Verbot unbezahlter Praktika - Wirtschaft lehnt ab
01.09.2010 | 14:15 Uhr 2010-09-01T14:15:00+0200
Brüssel.Vorstoß in der EU gegen die Ausbeutung von Praktikanten: Die Grünen-Frau Emilie Turunen fordert ein Verbot unbezahlter Praktika. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag lehnt dies ab: Die Generation Praktikum sei ein Mythos.
Forderungen des EU-Parlaments nach einer verpflichtenden Bezahlung für Praktikanten stoßen in der deutschen Wirtschaft auf Skepsis. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) unterstützt zwar die Idee einer Qualitätscharta für Praktika, fürchtet aber, Vorgaben zum Gehalt würden zu Kürzungen der Praktikumsplätze führen.
Kurz vor der Sommerpause hatten die Europaabgeordneten einen Bericht der Grünen Emilie Turunen angenommen. Darin fordert die 26-jährige Dänin ein Grundgehalt zur Abdeckung der Lebenshaltungskosten, soziale Absicherung und eine „Europäische Qualitätscharta mit Mindestanforderungen für Praktika einzurichten, um deren Bildungswert zu sichern und Ausbeutung zu vermeiden“. Die Politikerin beklagt, die Schnupper-Stellen würden zunehmend volle Arbeitsplätze ersetzen.
„Die Generation Praktikum ist ein Mythos“
Eine Analyse, die Kevin Heidenreich, Hochschulexperte beim DIHK, nicht teilt. Zwar gebe es durchaus schwarze Schafe, die Praktikanten unter unfairen Bedingungen beschäftigen, dabei handele es sich aber um einen „ganz geringen Anteil“. Schüler oder Studenten in frühen Semestern können seien ohnehin kein Ersatz für vollwertige Arbeitskräfte. Und wer über Monate hinweg wie ein regulär Beschäftigter eingesetzt werde, habe zumindest in Deutschland laut Berufsbildungsgesetz bereits jetzt das Recht, eine Einstellung einzuklagen.
In der Praktikumsschleife hängen entgegen landläufiger Meinung ohnehin die wenigsten, stellt eine Studie der Uni Kassel fest. Durchschnittlich drei bis vier Monate brauchen Uni-Absolventen, um eine Stelle zu finden. Direkt nach Studienabschluss waren nur vier Prozent als Praktikanten beschäftigt. „Die Generation Praktikum ist ein Mythos“, folgert Heidenreich.
Für eine Qualitätscharta allerdings werben auch der DIHK und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Praktikanten müssten angelernt werden und sollten für den Aufenthalt am Einsatzort auch finanziell unterstützt werden, so Heidenreich. Insgesamt verteidigt er die Institution Praktikum: Innerhalb der eher theoretisch ausgerichteten Studiengänge in Deutschland profitierten sowohl Studenten als auch Firmen von frühzeitigen Exkursen in die Arbeitswelt. „Während der Studienzeit ist das immer gut“, resümiert er.

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17:04
Ich kenne Praktikanten die ihre Nachfolger angelernt haben...
14:59
Ich finde auch, dass man bei Praktika differenzieren muss. Generell ist ein Praktikum ja zum Lernen da, aber auch wenn man noch nicht viel beitragen kann, wäre eine kleine Aufwandsentschädigung ganz nett. Zumindest die Fahrtkosten. Da spreche ich natürlich nicht von den 6-12 monatigen Praktika. Dass die nicht bezahlt werden, obwohl die Praktikanten vollen Einsatz bringen (müssen), ist wirklich eine Unverschämtheit!
Ich mache momentan selbst ein sechswöchiges Praktikum und bekomme keine Vergütung. Allerdings habe ich bereits nach der ersten Woche Unterlagen für die Firma erstellt, die sie in Zukunft nutzen werden. Vorgaben hatte ich dafür keine, weil die Firma so etwas selbst noch nie vorher gemacht hat - ich aber schon, in meinem letzten Semester. Fragt sich wer hier von wem lernt....
15:39
Wenn ich auf meine langjährige Berufspraxis zurückblicke, waren Praktikanten immer nur billige Arbeitskräfte und wurden gern für die Ferienzeit eingestellt.
