Das aktuelle Wetter NRW 18°C
Weihnachts-Beleuchtung

Viele Lichterketten sind laut TÜV lebensgefährlich

26.11.2012 | 14:10 Uhr
Viele Lichterketten sind laut TÜV lebensgefährlich
Viele Lichterketten haben laut TÜV Rheinland erhebliche Sicherheitsmängel.Foto: dapd

Köln.  Sie werden zu heiß oder verteilen Stromschläge – viele Lichterketten sind nach einem aktuellen Test des TÜV Rheinland nicht sicher. Zwei Drittel der geprüften Weihnachtsbeleuchtung genügte den EU-Standards nicht und dürfte innerhalb der Europäischen Union eigentlich gar nicht verkauft werden.

Fehlende Warnhinweise, Stromschlaggefahr oder zu hohe Temperaturen: Viele weihnachtliche Lichterketten haben nach einer Untersuchung vom TÜV Rheinland erhebliche Sicherheitsmängel. "Von den 52 geprüften Lichterketten erfüllen 38 Lichterketten nicht einmal die Mindestanforderungen der europäischen Norm", sagte der TÜV-Experte für Produktsicherheit, Thomas Haupt, am Montag in Köln. Damit dürften sie nicht innerhalb der EU verkauft werden.

Bei jeder Fünften besteht den Angaben zufolge sogar akute Stromschlag- oder Verbrennungsgefahr. Besonders häufig kritisierten die Experten fehlende Warn- oder Sicherheitshinweise auf den Verpackungen sowie Konstruktionsmängel.

Sicherheit
Damit aus dem Fest kein Inferno wird

Weihnachten und Silvester sind die Zeiten der vielen Kerzen, Feuerwerke und bunten Lichterketten. Doch so ein brennender Adventskranz im Wohnzimmer ist nicht nur romantisch, sondern kann auch sehr gefährlich werden, warnt die Feuerwehr.

Bei einigen ließen sich Kabel einfach aus der Fassung lösen, so dass Verbraucher mit 230 Volt Spannung in Kontakt kommen könnten. "Das ist lebensgefährlich", sagte Haupt. Fünf Lichterketten erreichten zudem den Angaben zufolge Temperaturen von mehr als 100 Grad Celsius. Die Gutachter ermittelten bei einer Dekoration sogar einen Wert von knapp 240 Grad.

Früher fielen noch 90 Prozent der getesteten Lichterketten durch

Für den Test kaufte der TÜV Mitte November in Baumärkten, Ein-Euro-Läden und im Internet 52 Lichterketten für maximal 16 Euro. Die Gutachter betonten, in den vergangenen Jahren seien etwa 90 Prozent der getesteten Lichterketten mit Mängeln aufgefallen. Die Ergebnisse aus diesem Jahr seien ein erster Hoffnungsschimmer.

"Dennoch ist es noch immer nicht zufriedenstellend, dass wir auch in diesem Jahr viele unsichere und gefährliche Lichterketten zum Kauf angeboten bekommen", sagte der TÜV-Prüfer. Die Experten haben die Ergebnisse nach eigenen Angaben an die zuständige Bezirksregierung weitergegeben, damit die Ketten aus dem Handel genommen werden.

Generell empfiehlt der TÜV den Kauf von Leuchtdioden. Bei diesen bestehe nicht die Gefahr eines Stromschlags. "Der Energieverbrauch ist bis zu 90 Prozent niedriger als bei normalen Lichterketten", beschrieb Haupt einen weiteren Vorteil. Verbraucher sollten Leuchtdekorationen zudem bei großen und vertrauenswürdigen Handelsketten kaufen. (dapd)



Kommentare
27.11.2012
18:07
Viele Lichterketten sind laut TÜV lebensgefährlich
von G.spannt | #2

Soso,
"Von den 52 geprüften Lichterketten erfüllen 38 Lichterketten nicht einmal die Mindestanforderungen der europäischen Norm...Damit dürften sie nicht innerhalb der EU verkauft werden...", da fragt man sich doch eigentlich, wie das sein kann...wenn man allerdings damit zufrieden ist, dass statt 90% "nur noch" 73% der getesteten Lichterketten mängelbehaftet sind, lässt das Rückschlüsse auf die erwartbaren Sanktionen für die Händler zu...
Eigentlich sollte jeder davon ausgehen können, dass solcherlei Dinge gar nicht in den Handel kommen, aber das wäre wahrscheinlich eine ztu große Zumutung für Handel und Industrie...

27.11.2012
18:03
Viele Lichterketten sind laut TÜV lebensgefährlich
von quarkschnitte | #1

Muss ja alles billig sein! Ob es funktioniert oder gar lebensgefährlich ist, ist Nebensache!
HAUPTSACHE ES BRENNT! EGAL WO!

Aus dem Ressort
Warum Buchhändler das Ende der Buchpreisbindung fürchten
Freihandel
Buchhändler machen mobil gegen das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. Ihre Angst: Bei den Verhandlungen könnten die Europäer die deutsche Buchpreisbindung opfern. Aber sind die festen Preise überhaupt noch zeitgemäß - und was wäre, wenn die Preisbindung verschwände?
Feiertag am Samstag - hier können Sie am Wochenende shoppen
Feiertag
Allerheiligen fällt in diesem Jahr auf einen Samstag. Der Wochenend-Einkauf fällt also flach – aber keine Angst: Der Herbst ist Hochsaison für verkaufsoffene Sonntage – und auch am 2. November sind in vielen Städten die Geschäfte geöffnet. Hier können Sie nach Herzenslust shoppen!
Ehepaar aus Marl klagt über Endlosärger mit Möbelhaus
Vertragskündigung
Heidi und Heinz Lojewski wollten altersgerecht wohnen. Sie zogen um. Die neue Wohnung wollte das Ehepaar komplett neu einrichten. Sie kauften Möbel im Wert von 35.000 Euro. Das war vor vier Monaten. Seither gibt es nichts als Ärger mit dem Möbelhaus.
Täuscht Industrie Verbraucher mit Mindesthaltbarkeitsdatum?
Haushalts-Check
Die ARD hat versucht, im Haushalts-Check die Betrügereien der Lebensmittelindustrie offenzulegen. Sie nutze das Mindesthaltbarkeitsdatum als Verkaufsinstrument, sagen die Autoren des Films - die meisten Produkte seien länger haltbar. Joghurt kann noch zwei Monate nach dem Ablauf in Ordnung sein.
Düsseldorfer Telefonfirma erpresst: 200.000 Kunden betroffen
Internet-Kriminalität
Mehr als 200.000 Kundenanschlüsse sind von einem Angriff auf den Internet-Telefonanbieter Sipgate betroffen. Diese waren teilweise gestört. Erpresser hatten Überlastungsangriffe - so genannte Ddos-Attacken - auf die Infrastruktur des Unternehmens gestartet. Das LKA hat die Ermittlungen aufgenommen.
Umfrage
Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?

Statt mit Aufkleber will Verkehrsminister Dobrindt die Pkw-Maut mit automatischer Nummernschild-Erkennung an den Autobahnen kontrollieren lassen. Was halten Sie davon?

 
Fotos und Videos
Foodwatch-Wahl zur größten Werbelüge
Bildgalerie
Windbeutel 2014
Das sind iPhone 6 und Apple-Watch
Bildgalerie
Apple-Neuheiten
Wie Wirte ihre Gäste betrügen
Bildgalerie
Gastronomie