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Etikettenschwindel

Gekauftes Basilikum-Pesto schneidet bei Test oft mangelhaft ab

25.07.2013 | 08:35 Uhr
Gekauftes Basilikum-Pesto schneidet bei Test oft mangelhaft ab
An selbstgemachtes Pesto aus frischen Zutaten kommen die meisten Fertig-Varianten aus dem Supermarkt nicht heran.Foto: Marc Albers (Archiv)

Berlin.  Kaum ein fertiges Basilikum-Pesto kann mit einem selbstgemachten mithalten. Jedes dritte Produkt ist sogar "mangelhaft". Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest nach einer Untersuchung von 30 Basilikum-Soßen. Nur eine einzige kam geschmacklich an eine der hausgemachten Alternative heran.

Keime, schlechter Geschmack und ein gefährlicher Schadstoff: Jedes dritte von der Stiftung Warentest untersuchte Basilikum-Pesto fiel mit der Note "mangelhaft" durch, wie die Zeitschrift "test" am Donnerstag in ihrer August-Ausgabe berichtete. Die Tester nahmen insgesamt 30 Pastasoßen mit Basilikum unter die Lupe. Nur drei erreichten das Qualitätsurteil "gut".

Fünf der sechs traditionellen Pesto Genovese im Test betreiben laut Stiftung Warentest Etikettenschwindel, weil sie teure Zutaten ganz oder teilweise durch preiswertere ersetzen. Sie verwenden demnach Sonnenblumen- statt Olivenöl, Cashew- statt Pinienkerne, Kartoffelflocken oder Weizengrieß statt Parmesan und Pecorino.

Pesto Basilico von Hilcona als Testsieger

Geschmacklich reiche nur das Frische Pesto Basilico von Hilcona für 2,08 Euro je 100 Gramm an eine hausgemachte Soße heran, heißt es in der Zeitschrift "test" (Ausgabe 8/2013).

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Günstiger und ebenfalls "gut" seien Casa Morando Pesto Verde von Aldi (Nord) für 63 Cent je 100 Gramm und Pesto alla Genovese von Rewe für 78 Cent je 100 Gramm. Die übrigen 27 Produkte schnitten allesamt schlechter ab, elf erhielten nur das Qualitätsurteil "mangelhaft".

Bambusfasern und Keime im Fertig-Pesto

Als Alternative zum Original bietet der Handel Basilikumzubereitungen als Pesto alla Genovese oder Pesto Verde an. Viele der Nudelsoßen fielen im Geschmack durch, in einem Pesto fanden die Tester unzulässige Bambusfasern und in einem anderen, besonders teuren Produkt sogar Verderbniskeime.

Im Biopesto einer Schweizer Firma wurde der potenziell krebserregende Schadstoff Anthrachinon nachgewiesen, der in der EU nicht als Pestizid zugelassen ist. Die analysierte Menge war demnach 80-mal so hoch wie der zulässige Höchstgehalt. Bereits vor Erscheinen des Tests warnte die Stiftung Warentest vor dem Verzehr und informierte den Anbieter, der das Produkt sofort zurückrief. (afp/dpa)



Kommentare
26.07.2013
17:09
Zu bequem
von raimont | #4

Wer sich fertiges Basilikumpesto kauft, ist schlicht und ergreifend zu bequem, es mit geringem Aufwand in wenigen Minuten selbst herzustellen. Am einfachsten ist die Herstellung mit kaltgepresstem Rapsöl etwas Salz und natürlich sehr klein gehackte Basilikumblätter.
Alle zusammen in ein Schraubglas geben, darauf achten dass die gehakten Basilikumblätter mit Öl bedeckt sind. Das Pesto lässt sich dann mehrere Wochen im Kühlschrank lagern. Wer will kann die Mischung noch mit gerösteten Pinienkerne veredeln. Der Phantasie sind keine Grenze gesetzt.

1 Antwort
Gekauftes Basilikum-Pesto schneidet bei Test oft mangelhaft ab
von Spatenklopper | #4-1

Hmm..

Bei hochwertigen Zutaten und grade in ein Pesto gehört kein Rapsöl.

