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Verbraucherbildung

„Verbraucherbildung“ an Schulen - Kritik an McDonald’s als Ernährungsberater

12.03.2013 | 18:35 Uhr

Berlin.   Für ein bundesweites Schulfach „Verbraucherbildung“ macht sich eine Initiative von Verbraucherverbänden, Wirtschaft und Wissenschaft stark. Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert aber, dass darunter auch Handelskonzerne und die Fast-Food-Kette McDonald’s sind.

Darf eine Fastfoodkette wie McDonald’s, die fettige Burger verkauft, an Verbraucherbildung mitwirken? Diese Frage wirft die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch auf und bringt das breit angelegte „Bündnis für Verbraucherbildung“ ins Wanken, bevor es seine Arbeit aufgenommen hat.

Eine Studie im Auftrag der Stiftung für Verbraucherschutz hatte Ende 2012 das alarmierende Ergebnis zu Tage gefördert: Die Verbraucherbildung an deutschen Schulen ist nach Einschätzung von Lehrern und Experten allenfalls ausreichend. Deutliche Defizite werden in den Handlungsfeldern Finanz- und Medienkompetenz sowie nachhaltiger Konsum gesehen.

„Bündnis für Verbraucherbildung“

Genau hier setzt das „Bündnis für Verbraucherbildung“ an, das sich gestern an einer Berliner Schule vorstellte. Die Initiative, die von über 60 Organisationen wie Bund, Verbraucherzentralen, Handelsverband, Caritas, Mieterbund, aber auch zahlreichen Unternehmen wie Deutsche Bank, Rewe, Edeka, Tchibo und eben McDonald’s getragen wird, will bundesweit dafür werben, dass Verbraucherbildung fest in den Lehrplänen der Schulen verankert wird. Schüler sollen so in die Lage versetzt werden, gesunde Lebensmittel zu kaufen und zu essen.

Kommentar
Die Hersteller gehören dazu - von Frank Meßing

Der Kleinkrieg, den sich Foodwatch zum wiederholten Male mit McDonald’s liefert, führt ins Leere. Die Kette tingelt nicht mit Burgern und Pommes durch die Schulen und vermarktet ihre Kalorienbomben als gesund.

Genau das stellt Foodwatch aber in Abrede. „Die Ernährungsbildung von Grundschülern darf nicht der Lebensmittelwirtschaft überlassen werden. Edeka und McDonald’s sind Experten für Quengelkassen und Junk Food und damit nicht Teil der Lösung, sondern Kern des Problems“, erklärte die Verbraucherorganisation. Dass Verbraucherministerin Ilse Aigner innerhalb der Initiative auch noch als „Türöffnerin“ zur Verfügung stehe, sei ein „Trauerspiel“, so Foodwatch.

Inhaltliche Neutralität

Ebenso saftig schlägt die kritisierte CSU-Politikerin zurück: „Statt sich zu informieren und die Vorstellung des Bündnisses abzuwarten, setzt Foodwatch wieder einmal gezielt Falschbehauptungen in die Welt“, erklärte Aigner. „Die Stiftung und das Bündnis gewährleisten mit klaren Regeln die inhaltliche Neutralität in der Zusammenarbeit mit den Schulen.“

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Foodwatch kritisiert „Bündnis für Verbraucherbildung“

Ausgerechnet die Fastfood-Kette McDonalds und Lebensmittelkonzerne sollen neben Verbraucherberatungen künftig Schüler über verantwortlichen Konsum und Ernährung beraten. Ministerin Ilse Aigner stellt heute das „Bündnis für Verbraucherbildung“ vor. Die Ernährungsaktivisten von Foodwatch üben Kritik.

Bereits im September 2012 hatte sich Foodwatch über die „Stiftung Lesen“ empört, die ebenfalls mit McDonald’s kooperiert. In den Fast-Food-Filialen gab es Kinderbücher zum Menü dazu.

Frank Meßing


Kommentare
13.03.2013
11:51
„Verbraucherbildung“ an Schulen - Kritik an McDonald’s als Ernährungsberater
von Bumsfallera | #8

Kinder sollen in die Lage versetzt werden gesunde Lebensmittel zu kaufen und zu essen.
Und ausgerechnet McDonalds gehört dabei zu den Förderen.
Da beisst sich der Hund aber in den eigenen Hintern.
Aber das ist besser als wenn es die Politik macht, denn die machens sowieso falsch.

13.03.2013
10:13
Foodwatch hat nur Angst um das eigene Geld!
von volkerkauder | #7

Es ist gut wenn Firmen wie McDonalds in die Verbraucheraufklärung investieren - wenn es schon die Bildungsministerien nicht tun. Das Geschrei von Foodwatch ist einfach nur scheinheilig - die haben einfach Angst darum dass Ihnen lukrative Spenden entgehen.

