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Telefon-Abzocke

Was sich ab 1. Juni bei Telefon-Warteschleifen ändert

31.05.2013 | 16:00 Uhr
Was sich ab 1. Juni bei Telefon-Warteschleifen ändert
Telefon-Abzocke soll durch neue Regeln verhindert werden. Die Änderungen zum 1. Juni bedeuten allerdings nicht, dass nun alle Warteschleifen kostenfrei sind.Foto: Thinkstock

Berlin/Bonn.  Service-Nummern mit Warteschleifen kosten Telefonkunden oft nicht nur Geduld, sondern auch happige Gebühren. Ab Samstag treten schärfere Vorschriften dagegen in Kraft. Anbietern drohen bei Verstößen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro. Die Änderungen im Überblick.

Zum Schutz der Verbraucher vor überzogenen Gebühren müssen die meisten Telefon-Warteschleifen von Samstag (1. Juni) an kostenlos sein. Bei Service-Nummern wie 0180 oder 0900 sind solche Schleifen künftig an nur noch zulässig, wenn sie umsonst sind oder für den ganzen Anruf ohnehin ein Festpreis gilt.

Auch bei Gratis-Nummern bleiben Warteschleifen erlaubt, ebenso bei normalen Ortsvorwahlen - hierfür sind dann aber die üblichen Gebühren zu zahlen. Bei Verstößen drohen Anbietern Bußgelder bis zu 100.000 Euro.

Die Änderungen sind Teil einer im vergangenen Jahr beschlossenen Reform des Telekommunikationsrechts. Seit 1. September gilt bereits eine Übergangsregelung, wonach die ersten zwei Minuten einer Schleife kostenlos sein müssen. Die Regeln werden nun zum 1. Juni ausgedehnt. Verbraucherschützer kritisieren seit längerem, dass in Warteschleifen teils unbemerkt Kosten von mehreren Euro fällig werden können.

Verbraucher sollen sich mit Beschwerden melden

Künftig dürfen auch "nachgelagerte" Warteschleifen nichts kosten, wenn der Anrufer im Lauf eines Telefonats weitergeleitet wird. Bei Service-Nummern müssen Verbraucher zudem gleich zu Beginn informiert werden, wie lange die Schleife voraussichtlich dauern wird. Angesagt werden muss auch, dass ein Festpreis für den Anruf berechnet oder die Schleife kostenlos sein wird. Die Vorschriften gelten für Telefonate aus dem Festnetz und von Handys. Wenn Kunden einen Pauschaltarif (Flatrate) für normale Festnetzverbindungen haben, fallen bei Hotlines mit Ortsvorwahlen auch keine Kosten für Warteschleifen an.

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Für die neuen gesetzlichen Vorgaben hat die Bundesnetzagentur die Nummern 0180-6 (Abrechnung zum Festpreis) und 0180-7 (kostenlose Warteschleife von maximal 30 Sekunden) eingerichtet. Die Bundesnetzagentur betonte, Verbraucher könnten sich mit Beschwerden über Warteschleifen bei der Behörde melden. Die für Telekommunikation zuständige Behörde hat eigens eine Mail-Adresse eingerichtet: rufnummernmissbrauch@bnetza.de.

Die Neuregelung beende "die Abzocke in der Warteschlange", betonte der verbraucherpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Erik Schweickert, am Freitag. Warteschleifen seien keine Serviceleistung und dürften deshalb auch nichts extra kosten. (dpa/afp)

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Kommentare
01.06.2013
23:03
Was sich ab 1. Juni bei Telefon-Warteschleifen ändert
von urmel123 | #3

Kleiner Insider(?)-Hinweis: Es ist (zumindestens zur Zeit) nicht möglich, nachgelagerte Warteschleifen gebührenfrei zu halten. Wenn der Gebührenzähler einmal tickt, bleibt er auch bis zum Ende des Anrufs aktiv.
Deswegen auch die 0187er-Nummern, bei denen pauschal die ersten 30 Sekunden kostenlos sind. Damit verschafft sich der Serviceanbieter ein kleines Polster um hinterher weiterleiten zu können.
Generell ist es möglich, das Abrechnen eines Anrufs bis zu 2 Minuten hinauszuzögern (solange keiner den Anruf annimmt). Wenn bis dahin niemand abgenommen hat, muss der Anruf abgebrochen werden und der Kunde darf nochmal anrufen. Das kommt noch von einer uralten Konstruktion aus Zeiten der Analog-Telefonie. Die Systeme haben immer noch den alten Timeout und der ist wohl auch nicht so einfach abzuschalten. War in Vergessenheit geraten...
Erhält jemand an einer herkömmlichen kostenpflichtigen Hotline die Aussage, die Warteschleife beim Weiterverbinden sei kostenlos, ist das schlicht gelogen

1 Antwort
Was sich ab 1. Juni bei Telefon-Warteschleifen ändert
von urmel123 | #3-1

Fortsetzung:

Also: Wenn bei einer kostenpflichtigen Hotline im herkömmlichen Sinne anfangs mehr als 2 Min Warteschleifenmusik ertönt oder wenn an einer solchen Hotline während des Anrufs eine Warteschleife kommt (z.B. wg. Weiterverbinden oder Rückfrage des Mitarbeiters oder so), dann wird dort gegen dieses neue Gesetz verstoßen.
Ausgehebelt wird das ganze, wenn - wie im Artikel erwähnt - ein Auswahlmenü kommt. Es macht aus Sicht des Gesetzgebers keinen Unterschied, ob man sich mit einem Menschen oder einem Automaten unterhält. ABER: kommt ein solches Auswahlmenü, darf danach nur noch eine kostenlose Warteschleife folgen - was ja technisch momentan nicht möglich ist - also muss dann SOFORT nach dem Auswahlmenü ein Mitarbeiter ans Telefon kommen (Ausnahme wäre hier die 0187, da gibt es ja den 30-Sekunden Puffer) sonst kann man sich direkt beschweren.

Bevor ich mich zu weit aus dem Fenster lehne: Ich kann nicht 100%ig ausschließen, dass die Telekom-Callcenter technisch weiter sind.

31.05.2013
23:34
Was sich ab 1. Juni bei Telefon-Warteschleifen ändert
von scouti | #2

Wann stellt denn die WAZ (Funke-Mediengruppe) ihre kostenpflichtigen 0180-2-Nummern (WAZ, NRZ, WR und WP) auf kostenfreie Anrufe wie beim Titel "IKZ" um?

31.05.2013
20:11
Lächerlich
von meigustu | #1

Ein Menu "drücken sie die 1 wenn sie warten wollen" und schon ist es genauso wie vorher kostenpflichtig. Solch ein Schmarrmgesetz gehört so nicht getitelt. Für den flüchtig lesenden WAZ Kunde kann das teuer werden.

1 Antwort
Was sich ab 1. Juni bei Telefon-Warteschleifen ändert
von Jorgel | #1-1

Eben nicht...

"Dies gilt auch bei "nachgelagerten" Schleifen, wenn Anrufer bei der Bearbeitung weitergeleitet werden. Wie viele Minuten Warteschleife ihm "drohen", soll der Kunde am Hörer auch gleich zu Beginn angesagt bekommen."

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