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Wasser, Strom, Müll - Mietnebenkosten fressen Lohn auf

25.07.2012 | 16:48 Uhr
Ärgernis Restmüll-Tonne: Dass viele Kommunen ihren Bürgern zu große Tonnen per Satzung verordnen, dürfe nicht sein, findet der Steuerzahlerbund.Foto: Michael Kleinrensing, WP

Düsseldorf.   Ein Wahlrecht bei der Restmülltonne fordert der Bund der Steuerzahler NRW. Jeder sollte selbst entscheiden können, ob er eine 60-, 80- oder 120-Liter-Tonne braucht. Dass viele Kommunen ihren Bürgern zu große Tonnen per Satzung verordnen, dürfe nicht sein.

Hohe Mieten und Nebenkosten für Strom, Müll und Abwasser machen das Wohnen zum Luxus. Der Bund der Steuerzahler zweifelt, ob die hohen Gebühren noch sozial verträglich sind. Der SPD-Fraktionsvize von NRW, Jochen Ott, forderte „mehr Augenmaß“ bei Energie- und Barriere-Standards, damit Mieter und Eigentümer nicht finanziell überfordert werden.

Der Vorsitzende des NRW-Steuerzahlerbundes, Heinz Wirz , sah bei der Vorlage des Gebührenberichts 2012 das „Ende der Fahnenstange“ erreicht. „Wir brauchen eine öffent­liche Debatte über die Sozialver­träglichkeit der Gebührenpolitik.“

Hoher Mietpreis-Schock

Abwassergebühren von bis zu 1234 Euro im Jahr und durchschnittliche Abfallgebühren von 700 Euro für einen Vier- ­Personen-Haushalt seien bei stark steigenden Energie- und Mietkosten für viele kaum noch zu bezahlen. 2012 sind die Abwassergebühren im Durchschnitt um ein Prozent gestiegen – einzelne Kommunen erhöhten sie aber um 20 Prozent. In Essen wurden für 200 Kubikmeter 733 Euro fällig, in Duisburg 538, Oberhausen 577, Bochum 544 und Dortmund 554 Euro.

Das halbe Einkommen fürs Wohnen

SPD-Fraktionsvize Ott verwies darauf, dass die Miete in Städten wie Düsseldorf oft 50 Prozent des Nettoeinkommens ausmacht. Durch die energetische Sanierung müssten Mieter billiger Wohnungen bis zu 70 Prozent Mietsteigerung verkraften. „Wir brauchen technische Standards mit Augenmaß, damit Investoren und Mieter nicht überfordert ­werden“, so Ott. Auch NRW-Städtetag und Mieterbund hatten vor einer Überforderung durch hohe Energiestandards gewarnt.

Nach Berechnungen des Steuerzahler-Bundes bleiben die Gebühren für die Müllbeseitigung 2012 relativ konstant. Allerdings gibt es unter den 396 NRW-Gemeinden je nach Abholrhythmus große Gebührenunterschiede.

Ärgernis Restmüll-Tonne

So bietet Gelsenkirchen mit 158 Euro die preiswerteste wöchent­liche Leerung einer 120-Liter-Tonne an. Am teuersten ist dieselbe Leistung in Mönchengladbach: 698 Euro.

Trotz intensiver Müllsortierung in Haushalten legen 285 NRW-Kommunen in der Satzung ein „Mindestrestmüllvolumen“ fest. Wirz nannte es „ärgerlich“, wenn Städte wie Mülheim eine Restmülltonne vorschreiben, die 40 Liter pro Person und Woche fassen muss. Die kleine Gemeinde Horn Bad-Meinberg legt nur 3,75 Liter Restmüll pro Kopf und Woche fest. Wirz verlangte die Streichung des „Mindestrestmüllvolumens“ aus den Satzungen.

 

Wilfried Goebels



Kommentare
27.07.2012
12:08
Wasser, Strom, Müll - Mietnebenkosten fressen Lohn auf
von wimmel | #42

Dank Privatisierung, Staatlicher- Betriebe, verdienen sich nun nicht mehr der Staat (die Allgemeinheit) sondern Privatleute, oder Aktionäre, eine goldene Nase.
Was wollt ihr denn, ist doch so gewollt von Politik :-))
"Der Schäfer führt seine Schäfchen zur Schlachtbank"

27.07.2012
10:11
Wasser, Strom, Müll - Mietnebenkosten fressen Lohn auf
von wohlzufrieden | #41

Die Schlagzeile ist noch absolut unter trieben, sieht man sich die immer mehr steigende Überschuldung der Deutschen an.

