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Verbraucherschutz

Unerwünschte Werbe-Anrufe - wie Verbraucher am Telefon terrorisiert werden

25.03.2013 | 11:20 Uhr
Unerwünschte Werbe-Anrufe - wie Verbraucher am Telefon terrorisiert werden
Unerwünschte Werbe-Anrufe sind seit 2009 verboten. Das hält Unternehmen jedoch kaum davon ab, Verbraucher ungefragt per Telefon zu kontaktieren. Manch ein Verbraucher wird mit mehreren Anrufen pro Tag regelrecht terrorisiert.Foto: Thinkstock

Essen.  Mit schärferen Regeln wollte die Bundesregierung unerwünschte Telefonwerbung eindämmen. Doch strengere Gesetze und höhere Strafen schrecken offensichtlich nicht ausreichend ab. Verbraucherschützer klagen, dass Werber immer aggressiver und perfider vorgehen, um arglose Verbraucher abzuzocken.

Das Telefon klingelt, die Nummer im Display: nicht bekannt. Man hebt ab, nennt seinen Namen, kurze Stille - und dann setzt ein Call-Center-Agent an zu seinem Monolog. Er habe da ein tolles Mobilfunk-Angebot, topexklusiv, einen Monat kostenlos, danach supergünstig und bei Nichtgefallen ganz einfach zu kündigen... Undsoweiterundsofort. Wer kennt das nicht?!

So oder ähnlich laufen die Anrufe ab, die Tag für Tag unzählige Verbraucher in Deutschland Zeit und Nerven kosten - und im schlimmsten Fall viel Geld. Mitte 2009 wurden die Regeln für solche Telefonate verschärft: Werbe-Anrufe ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung sind seitdem verboten. Allein: "Verbessert hat sich dadurch nichts", urteilte die Verbraucherzentrale NRW erst Anfang dieses Jahres.

Anrufer werden "immer aggressiver und perfider"

Zwar sind die von der Bundesnetzagentur verhängten Strafen für Telefonwerber von 2009 bis 2011 deutlich gestiegen. Der Strom unerwünschter Anrufe unseriöser Firmen reiße nicht ab, klagten jedoch die Verbraucherschützer. Allein 9000 Betroffene haben zwischen Juni und September 2012 an einer Befragung der Verbraucherzentralen teilgenommen - und das sei nur ein "Bruchteil der durch Telefonwerbung belästigten Verbraucher".

13 Werbe-Anrufe erhielten die Befragten im Durchschnitt pro Woche, fast ausnahmslos empfanden sie die Telefonate als störend. Meist wollen die Anrufenden irgendwelche Gewinnspiele oder Dienstleistungen verkaufen, Telefon- oder Stromverträge. Die Vorgehensweisen würden dabei "immer aggressiver und perfider", resümierten die Verbraucherzentralen nach ihrer Umfrage.

Betrüger geben sich am Telefon als Verbraucherschützer aus

Denn: Zunehmend versuchen Betrüger, gerade mit der Angst der Verbraucher vor Abzocke Geld zu machen. Sie geben sich als Verbraucherschützer, Anwälte oder gar Behörden aus, versprechen Hilfe oder vermeintlichen Schutz gegen Verträge, die es gar nicht gibt. So schwatzen sie arglosen Bürgern teure Verträge und Abos auf oder ergaunern ihre Kontodaten. "Für Menschen, die leicht einzuschüchtern sind, sind diese Anrufe ein großes Problem", sagt Julia Rehberg, Juristin bei der Verbraucherzentrale Hamburg.

Dass die Rufnummernunterdrückung mittlerweile seit Jahren verboten ist - hilft in den Augen der Juristin nicht: "Das ist Augenwischerei", sagt Rehberg. Heutzutage sei es "gar kein Problem, da Rufnummern drüberzusetzen". Call-ID-Spoofing heißt die Methode, vor der auch die Bundesnetzagentur warnt. Der Anrufende sorgt dafür, dass nicht seine tatsächliche Nummer beim Angerufenen im Telefondisplay erscheint, sondern eine andere. Die kann nicht-existent sein - oder aber anderen, seriösen Stellen gehören. Für Verbraucherschützerin Rehberg vermittelt die Pflicht zum Rufnummer-Senden so nur "eine Scheinsicherheit".

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Kommentare
08.04.2013
07:07
Unerwünschte Werbe-Anrufe - wie Verbraucher am Telefon terrorisiert werden
von cajunX | #40

Seit Jahrzehnten gibt es die Robinsonlisten und ich kann bestätigen, daß ich keine unerwünschten Anrufe mehr bekomme, seit ich mich vor 20 Jahren...
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Unerwünschte Werbe-Anrufe - wie Verbraucher am Telefon terrorisiert werden
Unerwünschte Werbe-Anrufe - wie Verbraucher am Telefon terrorisiert werden
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http://www.derwesten.de/wirtschaft/verbraucher/unerwuenschte-werbe-anrufe-wie-verbraucher-am-telefon-terrorisiert-werden-id7751826.html
2013-03-25 11:20
Verbraucherschutz, Telefonterror, unerwünschte Werbung, Werbe-Anrufe, Telefonwerbung, Verbraucherzentrale, Bundesnetzagentur, Datenmissbrauch, Datenschutz
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