Und wenn von dem DIHK von einem Mythos geredet wird, sind diese Herrschaften immer noch nicht in der Realität angekommen. Entweder, ich beende mein Studium erfolgreich und deklariere mich im Lebenslauf als arbeitssuchend, oder ich absolviere ein Praktikum nach dem anderen, damit es in der Vita keine Lücken gibt.
Solange es in der Wirtschaft weder Ethik noch Moral gibt, nutzt das Leugnen des DIHK nichts.
13:37
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag lehnt dies ab: Die Generation Praktikum sei ein Mythos.
Na ich weiß ja nicht, überall wo man sich heutzutage bewirbt wird immer ein Praktikum verlangt, versucht doch mal eine Ausbildungstelle bei MC Donalds zu bekommen, na dann kann man erstmal ein Jahrespraktikum machen bevor man überhaupt in Betracht gezogen wird. Dann gibt es unmengen von Betrieben die jeden Monat neue Festangestellte suchen, ruft man da an, bekommt man netterweise direkt ein Termin zur Probearbeit, nachdem man dann einen Monat da kostenfrei gearbeitet hat bekommt man mit viel Glück noch ein Minijob angeboten oder direkt gesagt tut uns leid das passt nicht, die gleiche Firma sieht man ab nun immer da drin stehen, es gibt Firmen die suchen seit einen Jahr, haben aber immer mind. 2 Praktikanten dort. Da kann man mir doch nicht sagen tut uns leid zwischen den letzten 50 Praktikanten war nichts bei, vor allen wenn es um leichte Tätigkeiten wie bedienen geht.
Wie kommts denn das viele auf ihren Lebensläufen weitmehr Praktikas als Berufserfahrung angeben als feste Arbeitsstellen?
Auch wenn Praktikas durchaus sinnvoll sein können um seinen richtigen Berufsweg zu wählen und die Firmen auch sehen das der Bewerber passt, so glaub ich nicht das man für diese Vorstellung 1 Jahr braucht!
Sinnvoller wäre es Praktikas bis 18 anzubieten, um die Berufswahl für Jugendliche zu erleichtern und danach Grenzen gesetzt wie lange so ein Praktikum dauern darf, was der Praktikant im Geschäft erledigt (kommt nämlich auch häufig grad in der Gastronomie vor das Praktikanten ganze Gesellschaften alleine bis in die frühen Morgenstunden betreuen muss, und das kann nicht im Sinne der ERfinders sein, das alle Festangestellten und Chef im Feierabend sind, während der Praktikant den Rest macht) und vor allem wie oft die Firmen Praktikanten ranziehen und wieivel tatsächlich hinterher eingestellt werden, könnte wetten da könnten einige Firmen dicht machen!
10:47
Alles ein Mythos, genau wie die Arbeitslosigkeit ja auch ein Mythos ist und dass seit der EURO-Einführung alles teuer wurde ist auch ein Mythos.
jetzt muss man nur noch schaffen, das dies auch noch einer glaubt.
09:59
Früher hieß es Leibeigenschaft, heute heißt es unbezahlte Praktika...
09:42
„Die Generation Praktikum ist ein Mythos“
ja nee isss klaaaa
die einen job haben und ueber vitamin B schon einen job ergattert haben
koennen garnicht nachempfinden welche ochsentour
da geritten werden muss
und ein wirtschaftsunternehmen fragen ob sie praktikanten-jobs ausnutzen macht genausoviel sinn
wie das kleine kind zu fragen ob es mit der hand in der kecksdose war
und deshalb ist es klar das unsere wirtschaft nicht auf die guten arbeitskraefte fuer LAU verzichten will!!!
;o)))
09:30
Also bei uns werden Praktikanten-Jobs angefragt. Unser Betrieb würde die von sich aus gar nicht anbieten, aber die Leute brauchen halt ein Praktikum aus dem einen oder anderen Grund.
Unsere Firma kostet der Praktikant ohnehin schon Geld, da er ja auch betreut werden muß.
Wenn wir für die Bereitstellung der Stelle nun noch zusätzliche Kosten bekommen, bieten wir es halt nicht mehr an und fertig.
Dann müssen die Studenten halt hilfsweise im Ausland nach Praktikantenstellen suchen.