„Verbraucherbildung“ an Schulen - Kritik an McDonald’s als Ernährungsberater

Was wir bereits wissen
Für ein bundesweites Schulfach „Verbraucherbildung“ macht sich eine Initiative von Verbraucherverbänden, Wirtschaft und Wissenschaft stark. Die Verbraucherorganisation Foodwatch kritisiert aber, dass darunter auch Handelskonzerne und die Fast-Food-Kette McDonald’s sind.

Berlin.. Darf eine Fastfoodkette wie McDonald’s, die fettige Burger verkauft, an Verbraucherbildung mitwirken? Diese Frage wirft die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch auf und bringt das breit angelegte „Bündnis für Verbraucherbildung“ ins Wanken, bevor es seine Arbeit aufgenommen hat.

Eine Studie im Auftrag der Stiftung für Verbraucherschutz hatte Ende 2012 das alarmierende Ergebnis zu Tage gefördert: Die Verbraucherbildung an deutschen Schulen ist nach Einschätzung von Lehrern und Experten allenfalls ausreichend. Deutliche Defizite werden in den Handlungsfeldern Finanz- und Medienkompetenz sowie nachhaltiger Konsum gesehen.

„Bündnis für Verbraucherbildung“

Genau hier setzt das „Bündnis für Verbraucherbildung“ an, das sich gestern an einer Berliner Schule vorstellte. Die Initiative, die von über 60 Organisationen wie Bund, Verbraucherzentralen, Handelsverband, Caritas, Mieterbund, aber auch zahlreichen Unternehmen wie Deutsche Bank, Rewe, Edeka, Tchibo und eben McDonald’s getragen wird, will bundesweit dafür werben, dass Verbraucherbildung fest in den Lehrplänen der Schulen verankert wird. Schüler sollen so in die Lage versetzt werden, gesunde Lebensmittel zu kaufen und zu essen.

Ernährung Genau das stellt Foodwatch aber in Abrede. „Die Ernährungsbildung von Grundschülern darf nicht der Lebensmittelwirtschaft überlassen werden. Edeka und McDonald’s sind Experten für Quengelkassen und Junk Food und damit nicht Teil der Lösung, sondern Kern des Problems“, erklärte die Verbraucherorganisation. Dass Verbraucherministerin Ilse Aigner innerhalb der Initiative auch noch als „Türöffnerin“ zur Verfügung stehe, sei ein „Trauerspiel“, so Foodwatch.

Inhaltliche Neutralität

Ebenso saftig schlägt die kritisierte CSU-Politikerin zurück: „Statt sich zu informieren und die Vorstellung des Bündnisses abzuwarten, setzt Foodwatch wieder einmal gezielt Falschbehauptungen in die Welt“, erklärte Aigner. „Die Stiftung und das Bündnis gewährleisten mit klaren Regeln die inhaltliche Neutralität in der Zusammenarbeit mit den Schulen.“

Verbraucherschutz Bereits im September 2012 hatte sich Foodwatch über die „Stiftung Lesen“ empört, die ebenfalls mit McDonald’s kooperiert. In den Fast-Food-Filialen gab es Kinderbücher zum Menü dazu.