Unisex-Tarife machen Versicherungen oft teurer
11.01.2013 | 11:47 Uhr 2013-01-11T11:47:06+0100
Henstedt-Ulzburg. Bei Krankenversicherungen zahlen Männer jetzt deutlich mehr, Frauen dagegen kaum weniger: Einer Untersuchung zufolge werden Versicherungen durch Unisex-Tarife für Kunden teurer. Die Anbieter hätten übervorsichtig kalkuliert, sagen Verbraucherschützer. Sie machen den Versicherten aber Hoffnung.
Der Abschluss einer neuen Versicherung ist seit Einführung der geschlechtsneutralen Tarife im Dezember nach Angaben von Verbraucherschützern in vielen Fällen teurer geworden. Es habe sich die Sorge bestätigt, dass die Versicherer mit der Umstellung auf die neuen Tarife die Beiträge in vielen Fällen nur angehoben und nicht gesenkt hätten, sagte Thorsten Rudnik, Vorstandsmitglied des Bundes der Versicherten (BdV) am Freitag in Henstedt-Ulzburg nahe Hamburg. Die Versicherer hätten die Beiträge häufig "dem höheren Niveau angepasst".
Hintergrund sei, dass die Versicherer "übervorsichtig" kalkuliert hätten, sagte Rudnik. Bislang sei aber nicht davon auszugehen, dass ein Missbrauch seitens der Unternehmen vorliege. Die Finanzaufsicht BaFin würde bei einer Untersuchung "sicher keinen Missstand feststellen, dass Versicherer Beiträge zu hoch kalkuliert haben". Auch sei "nicht zu vermuten, dass es Preisabsprachen gegeben hat".
Seit kurzem dürfen in weiten Teilen nur noch „Unisex-Tarife“ angeboten werden. Das heißt, keine Differenzierung mehr nach Geschlecht. Für einige Versicherungstypen hat das kaum Auswirkungen, für manche bedeutet es, dass sie über 50 Prozent teurer werden dürften. Ein Überblick.
Versicherungstarife könnten mittelfristig wieder sinken
Für Verbraucher gebe es auch die Hoffnung, dass die Versicherer ihre Tarife wieder senkten, sagte Rudnik: "Da wird sich sicherlich noch einiges bewegen." In fast allen Versicherungssparten konkurrierten bis zu 50 Anbieter miteinander, die den Wettbewerb ständig beobachteten. "Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Versicherer entdecken, dass noch Spielraum besteht."
Rudnik bezog sich auf eine am Mittwoch veröffentlichte Untersuchung des Finanzanalyseunternehmens Morgen & Morgen. Die Studie hatte ergeben, dass beispielsweise private Krankenversicherungen für 30-jährige Frauen kaum günstiger wurden, während Männer bei Neuverträgen über 100 Euro Aufschlag zahlen müssen.
Risikolebensversicherungen waren für Männer bislang teurer
Bislang gab es bei vielen Versicherungen unterschiedliche Tarife für Frauen und Männer. Bei Risikolebensversicherungen etwa mussten Männer bislang höhere Beiträge als Frauen zahlen. Seit dem 21. Dezember bieten die Versicherer in Deutschland aber nur noch geschlechtsneutrale Tarife an. Hintergrund ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Dieser hatte entschieden, unterschiedliche Tarife für Männer und Frauen seien diskriminierend. (afp)

10:00
Was müssen sich die Vertreter der Versicherungsbranche heiser gelacht haben, als die EU diesen Trick 17 mit Selbstverar***ung betrieben hat. Das hatten sie sicherlich noch nie, dass die Kunden (oder deren selbsternannte Vertreter) selber um Beitragserhöhungen betteln.
Es gibt ja diverse Listen der kuriosesten Schadenanzeigen usw. Aber dieser Tritt zwischen die eigenen Beine der Versicherten, ist wirklich der Höhepunkt dabei.
Mal sehen, wann die Diskriminierung der Benzinpreise von der EU gergelt wird. Es ist dem Diesel oder anderen günstigeren Treibstoffsorten ja auch nicht zuzumuten, diese stiefmütterliche Behandlung gegenüber teureren Sorten zu ertragen. Am besten ein Unisex-Preis von 5.- Euro pro Liter, damit endlich Gerechtigkeit herrscht ...
17:58
Kommt mir doch irgendwie bekannt vor - hatten wir diese allgemeine Verteuerung nicht schon vor 12 Jahren bei der Euro-Einführung ?!?
15:56
Den Argumenten von #1 und #2 kann ich mich nur anschließen. Es ist kein Argument zu ausgelutscht, um nicht für eine Erhöhung herangezogen zu werden. So eine Steilvorlage muss doch jede Versicherung verwenden. Ich bin der festen Meinung, dass die Sache mit dem Unisex-Tarif von den Versicherungslobbyisten so vorgeschlagen wurde.
15:33
Irgendwann müssen wohl auch Friseure Unisex-Tarife anbieten.
Hoffentlicvh gibts auch bald wieder unisex Parkplätze.
14:05
Das ganze ist doch logisch und offensichtlich: Die Einladung mit der Unisex-Umstellung eine drastische Tariferhöhung zu tarnen haben die Versicherer gerne angenommen.
13:16
Als wenn das nicht zu erwarten gewesen wäre - die Vorgabe war GLEICH nicht GLEICH NIEDRIG . So eine Chance lassen sich die Versicherer sicherlich nicht entgehen. Da wird sich noch einiges bewegen ?? Träumt weiter