Das aktuelle Wetter NRW 8°C
Warteschleifen

Mehr Schutz vor Abzocke bei Warteschleifen am Telefon

28.05.2013 | 12:16 Uhr
Mehr Schutz vor Abzocke bei Warteschleifen am Telefon
Kunden sollen vor hohen Rechnungen durch Telefon-Warteschleifen gechützt werden.Foto: dpa

Berlin.  Service-Nummern kosten Kunden oft nicht nur Geduld, sondern auch Gebühren für lange Warteschleifen. Am 1. Juni treten schärfere Schutzregeln dagegen in Kraft. Zulässig sind Warteschleifen dann nur noch bei Gratis-Nummern oder für Anrufe mit normalen Ortsvorwahlen. Die Grünen warnen aber vor Lücken.

Mit überteuerten Telefon-Warteschleifen soll nach Worten von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) zum 1. Juni Schluss sein. "Die Telekommunikationsbranche hatte mindestens acht Monate Zeit, sich umzustellen", sagte Aigner der Nachrichtenagentur dpa. Anrufer sollten für eine Nichtleistung auch nicht zahlen müssen. Am kommenden Samstag tritt die zweite Stufe einer gesetzlichen Neuregelung in Kraft. Zulässig sind Warteschleifen dann nur noch bei Gratis-Nummern oder für Anrufe mit normalen Ortsvorwahlen. Gestattet bleiben sie auch, wenn für den Anruf ein Festpreis berechnet wird.

Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn sagte der dpa, die Regelung gehe in die richtige Richtung, da horrende Kosten nicht mehr möglich seien. Sie wies darauf hin, dass Dialog-Ansagen mit einem Auswahlmenü aber weiterhin etwas kosten könnten. Dies sei "eine große Lücke, die die vielen schwarzen Schafe in der Branche ausnutzen werden".

Teure Warteschleifen sind schon lange ein Ärgernis

Verbraucherschützer beklagen seit längerem, dass in Warteschleifen von Servicenummern mit Vorwahlen wie 0180 oder 0900 teils Kosten von mehreren Euro zusammenkommen. Seit 1. September gilt bereits eine Übergangsregelung, wonach die ersten zwei Minuten einer Warteschleife kostenlos sein müssen. Die Änderungen sind Teil einer Reform des Telekommunikationsgesetzes, die 2012 beschlossen worden war.

Lesen Sie auch:
Kritik an neuem Gesetz zu Telefon-Warteschleifen

Ab 1. September sollen Verbraucher für die ersten zwei Gesprächsminuten in einer Service-Warteschleife nichts mehr zahlen müssen. Doch es gibt viele Schlupflöcher, wie die Anrufer dennoch kräftig zur Kasse gebeten werden können.

Aigner sagte, es sei zu hoffen, dass Warteschleifen künftig auch weniger Zeit kosteten. "Entscheidend ist, welchen Gegenwert man etwa bei einer Service-Hotline erhält." Stimmen müsse die Dienstleistung, für die man bezahle. (dpa)



Kommentare
Aus dem Ressort
Datenschützer warnen vor Fitness-Apps von Versicherungen
Fitness-Apps
Gesünder leben und bei der Krankenversicherung davon profitieren: Per Telemonitoring will Generali künftig Kundendaten über Fitness und Lebensstil erfassen. Verbraucherschützer sind alarmiert und sehen enorme Überwachungsgefahr. Mit einer Einführung ist in den kommenden 12 bis 18 Monaten zu rechnen.
Warum der Preis einer Jeans nichts über die Qualität aussagt
Verbraucher
Ein T-Shirt für 4,90 Euro und ein Shirt der Edelmarke für 49,50 Euro – kann man da auf Anhieb einen Qualitätsunterschied feststellen? Nein, sagen Experten. Gemessen an der Güte der Textilie ist das teure Shirt keinesfalls zehn Mal so viel wert. Die Kalkulation der Hersteller aber ist ein Geheimnis.
Zwei Millionen Deutsche noch ohne neue Gesundheitskarte
Gesundheitskarte
Ab dem 1. Januar 2015 haben zwei Millionen Menschen Probleme beim Arztbesuch. Denn sie besitzen noch keine elektronische Gesundheitskarte. Doch nur diese ist dann samt Foto und Datenspeicherung gültig. Das bestätigte nun das Bundessozialgericht. Gegen die Gesundheitskarte hatte ein Rentner geklagt.
Zinsen zu gut – LBS in NRW will Tausenden Kunden kündigen
Bausparen
Nicht jeder Bausparer will den Traum einer eigene Immobilie verwirklichen. Manche sind vor allem an guten Zinsen für ihr Erspartes interessiert. Einige Bausparkassen mögen das nicht länger dulden. Die LBS West etwa droht jetzt mehreren Tausend Kunden in NRW, ihnen die Bausparverträge zu kündigen.
Mieter verursacht Brand - Vermieter muss Schaden zahlen
Urteil
Welche Rechte hat ein Mieter nach einem Wohnungsbrand? Der BHG hat am Mittwoch geurteilt: Der Vermieter muss die Beseitigung des Schadens übernehmen – und der Mieter darf unter bestimmten Umständen die Miete mindern. Auch, wenn er den Brand selbst verursacht hat.
Umfrage
Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

Viele Manager von städtischen Unternehmen verdienen mehr als eine halbe Million Euro im Jahr. Die Einkommen richten sich nach Branche, Unternehmensgröße und Umsatz. Finden Sie die hohen Gehälter angemessen?

 
Fotos und Videos
Foodwatch-Wahl zur größten Werbelüge
Bildgalerie
Windbeutel 2014
Das sind iPhone 6 und Apple-Watch
Bildgalerie
Apple-Neuheiten
Wie Wirte ihre Gäste betrügen
Bildgalerie
Gastronomie