Das aktuelle Wetter NRW 13°C
Miete

Vermieter sollen Sanierungskosten stärker auf die Mieter abwälzen dürfen

23.05.2012 | 13:21 Uhr
Vermieter bekommen mehr Rechte bei Sanierungen.Foto: WR

Berlin.  Vermieter sollen mehr Rechte bekommen, die Mieter an Kosten für Dämmungen zu beteiligen. Mit einer Mietrechtsreform will die Regierung Anreize zur energetischen Sanierung von Gebäuden schaffen. Vorteile und Lasten sollten "fair auf Vermieter und Mieter" verteilt werden, so das Justizministerium.

Vermieter sollen die Sanierung ihrer Wohnung leichter durchsetzen und die Kosten auf die Mieter umlegen können. Damit will die Regierung die Dämmung von Häusern schneller vorantreiben und das Energiesparen attraktiver machen.

Das Kabinett beschloss am Mittwoch einen Gesetzentwurf des Justizministeriums, wonach die Mieter sich gegen eine energetische Sanierung nicht mehr stemmen können, wenn dies die Nebenkosten senkt. Sie können dann auch für drei Monate ihre Miete wegen Baulärms nicht mindern. Elf Prozent der Sanierungskosten können weiter jährlich auf die Miete umgelegt werden, allerdings darf sie nicht über das Niveau vergleichbarer Wohnungen hinausschießen.

Auch Stärkung der Rechte bei Miet-Nomaden

Mit der Reform wolle man den "schlafenden Riesen" der Energieeffizienz im Gebäudebereich wecken, sagte Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP). Bauminister Peter Ramsauer (CSU) ergänzte, damit komme man bei der Energiewende einen große Schritt voran. "Wir stärken die Rahmenbedingungen für Investitionen. Zugleich werde auch das soziale Gleichgewicht gewahrt. Die Immobilienwirtschaft hatte in der Vergangenheit wiederholt eine höhere Umlage auf die Mieter bei Sanierungen ins Gespräch gebracht.

Die Vermieter werden nach dem Gesetzentwurf zudem besser gegen sogenannte Mietnomaden geschützt. Mietnomaden wechseln häufig Wohnungen, nachdem sie monatelang nicht gezahlt hatten. Bei Prozessen sollen sie jetzt verpflichtet werden, die aufgelaufene Miete als Kaution zu hinterlegen. Räumungen per Gerichtsvollzieher sollen zudem erleichtert werden.

Umgekehrt will die Regierung Mieter besser vor der Umwandlung ihrer Wohnungen in Eigentum schützen. So soll ausgeschlossen werden, dass sich Personengesellschaften mit dem Ziel zusammenfinden, ein Mietshaus zu kaufen und dann auf Eigenbedarf für ihre Mitglieder zu klagen.

Das Messie-Haus

  1. Seite 1: Vermieter sollen Sanierungskosten stärker auf die Mieter abwälzen dürfen
    Seite 2: Mieterbund warnt vor hohen Mehrkosten für Mieter

1 | 2



Kommentare
23.05.2012
15:52
Tja,ist denn schon Sommerloch?
von hamicha | #1

..."eine energetische Sanierung nicht mehr stemmen können, wenn dies die Nebenkosten senkt"...
Ist doch wohl schon ein paar Jährchen gültig.
Mal wieder Mieter ein bisschen verunsichern ?
Und zu den Mietnomaden :
Welcher Vermieter soll denn da eingelullt werden,daß die "...die aufgelaufene Miete als Kaution hinterlegen. Räumungen per Gerichtsvollzieher sollen zudem erleichtert werden
"
Allein eine Räumung nach meinetwegen max. 5 Monaten sollte ohne grosse Fisimatenten durchsetzbar sein(juristische Einwände),denn wer 3 Monate seine Miete nicht zahlt,zahlt sie auch weiterhin nicht .
Und der Eigentümer zahlt eh alle Kosten,oder soll die künftig der Steuerzahler tragen,als eine Art Verdienstausfall und Risikoumschichtung.

1 Antwort
Vermieter sollen Sanierungskosten stärker auf die Mieter abwälzen dürfen
von amo17 | #1-1

"allerdings darf sie nicht über das Niveau vergleichbarer Wohnungen hinausschießen."

Da ist die Schwachstelle. Die sanierte Wohnung hat gegenüber der unsanierten keinen großen Vorteil im Mietspiegel, wenn die Miete aufgrund z.B. von Lage eh niedrig ist.
Der monetäre Vorteil ist aber für jede Wohnung der gleiche.

Aus dem Ressort
"Uber" wehrt sich gegen bundesweites Verbot seiner Taxi-App
App-Verbot
Der neue Fahrdienst "Uber" bekommt Gegenwind: Das Landgericht Frankfurt hat die App per einstweiliger Verfügung bundesweit gestoppt. Zur Freude der Taxi-Unternehmer — denn sie sahen in der Vermittlung privater Fahrdienste eine starke Konkurrenz. Doch Uber gibt sich nicht geschlagen.
Promi-Nacktfotos- Apple prüft möglichen "iCloud-Hack"
Sicherheit
Dutzende Nacktfotos von Prominenten kursierten in den vergangenen Tagen im Internet — die Quelle ist bislang unklar. In Foren wurde Apples iCloud ins Gespräch gebracht. Jetzt prüft Apple vorsichtshalber die Sicherheit des Speicherdienstes.
Warnstreiks bei der Bahn am Montag von 18 bis 21 Uhr
Tarifkonflikt
Im Kampf um mehr Geld hat die Lokführer-Gewerkschaft GDL kurzfristig Warnstreiks angekündigt: Noch am Montag sollen Lokführer, Zugbegleiter und andere Bahn-Beschäftigte bundesweit die Arbeit niederlegen. Der Warnstreik solle mit Rücksicht auf "die vielen Wochenendreisenden" von 18 bis 21 Uhr laufen.
Schreckgespenst Deflation – Was Verbraucher wissen müssen
Preise
Die Verbraucherpreise steigen kaum noch. In Deutschland verharrt die Teuerungsrate auf einem niedrigen Niveau. In Europa fallen in manchen Ländern sogar die Preise. Die Angst vor einer Deflation wächst. Die wichtigsten Fragen und Antworten zumThema.
Woran Sie künftig einen guten Staubsauger erkennen können
EU-Vorgaben
Ab 1. Septemberdürfen in der EU nur noch Staubsauger mit weniger als 1600 Watt verkauft werden. 2017 sinkt die Obergrenze dann auf 900 Watt. Zudem zeigt ein neues Energielabel dem Käufer, ob das Gerät ein Stromfresser ist. Die Hersteller fühlen sich gegängelt, Verbraucherschützer jubeln.
Umfrage
Bastian Schweinsteiger wird neuer Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Was halten Sie von der Entscheidung?

Bastian Schweinsteiger wird neuer Kapitän der Fußball-Nationalmannschaft. Was halten Sie von der Entscheidung?

 
Fotos und Videos
Foodwatch sucht die größte Werbelüge
Bildgalerie
Windbeutel 2014
Wie Wirte ihre Gäste betrügen
Bildgalerie
Gastronomie
Handys im Wandel der Zeit
Bildgalerie
Technik