Veltins gewinnt, Warsteiner verliert

Die Durststrecke für die deutschen Brauer ist vorerst vorbei: 2014 haben sie erstmals seit acht Jahren wieder mehr Bier als im Vorjahr gebraut und abgesetzt. Als mögliche Gründe für den wiedererwachten Bierdurst in Deutschland führt der Brauerbund das stabile Konsumklima, den kurzen Winter und das warme Wetter im Frühjahr und Frühsommer an. Und dann war da ja noch der WM-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft.

Laut der am Freitag veröffentlichten Statistik zur Biersteuer auf alkoholhaltige Sorten ist die Gesamtmenge um eine runde Million auf 95,6 Millionen Hektoliter angewachsen. Zu diesem Plus von etwa einem Prozent hat der Export mit 4,4 Prozent Zuwachs deutlich stärker beigetragen als der Bierdurst der Deutschen im Inland. Aber auch hier legte die Menge nach sieben rückläufigen Jahren erstmals wieder zu, wenn auch nur um 0,4 Prozent. Zudem sorgten Preiserhöhungen für steigende Umsätze der Brauereien, die zusätzlich noch rund fünf Millionen Hektoliter „alkoholfreies“ Bier ans Volk brachten.

Vom neuen Bierdurst profitierten aber längst nicht alle NRW-Brauereien. Dem Getränke-Fachmagazin „Inside“ zufolge verlor Warsteiner im vergangenen Jahr 8,4 Prozent an Absatz. Auch Krombacher verkaufte weniger Bier, allerdings hielt sich das Minus mit 0,6 Prozent in Grenzen. Veltins dagegen feierte im WM-Jahr ein dickes Absatzplus von 2,6 Prozent. Die größten Sprünge machten aber die bayrischen Brauer: Weißbier-Marktführer Paulaner steigerte seinen Absatz um 4,5 Prozent, Erdinger um 3,5 Prozent.