Das aktuelle Wetter NRW 10°C
Steuererklärung

Was Steuerzahler jetzt beim Finanzamt für 2013 ändern können

06.11.2012 | 16:43 Uhr
Funktionen
Was Steuerzahler jetzt beim Finanzamt für 2013 ändern können
Foto: dapd

Essen.   Bis zum neuen Jahr sind es noch 55 Tage (Stand: 6. November). Für Steuerzahler könnte das Jahr 2013 bereits jetzt beginnen - wenn man beim Finanzamt zum Beispiel eine andere Steuerklasse wählen oder Freibeträge eintragen lassen möchte. Der Bund der Steuerzahler weist darauf hin, was nun zu tun ist.

In den nächsten Wochen können Steuerzahler die Weichen für das kommende Jahr stellen. Beim Finanzamt können die Steuerklasse geändert oder eventuelle Freibeträge eingetragen werden. Damit kann jeder dafür sorgen, dass er im kommenden Jahr weniger an den Fiskus zahlen muss und sofort mehr Netto vom Brutto auf dem Lohnzettel hat.

Bis wann muss ich Freibetrag und Steuerklasse eintragen lassen?

Für das nächste Steuerjahr haben Verbraucher zwar grundsätzlich bis zum 30. November 2013 Zeit, wenn sie die Steuerklasse ändern oder Freibeträge eintragen lassen wollen. Wer aber bereits ab Januar 2013 von einem Freibetrag profitieren will, kann schon bis zum Ende dieses Jahres die Weichen für das kommende Jahr stellen, erklärt der Bund der Steuerzahler (BdSt). Auch für eine Überprüfung der Steuerklasse kann der Jahreswechsel ein guter Anlass sein.

Wo beantrage ich eine neue Steuerklasse und Freibeträge?

Ab 2013 wird die gute alte Lohnsteuerkarte, auf der das Finanzamt früher entsprechende Eintragungen machte, endgültig durch ein elektronisches Verfahren ersetzt. Die Beantragung von Steuerklassen und Freibeträgen ändert sich damit trotzdem nicht grundsätzlich. Diese geschieht - wie gehabt - beim Finanzamt. Entsprechende Formulare gibt es im Internet oder direkt vor Ort bei den Ämtern. Etwaige Änderungen werden dann beim Bundeszentralamt für Steuern hinterlegt, zusammen mit den übrigen Steuermerkmalen. Von dort aus können Arbeitgeber die Steuermerkmale abrufen.

Ändern sich zum neuen Jahr die Steuerklasse oder Freibeträge, empfiehlt der BdSt Arbeitnehmern, dem Arbeitgeber die entsprechende Bestätigung mit den neuen Steuermerkmalen nach dem Jahreswechsel rasch vorzulegen. Es ist davon auszugehen, dass Unternehmen erst im Jahresverlauf damit beginnen, die Steuermerkmale ihrer Beschäftigten - und damit auch Änderungen - beim Bundeszentralamt abzurufen. Wer erstmals Freibeträge eintragen will, muss einen Antrag auf Lohnsteuerermäßigung ausfüllen. Die Angaben können dann für das kommende Jahr geschätzt werden.

Was bringt eine Änderung der Steuerklasse?

Am Ende müssen zwar alle mit gleichem Einkommen und gleichem Familienstand auch gleich viel Steuern zahlen, egal welche Steuerklasse. Aber mit der richtigen Steuerklasse gibt es gleich mehr Geld, nicht erst später nach der Steuererklärung.

Singles (Steuerklasse I) oder Alleinerziehende (II) haben feste Steuerklassen. Ehepaare haben die Wahl: Verdienen sie etwa gleich viel, sollten sie jeweils Steuerklasse IV wählen. Bekommt ein Partner mehr als 60 Prozent des Gesamteinkommens, lohnt sich ein Wechsel in die Steuerklassen III (für den Besserverdiener) und V.

Was ändert sich durch den Eintrag von Freibeträgen?

Auch wer Freibeträge eintragen lässt, hat in der Regel im folgenden Jahr jeden Monat mehr Netto auf dem Lohnzettel. Das ist nicht nur ein Vorteil, weil das Geld dann für den Steuerzahler und nicht für das Finanzamt arbeitet. Auch für Leistungen wie Arbeitslosengeld oder Elterngeld ist das Nettoeinkommen die Berechnungsgrundlage: Mehr netto auf dem Lohnzettel heißt hier mehr Geld. Wer Freibeträge einträgt, für den ist die Steuererklärung später verpflichtend.

Wann kann ich einen Freibetrag eintragen lassen?

Die Aufwendungen für Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen müssen mindestens 600 Euro betragen, um Freibeträge zu bekommen. Werbungskosten werden dabei aber nur berücksichtigt, wenn sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag in Höhe von 920 Euro übersteigen. Zu den Werbungskosten zählen alle beruflich bedingten Ausgaben von Arbeitsmitteln bis Kinderbetreuung. Sonderausgaben sind etwa Kirchensteuer, Unterhaltszahlungen oder Spenden. (afp)

Kommentare
23.11.2012
23:23
Was Steuerzahler jetzt beim Finanzamt für 2013 ändern können
von larix | #1

Meines Wissens beträgt der Arbeitnehmer-Pauschbetrag doch mittlerweile 1000 Euro, oder?

Aus dem Ressort
Verbraucherzentrale Gelsenkirchen warnt vor Online-Shopping
Onlinehandel
Die Verbraucherzentrale Gelsenkirchen gibt Tipps für den Einkauf per Mausklick. Warnung: Nicht von Versprechungen und Preisen blenden lassen.
So können Sie an den Weihnachtstagen ohne Reue schlemmen
Gesundheit
Braten, Knödel, Plätzchen: Wer über Weihnachten hemmungslos zuschlägt, legt an Kilos zu. Wer einfache Regeln beherzigt, kann schlemmen.
Bankkunden können unzulässige Kreditgebühren zurückfordern
Bankgebühren
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Gebühren beim Abschluss von Krediten oft unzulässig sind. Wer betroffen ist, sollte schnell handeln.
Gema und Weihnachtsfeier - Kitas sollen fürs Singen zahlen
Gema
Kinder brauchen keine Notenblätter. Sie singen Weihnachtslieder aus dem Kopf. Aber ihre Eltern brauchen Liedkopien – und die können teuer werden.
Wann es an Weihnachten frische Brötchen gibt und wann nicht
Feiertage
Am 1. Feiertag dürfen Bäckereien noch Brötchen verkaufen. Doch viele nutzen das Angebot nicht und schließen über die Feiertage komplett.
Fotos und Videos
Foodwatch-Wahl zur größten Werbelüge
Bildgalerie
Windbeutel 2014
Das sind iPhone 6 und Apple-Watch
Bildgalerie
Apple-Neuheiten
Wie Wirte ihre Gäste betrügen
Bildgalerie
Gastronomie