25.07.2013
14:01
Gekauftes Basilikum-Pesto schneidet bei Test oft mangelhaft ab
von DieWaage1964 | #3

Wieso werden hier keine Firmen beim Namen genannt? Dan hat das Spiel ein Ende.

2 Antworten
Gekauftes Basilikum-Pesto schneidet bei Test oft mangelhaft ab
von Catman55 | #3-1

Wieso? Es werden doch Namen genannt: http://www.test.de/Basilikum-Pesto-Fertigsossen-weit-weg-vom-Original-4581374-0/

Gekauftes Basilikum-Pesto schneidet bei Test oft mangelhaft ab
von Hoerer | #3-2

Der Artikel ist eigentlich Werbung für einen ausführlicheren Artikel bei Stiftung Warentest. Für 2,50 € können Sie nachlesen, welches Produkt wie bewertet wurde.

25.07.2013
13:57
Gekauftes Basilikum-Pesto schneidet bei Test oft mangelhaft ab
von KarlLaforce | #2

Das wundert kaum, da die pasteurisierte Ware lange halten muss. Man nehme alternativ einfach frisch gewaschene Basilkum Blätter, etwas frische Petersilie, in Ölivenöl hellbraun geröstete Pinienkerne, frisch geriebenen Parmesan, Ölivenöl, Salz, einen Spritzer Zitrone und schwarzen Pfeffer in einem Mixer und bereite sich so frisches Pesto Genovese, dass in dicht verschlossenen Glasbehältern auch gut im Kühlschrank noch einige Tage gelagert werden kann.

4 Antworten
Gekauftes Basilikum-Pesto schneidet bei Test oft mangelhaft ab
von Catman55 | #2-1

Es ist wohl Geschmackssache, aber es gehören weder Petersilie dort rein noch werden Pinienkerne geröstet. Die gewaschenen Basilikumblätter gut abtrocknen und im Mörser zerstossen. Mixer vermust zu sehr. Meint mein Sizilanischer Arbeitskollege und ich gebe ihm recht.

@ catman
von KarlLaforce | #2-2

Das erwähnte Rezept nennt sich auch "Genovese" - also nach Art von Genua. Die Genuesen sind eben reicher als die Sizilaner und verwenden mehr Zutaten. Der Anteil der Petersilie beträgt - je nach Geschmack - etwa 1/5 des Basilikums. (500 g) - und richtig - grobes Mixermesser verwenden und nicht zu lange mixen, da es sonst zu breiig wird.

Ach so - braun geröstete Pinienkerne machen aus dem Pesto bei höherem Anteil die Variante "a la Duce" .......

Gekauftes Basilikum-Pesto schneidet bei Test oft mangelhaft ab
von Catman55 | #2-3

Deshalb schrub ich auch "Geschmackssache". Aber Variante "a la Duce" klingt recht französisch / katalanisch.

Mit allem stimme ich mit ihm auch nicht überein. Z.B. ist "seine" echte Pizza mit Tomate, Mozzarella und frischem Basilikum - Margerita. Die Landesfarben. Alles andere sind nur Varianten.

Gekauftes Basilikum-Pesto schneidet bei Test oft mangelhaft ab
von Hoerer | #2-4

"a la Duce" klingt nicht französisch oder katalan, das klingt nach braun, Faschismus, Mussolini. Schon mal Pommes a la Hitler bestellt?

25.07.2013
12:39
Gekauftes Basilikum-Pesto schneidet bei Test oft mangelhaft ab
von Syndikus | #1

Einmal mehr wird hier deutlich, dass Aldi-Produkte nicht generell als Billigprodukte abgestempelt werden sollten. Vielmehr ist die Qualitätskontrolle bei Aldi auch durch die Marktmacht des Unternehmens so durchschlagend, dass man dort oftmals bessere Produkte erhält als im Markenhandel. Si gibt es zum Beispiel kein Sahnejoghurt, dass mir persönlich so gut schmeckt wie das von Aldi. Und die Aldi-Pesto habe ich auch schon immer anderen Produkten vorgezogen. Ich darf mich also in meinem Geschmacksempfinden bestätigt fühlen!

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