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Verbraucher geben Geld für unnötige Versicherungen aus

24.06.2012 | 18:42 Uhr
Verbraucher geben Geld für unnötige Versicherungen aus
Eine Frau fuellt am Donnerstag (26.02.04) in Hannover einen Antrag auf Risikolebensversicherung aus. Foto: Kai-Uwe Knoth/ddp ### Imported per Email (2010-10-13 14:17) ### From: a.matheis@waz.de Subject: Content: null

Berlin.   Die Deutschen haben eine Vielzahl von Versicherungen abgeschlossen. Allerdings beobachten Experten, dass ein Großteil der Haushalte falsch versichert ist. Viele würden Geld für überflüssige Policen ausgeben.

Die Deutschen sind keine Versicherungsmuffel: Jahr für Jahr gibt jeder Deutsche im Schnitt 2100 Euro für private Versicherungen aus, rechnet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) vor.

Rund 450 Millionen Policen sind im Umlauf. Das bedeutet nicht, dass alle Bürger gut versichert wären. „Unsere Erfahrung zeigt, dass 90 Prozent aller Haushalte falsch versichert sind“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). „Viele geben Geld für überflüssige Versicherungen aus und vernachlässigen den Schutz, der wirklich wichtig ist“, ergänzt die Stiftung Warentest. Während mögliche Sachschäden meist übertrieben abgesichert werden, verzichtet rund ein Drittel aller Haushalte auf die dringend notwendige Privathaftpflicht. Dies hat meist nur am Rande mit hohen Kosten zu tun. So gibt es eine Haftpflichtversicherung ab 60 Euro im Jahr – weniger, als viele für eine Handyversicherung ausgeben.

Private Haftpflicht sollte jeder haben, raten Experten

Während Sachversicherungen oft überflüssig sind, empfehlen Experten unbedingt den Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung. Sie schützt vor existenziellen Risiken, wenn fremdes Eigentum oder andere Menschen geschädigt werden. Die Deckungssumme sollte mindestens drei Millionen Euro betragen, rät die Stiftung Warentest. Dringend empfehlenswert ist auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Wenn die Arbeitskraft wegen eines Unfalls oder einer Krankheit schwindet oder verloren geht, steht die Versicherung mit einer Rente ein. Sie ist der Unfallversicherung überlegen, weil diese keine Krankheitsrisiken absichert. Verbraucher, die sich beide Versicherungen nicht leisten können oder wollen, fahren besser mit einer Berufsunfähigkeitspolice, sofern eine Vorerkrankung nicht zu einem Ausschluss oder untragbar hohen Monatsbeiträgen führt.

Risikolebensversicherung für Familienväter ein Muss

Zu den weiteren unverzichtbaren Policen gehört für viele eine Risikolebensversicherung. Sie ist für Menschen wichtig, die für andere sorgen. Während der allein lebende Student sicher noch keine Lebensversicherung braucht, so ist sie für den Familienvater ein Muss. Sie bewahrt die Angehörigen im Todesfall vor einer finanziellen Katastrophe. Vorsicht bei der Versicherungssumme. Sie ist meist zu gering. Nach Beobachtung des BdV sind Verträge mit Versicherungssummen unter 100 000 Euro keine Seltenheit. Bianca Boss rät zu einer Versicherungssumme von mindestens 200 000 Euro – günstige Policen für einen 30-jährigen Nichtraucher seien schon ab 270 Euro im Jahr zu haben.

Peter Hahne


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