27.07.2012
01:20
Wasser, Strom, Müll - Mietnebenkosten fressen Lohn auf
von Hugo60 | #40

Würden Wasser, Strom, Müll - Mietnebenkosten den Lohn auffressen, dann müssten diese
monatlich so an die - sagen wir - 1000 Euro betragen.
Wird hier nicht etwas übertrieben?

27.07.2012
00:14
Wasser, Strom, Müll - Mietnebenkosten fressen Lohn auf
von Herbert57 | #39

In der Auflistung fehlen noch die Grundsteuer(Hebesatz B),Gas oder Öl,(Heitzkosten),
Straßenreinigung,Regenwasserversickerungsabgabe,Abwassergebühren.
Schlimm,schlinm.....
Mäh, mäh,mäh ihr Schafe!
Solange sich die Entscheidungsträger in der Stadtverwaltung,Stadtwerken,Sparkassen,
Kommunalpolitik,Aufsichtsräten,Vorständen,Beisitzern und und und....
sich alle eine goldene Nase an höhere
Gebühren und Abgaben verdienen
wird sich daran auch nichts ändern
Die Boni müssen fließen!
Nach dem euch das Fell abrasiert wurde,gehts ab zum Schlachter.
Ob der jetzt SPD oder CDU heißt,ist für die Schafe nicht mehr wichtig.
Nix mit sozial,wir leben in einer Ellenbogengesellschaft.
Wer seine Miete nicht mehr bezahlen kann wird rausgeklagt.
Wersein Strom nicht mehr bezahlen kann,dem wird der Strom abgeklemmt.
Und überhaubt,wer arbeitslos ist,is ne faule Sau.
Keine Gnade.
Und immer schön Fröhlich bleiben!

26.07.2012
22:59
Wasser, Strom, Müll - Mietnebenkosten fressen Lohn auf
von meinemeinungdazu | #38

#36:
Sie haben absolut Recht. Abzocke und Müllmafia stehen im Vordergrund. Nicht der Bürger.

26.07.2012
22:43
Wasser, Strom, Müll - Mietnebenkosten fressen Lohn auf
von Keitermann | #37

So verallgemeinern kann man es nicht! Es kommt immer darauf an, auf welcher Basis der Vermieter die Nebenkosten abrechnet. Große Vermieter rechnen oft nach qm Wohnfläche ab, Da ist es egal, ob 1, 2 oder 4 Personen im Haushalt wohnen. Wird nach verbrauchsabhäbgige oder -unabhängige NK unterschieden, sieht das anders aus. Dann spielt die Personenzahl schon eine Rolle. In Bochum (alles durchschnittlich) zahlt der Wohnungsmieter für einen 2-Personenhaushalt nach der letztgenannten Abrechnungsweise rund 100 € Nebenkosten (ohne Heizung). Das ist nicht zu viel!

26.07.2012
20:49
Wer Müll trennt ist selber schuld!
von thehater | #36

Ich erwische mich immer wieder selbst dabei, dass ich denen die Arbeit des Mülltrennen abnehme und brav alles in diejenige Tonne haue, welche meinen ganzen Garten verschandeln!
Ich bezahle die und mache dann auch noch die Mülltrennung selber? In Zukunft soll ich dann auch noch den Klüngelskerl ersetzen und Metalle gesondert sammeln...tzzz....Ich hau alles dahin wo Platz ist, meine Frau hingegen würde am liebsten den Joghurtbecher spülen, weil es ja unhygienisch sei:-(
Total bekloppt das System! Selbst für das Wasser welches vom Himmel regnet muss ich bezahlen?! Die können mich mal!

26.07.2012
20:10
Wasser, Strom, Müll - Mietnebenkosten fressen Lohn auf
von fogfog | #35

das meiste dieser überhöhten gebühren fliesst in die versorgung abgewrackter politbirnen.
insofern auch eine müllgebühr.

26.07.2012
15:44
Wasser, Strom, Müll - Mietnebenkosten fressen Lohn auf
von meinemeinungdazu | #34

#33:
Das ist kein Grund zur Verallgemeinerung. Dass die meisten alten Menschen überhaupt die Trennung noch schaffen, grenzt an ein Wunder.

26.07.2012
14:15
Wasser, Strom, Müll - Mietnebenkosten fressen Lohn auf
von dschidschi5 | #33

@32: Nicht bewiesen??? Ich stand schon daneben, als eine ältere Dame auf unserer vielgerühmten "Rüttenscheider" aus der Haustür kam und ihren vollen Mülbeutel in den öffentlichen Mülleimer vor ihrer Haustür warf. Als ich sie angesprochen habe, wurde sie auch noch unhöflich.

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