Wir brauchen gerade Firmen wie McDonalds zur Verbraucheraufklärung. Wenn wir dabei nur auf Direktvermarkter, Bioläden und ähnliche setzen erreicht die Verbraucheraufklärung nur die die ohnehin schon aufgeklärt sind - oder sich für aufgeklärt halten.
Wenn Verbraucheraufklärung auch in den Schulen funktionieren soll, dann braucht man Firmen wie McDonalds oder EDEKA, die auch den jungen Verbraucher wirklich erreichen!

Und überhaupt, was ist soo schlecht an McDonalds? Wann gab es da den letzten Skandal? Bei Bio dagegen -falsche Eier, falsches Bio aus Italien, Aflatoxin in Feigen, EHEC auf Sprossen... die Liste der Bioskandale lässt sich genauso endlos fortsetzen wie im gesamten Lebensmittelbereich - McDonalds ist eine rühmliche Ausnahme

1 Antwort
„Verbraucherbildung“ an Schulen - Kritik an McDonald’s als Ernährungsberater
von misterjones | #7-1

Leider steht zu befürchten, dass demnächst in den Schulen genau solcher McDonalds-Werbemüll verbreitet wird, wie Sie ihn in Ihrem Beitrag schreiben.

13.03.2013
06:44
Pass Du mal.....
von hamicha | #6

schön auf meine Küken auf,damit denen nix passiert !
Sprach das Huhn ( na wer wohl ? ) zum Fuchs ( McDoof und Co. ).
Ich habe vollstes Vertrauen in Dich !

12.03.2013
22:27
Unternehmen haben IMMER den schwarzen Peter
von SoerenHL | #5

Egal was sie machen: Unternehmen haben IMMER den schwarzen Peter. Engagieren sie sich bei solchen Aktionen, ist es nicht gut. Halten sie sich fern, übernehmen sie keine Verantwortung für verantwortungsbewussten Konsum und Ernährung. Kein Wunder, dass bei dieser industrie- und unternehmensfeindlichen Haltung die großen Unternehmen der Neuzeit im Ausland entstehen. Das Internet ist eine feine Sache. Aber diese ganzen hingerotzten #Aufschreie irgendwelcher Netz-Aktivisten sind auch nicht immer das gelbe vom Ei.

1 Antwort
„Verbraucherbildung“ an Schulen - Kritik an McDonald’s als Ernährungsberater
von gronf | #5-1

Hätten Sie, ohne den Aufschrei dieser Netz-Aktivisten, jemals erfahren, dass es so ein komisches Bündnis gibt? Bezweifle ich.

Darüber hinaus, wenn Sie schon die industrie- und unternehmensfeindliche Haltung kritisieren, warum kritisieren Sie dann konsequenterweise nicht die verbraucherfeindliche Haltung der Unternehmen und Industrie?

12.03.2013
21:20
„Verbraucherbildung“ an Schulen - Kritik an McDonald’s als Ernährungsberater
von ayersrock | #4

Was diese glühende Anhängerin des Lobbyismus gegen ihre Verpflichtungen als Verbraucherministerin sich immer wieder leistet, zeigt den Zustand dieser durchsessenen Regierung ... Mit grossen Versprechungen angekündigte Gesetze und Verordnungen gehen immer zu 90% zugunsten der Lobbykonzerne aus .. einfach im September wieder wählen, liebe Bürger, ihr wisst ja was euch zusteht !

12.03.2013
19:50
„Verbraucherbildung“ an Schulen - Kritik an McDonald’s als Ernährungsberater
von EU4ever | #3



Andererseits könnten McD & Co. den Unterricht mit Insiderinformationen gewiss bereichern:
"So liebe Kinder, dieser Dreck kommt in unsere Burger ... Und mit dieser Werbung manipulieren wir Euch solange, bis Ihr glaubt, dass da nur lauter gute Qualitätsprodukte verarbeitet werden."

12.03.2013
19:34
Currywurst ...
von egon349 | #2

... ist ja auch viel gesünder und Vitaminreicher als dieser eklige Salat von Mc Donalds.

1 Antwort
„Verbraucherbildung“ an Schulen - Kritik an McDonald’s als Ernährungsberater
von Stadewaeldchen | #2-1

Zumal ja Mc Donalds ja auch bekannt ist für seine hervorragenden Salate. Verkaufen die eingetlich noch was anderes außer Salat? Mit fällt da nichts ein...

12.03.2013
19:27
„Verbraucherbildung“ an Schulen - Kritik an McDonald’s als Ernährungsberater
von Shy_Eye | #1

Kann nicht gut sein, denn die Industrie lebt von dem Müll, den sie verkauft und der IST nun mal extrem gepanscht. Da geht sicherlich nicht UM Neutralität! Wie dumm muss man eigentlich sein? Die Deutschen schaffen es immer wieder sich lächerlich zu machen.

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