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Greenpeace findet Schadstoffe in Jack-Wolfskin-Regenjacken

29.10.2012 | 13:41 Uhr
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat Schadstoffe in Regenjacken gefunden.Foto: dapd

Hamburg.  Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat Schadstoffe in Regenjacken gefunden. In der Untersuchung konnten in 14 Outdoor-Artikeln potenziell gefährliche Chemikalien nachgewiesen werden. So war in vielen Produkten von Markenherstellern z. B. die gesundheitsschädliche Perfluoroktansäure.

Ob beim Wandern, Skifahren oder im Sandkasten - wetterfeste Kleidung soll Groß und Klein vor Regen und Auskühlung schützen. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace enthalten Outdoor-Jacken und -hosen jedoch oft gesundheits- und umweltschädliche Chemikalien. Die Outdoor-Branche müsse bei der Produktion entgiften und gefährliche Chemikalien durch umweltfreundliche Alternativen ersetzen, fordert Greenpeace am Montag.

Zwei unabhängige Labore untersuchten 14 Regenjacken und Regenhosen führender Outdoor-Marken für Kinder und Damen auf per- und polyfluorierte Chemikalien (PFC) sowie andere Schadstoffe wie Weichmacher und Tenside. In allen untersuchten Produkten von Markenherstellern wie The North Face, Patagonia und Jack Wolfskin seien PFC in Beschichtungen oder Membranen wie zum Beispiel Gore-Tex nachgewiesen worden, teilte Greenpeace mit. Auch hormonell wirksame Weichmacher aus der Gruppe der Phthalate fanden sich in allen Proben.

Chemikalien in menschlichen Blut und in Muttermilch nachgewiesen

PFC werden seit mehr als fünf Jahrzehnten künstlich hergestellt und breiten sich laut Greenpeace weltweit über die Luft und Gewässerkreisläufe aus. Verantwortlich dafür sei unter anderem auch Outdoor-Kleidung, die mit wasser- und schmutzabweisenden PFC versehen sei. Das PFC gelange bei der Produktion sowie durch die Wäsche in Privathaushalten ins Abwasser.

Die Chemikalien sind so stabil, dass sie sich kaum oder gar nicht mehr aus der Umwelt entfernen lassen. Spuren finden sich daher laut Greenpeace heute im arktischen Polareis und in der Tiefsee. Auch im menschlichen Blut und in Muttermilch seien sie nachgewiesen worden.

In den menschlichen Körper gelangen sie über Nahrung, Luft und Trinkwasser. Die Aufnahme über die Haut ist laut Greenpeace eher gering. Tierversuche ergaben, dass einige PFC die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen. Das Umweltbundesamt setzt sich dafür ein, dass Perfluoroktansäure (PFOA) auf die Liste für besonders besorgniserregende Stoffe gesetzt wird.

30 Jahre Greenpeace

Greenpeace fordere die Textilhersteller im Rahmen der Kampagne "Detox" ("Entgiften") auf, die schädlichen Produktionschemikalien durch ungefährliche Alternativen zuersetzen. Bereits heute seien PFC-freie Materialien erhältlich, die von der Outdoor-Industrie weiterentwickelt werden müssten.

Jack Wolfskin reagiert auf Greenpeace-Studie

Verbrauchern, die auf wetterfeste Alternativen zurückgreifen wollen, rät Greenpeace zu Textilien mit Membranen aus Polyester wie zum Beispiel Sympatex und Polyurethan. Auch diese Kleidung sei winddicht, atmungsaktiv und halte einem starken heftigen Schauer stand. Auf Textillabel sei dabei nicht unbedingt Verlass: Mit Fluor beschichtete Produkte könnten trotz der bekannten Risiken für Umwelt und Gesundheit mit dem Öko-Text-Standard 100 ausgezeichnet werden.

Der Outdoor-Hersteller Jack Wolfskin erklärte, er unterstütze die Zielsetzung der Greenpeace-Kampagne. Das Unternehmen habe das Problem erkannt und alle Membrane auf PFC-freie Materialien umgestellt. Die Umstellung der wasserabweisenden Ausrüstung auf eine PFOA-freie Alternative könne aber erst Ende 2014 abgeschlossen sein. Deutschland ist mit einem Umsatz von über einer Milliarde Euro laut Greenpeace der größte europäische Markt für Outdoor-Produkte. (afp)



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