Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Bundeswertpapiere

Verbraucherschützer kritisieren Bundesschatzbrief-Aus

05.07.2012 | 07:32 Uhr
Funktionen
Verbraucherschützer kritisieren Bundesschatzbrief-Aus
Sparer können künftig keine Bundeswertpapiere mehr direkt beim Bund kaufen. Foto: Timur Emek/dapd

Berlin.   Der Bund will künftig keine Bundeswertpapiere mehr direkt an Sparer verkaufen. Diese Entscheidung trifft jedoch auf massive Kritik. Verbraucherschützer und selbst Unionspolitiker fordern das Bundesfinanzministerium auf, diese Entscheidung zurückzunehmen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisiert das zum Jahresende geplante Aus für Bundesschatzbriefe. Frank-Christian Pauli, vzbv-Finanzexperte, sagte der „Bild“-Zeitung: „Es ist ein falsches Signal mitten in der Euro-Schuldenkrise, die bewährten sicheren Anlage-Häfen der Deutschen abzuschaffen. Das zeigt, dass dem Staat die Kleinsparer egal sind.“ Das Finanzministerium solle seine Entscheidung dringend überdenken.“

Auch die CSU wertet den Ausstieg aus dem Verkauf von Bundesschatzbriefen als falsches Signal und attackiert die Entscheidung des Bundesfinanzministeriums scharf. Dies sei ein „absurdes Vorgehen“, kritisierte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt. „Die Finanzagentur verfährt nach dem Motto: Für die Finanzierung des Staates brauchen wir die Bürger nicht mehr.“ Dies sei - mitten in der Euro-Krise - eine „falsche Philosophie“ und ein „ungutes Signal“. Die Maßnahmen müssten dringend überdacht werden. Der direkte Zugang zu deutschen Anleihen müsse den Bürgern erhalten bleiben. „Die ganze Welt investiert in die sicheren deutschen Anlagen, aber die eigenen Bürger dürfen das nicht“, bemängelte der CSU-Politiker.

Das Bundesfinanzministerium hatte angekündigt, zum Jahresende aus dem Direktverkauf von Bundeswertpapieren an Privatleute auszusteigen. Kleinanleger können die Anlageprodukte des Bundes dann nur noch gegen Gebühr und ausschließlich bei den Banken erwerben. Als Grund für den Ausstieg gilt die mangelnde Wirtschaftlichkeit des bisherigen Geschäftsmodells. (dapd)

Kommentare
05.07.2012
09:22
Verbraucherschützer kritisieren Bundesschatzbrief-Aus
von rudizehner | #1


Der Bund entfernt sich immer weiter von seinen Bürgern.....

Aus dem Ressort
Streiks bei Amazon sollen bis Heiligabend weitergehen
Amazon
Am Montag geht der Weihnachtsstreik bei Amazon in die zweite Woche. Amazon betont, dass es trotz des Streiks keine Lieferverzögerungen gebe.
Enervie will die Stärken der Region weiterentwickeln
Enervie
Blick ins neue Jahr: Seite an Seite mit der Region möchte Enervie-Vorstandssprecher Ivo Grünhagen die Ziele seines Unternehmens 2015 weiterentwickeln.
Umsatzrückgang bei BJB in Neheim hält an - Schwieriges Jahr
Geschäftsbilanz
Das Lichttechnik-Unternehmen BJB in Neheim konnte auch im Geschäftsjahr 2014 den Abwärtstrend nicht stoppen: Der Umsatz ging weiter leicht zurück.
Problemlöser Eggheads zerbrechen sich für andere den Kopf
Mittelstand-Serie
Eine Firma mit ungewöhnlichem Namen hat sich als Anbieter von Produktionsplattformen etabliert. Große Touristikunternehmen gehören zu seinen Kunden.
City und Ruhrpark in Bochum zufrieden mit Weihnachtsgeschäft
Einzelhandel
Einzelhändler und Center-Betreiber in Bochum sind zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft. Das habe zumindest das Niveau des vergangenen Jahres erreicht.