, was Ihnen für den Beitrag für eine schwache Gegenleistung geboten wird. Sollte es mit dem Nachdenken klappen, wird ver.di wohl als nächstes Insolvenz anmelden müssen.
17:16
Jahrelang haben die Verdi-Fritzen nur gegen Schlecker gehetzt. Die Verkäuferinnen hier am Ort haben oft genug darüber berichtet.
Jetzt plötzlich wollen die gleichen Leute, die Schlecker vorher die Pest an den Hals gewünscht haben, Werbung für ihren erkärten Intimfeind machen.
Was für Wendehälse sind denn da wieder am Werk?
17:09
Verdi-Sekrätere sollten lieber selber bei Schlecker einkaufen. Solche Geschäfte kann man doch keinen Kunden zumuten. Anton Schlecker muß sein gesamtes Privatvermögen für die Firma einsetzen, um die Geschäfte auf Vordermann zu bringen. Immerhin hat seine Drogeriekette auf Jahre große Gewinne eingefahren. Aber lieber in die Insolvenz gehen, damit das Arbeitsamt die Gehälter für die Mitarbeiter bezahlt. Meine Einkäufe tätige ich bei Rossmann. Breite Gänge, helle Beleuchtung und sauber. Die meisten Mitarbeiter bei Schlecker werden sowieso entlassen.,
# 1 Genau so ist es . Auch unsere Firma ging durch solche machenschaften in die Insolvenz : Die "Großen " hatten sich früh genug abgeseilt und bekamen obendrein sofort einen neuen Arbeitsplatz bei der Konkurenz und unsere Gewerkschaft wusste natürlich von gar nichts !!!