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Verbraucherzentrale warnt vor abgepacktem Schnittkäse

Verbraucherzentrale warnt vor abgepacktem Schnittkäse

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Foto: Thinkstock
Verbraucherschützer warnen davor, im Supermarkt abgepackten Schnittkäse zu kaufen. Einem Medienbericht zufolge waren bei Stichproben zahlreiche Käse-Sorten verschimmelt – und das, obwohl sie noch nicht das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum erreicht hatten. Stattdessen raten Experten zu einer Alternative.

Berlin. 

Schnittkäse aus dem Supermarkt ist häufig schon vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums verschimmelt und sollte nicht verzehrt werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Bayern, wie die „Welt am Sonntag“ berichtete.

Die Verbraucherschützer kauften demnach im Großraum München 40 verschiedene Käsesorten im Handel und ließen sie beim Zentralinstitut für Ernährungs- und Lebensmittelforschung in Weihenstephan untersuchen. Ein Großteil der Käse war vor Ablauf der aufgedruckten Haltbarkeitsgrenze verschimmelt.

Der DNA-Analyse zufolge war bis auf einen Fall zwar keiner der gefundenen Schimmelpilze gesundheitsgefährdend, wie die „Welt am Sonntag“ berichtete. Weil eine Unterscheidung zwischen harmlos und gesundheitsgefährdend per Augenschein aber nicht möglich sei, rate die Verbraucherzentrale, verschimmelten Käse generell nicht zu verzehren. Stattdessen sollten Verbraucher die mangelhafte Ware beim Händler reklamieren.

Von 25 Käsesorten waren 60 Prozent verschimmelt

Als besonders schimmelanfällig erwiesen sich dem Bericht zufolge vom Handel selbst vorgeschnittene Käse, die in Selbstbedienungstheken zum Verkauf angeboten wurden. Von den 25 untersuchten Käseproben dieser Kategorie waren 60 Prozent vorzeitig verschimmelt.

Deutlich besser hielt sich dagegen Käse, der bereits beim Hersteller in Schutzatmosphäre verpackt wurde. Bei ihnen fanden die Forscher lediglich in 20 Prozent der Proben vorzeitige Schimmelbildung.

„Das Mindesthaltbarkeitsdatum von frisch geschnittenem Käse muss von den Anbietern realistisch nachgebessert werden“, forderte Marion Breithaupt-Endres von der Verbraucherzentrale Bayern. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels erklärte gegenüber der Zeitung, die beanstandete Schimmelproblematik könne auftreten, wenn bei der Portionierung Edelschimmel auf andere Käsesorten überspringe. (afp)