User müssen für illegale Downloads zu viel zahlen
30.04.2011 | 16:43 Uhr 2011-04-30T16:43:00+0200
Essen. Verbraucherschützer haben festgestellt, dass die Zahl der Abmahnungen illegaler Downloads im Internet ansteigt. Es habe sich ein Geschäftsfeld entwickelt, mit dem man gutes Geld verdienen könne. Sie warnen: Manche Forderung ist überhöht oder ungerechtfertigt.
Etwa 600 000 Abmahnungen gegen Urheberrechtsverletzungen sind 2010 in den Briefkästen deutscher Internetnutzer gelandet. Es ging um Forderungen von 412 Millionen Euro. Die Verbraucherzentrale NRW geht davon aus, dass die Zahlen weiter steigen werden.
„Der Verdacht drängt sich auf, dass Abmahnungen ein Geschäftsmodell geworden sind, mit dem sich viel Geld verdienen lässt“, sagt Urheberrechtsexperte Benjamin Zundel. Der Rechtsanwalt berät Abgemahnte im Aufrag der Verbraucherzentrale in Essen.
Wenn nicht kriminelle Trittbrettfahrer am Werk sind, kommen die Abmahnungen von großen Anwaltskanzleien. Laut Verbraucherzentrale haben sich etwa 40 darauf spezialisiert. Im Auftrag von Industrie oder Künstlern loggen sie sich in Internet-Tauschbörsen für Musik oder Filme ein und greifen IP-Adressen der Nutzer ab. Per Gerichtsbeschluss kommen sie an Namen und Adressen.
Gefordete Beträge sind oft überhöht
Wenig später ist die drastisch formulierte Post unterwegs, in der Schadenersatz und Anwaltsgebühren gefordert werden. „Das Urheberrecht ist schützenswert, der Musikindustrie entstehen durch illegale Downloads Millionen-Schäden“, sagt Benjamin Zundel. Dennoch rät der Experte zur Vorsicht. Die Forderungen seien mitunter unberechtigt. „Jeder Einzelfall muss untersucht werden, das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen“, sagt Margret Schulte von der Essener Verbraucherzentrale.
In der Regel schlagen die Anwälte den Abgemahnten einen Vergleich vor und legen eine Unterlassungserklärung bei. Verbraucherschützer warnen: Die Erklärungen haben Fallstricke, die geforderten Beträge sind oft überhöht. Der Gesetzgeber sieht vor, bei Bagatellfällen die Gebühren für eine Abmahnung auf 100 Euro zu begrenzen. Betroffene, so Margret Schulte, sollten schnell handeln und Rat einholen. Weil die Zahl der Fälle stetig zunimmt, bauen die Verbraucherzentralen in Nordrhein-Westfalen ihre Hilfsangebote derzeit aus.

20:09
Die soziale Randgruppe der Juristen erpresst mit ihrem Wissen den normalen Bürger. Und die Ausbildung wurde von diesem Bürger bezahlt.
Tolle Konstellation.
Eine Anzeige für ein Vergehen ist in Ordnung, aber Horrorgebühren für Rechtsanwälte ist Betrug. Und da es Juristen sind, Hacken sich die Krähen natürlich nicht die Augen aus. Keine Anklagen durch einen Staatsanwalt, keine Urteile durch einen Richter.
Diese Scheingesellschaft haben sich die Juristen aufgebaut in Deutschland.
13:11
#13 von Cleanup:
Völlig richtig. Ich habe selbst noch eine Sammlung von zig- alten Musikkassetten aus der Zeit, als ich fast jedes Wochenende stundenlang vor der Steroanlage saß und aufnahm, was mir gefiel. Heute habe ich meine Lieblingstitel digitalsiert auf der Festplatte, brenne von zeit zu Zeit eine wiederbeschreibbare MP3-CD für´s Auto, das war´s auch schon. Ich selbst lade zwar
gar nichts aus dem Internet herunter, habe allerdings schon diverse MP3-Titel von Freunden oder Kollegen bekommen, bei denen sich die ursprüngliche Quelle nicht nachvollziehen läßt. Aber Musik wurde zu allen Zeiten getauscht und kopiert, seit es Tonträger gibt. Der Musikindustrie
hat´s nie geschadet.
#12 von breeen:
Stümmt, bei dem Desktop-PC auf dem Foto fühlte ich mich auch in die 90er versetzt... ;-)
10:29
Früher konnten Musiktitel direkt aus dem Radio (z.B. WDR 2)ohne Qualitätsverlust aufgenommen werden (ohne rechtliche Einschränkungen). Heute haben findige Winkeladvokaten eine Marktlücke entdeckt, um der (klammen) Musikindustrie zu (noch) mehr Millionen zu verhelfen.
09:25
Zeigt doch wenigstens Jemanden, der einen Torrent-Client o.ä. benutzt. Die junge Dame auf dem Bild guckt sich eine Website an - das ist nicht illegal. Außerdem wäre ein aktuelleres Bild von Vorteil ;)
08:22
@10: Ja, ja, die arme Medienindustrie und ihre Horrormeldungen bzgl. CD-Verkäufe hat Angst, dass es demnächst weniger Partys gibt.
Fakten:
- Die Ausgaben für Medien sind gleich geblieben. Der Marktanteil der Musik ist zurückgegangen. Computerspiele haben Filme/Musik verdrängt.
- Früher musste man eine LP/CD mit 3 guten Liedern und n-fachen Billigmüll bezahlen. Heute kauft man nur dass, was man haben will.
- Die Content-Industrie wird durch viele Käufe alimentiert, die nichts mit ihrer Leistung zu tun haben (Drucker, CD-Rohlinge etc). Ich kopiere nichts illegal, zahle aber jedes Jahr einen Stolzen Pflichtbetrag an diese Industrie. Das mag ich überhaupt nicht!
- GEMA-Gebühren fließen hauptsächlich an die großen der Branche. Kleine Kreative erhalten relativ wenig!
- Wo bleibt die Kreativität der Content-Industrie? Die Lieder werden im Regelfall n-fach wiederverwertet.
- Wo bleibt das Online-Geschäftsmodell?
BTW: Wer viel Musik hört, hat die Möglichkeit, dies legal zu tun (z.B. Radio, Videoportale). Hier ist zu bemerken, dass dies nicht kostenlos ist, da über Gebühren (von Privatpersonen (GEZ) und Firmen) die Content-Industrie ebenfalls kassiert.
Spiele haben sehr hohe Produktionskosten. Wer die Preise für aktuelle Spiele nicht zahlen kann/will, kann auf ältere Versionen und Spiele in Zeitschriften zurückgreifen. Die gibt es sehr günstig.
Kurz: Das Abmahngeschäftsmodell ist nicht OK und muss politisch bekämpft werden.
03:51
pinky00
sie sind also jemand der meint anderen leute arbeit einfach so zum nulltarif herunterladen können.
ihr wollt doch qualität nicht wahr.
nur die wird es irgendwann nicht mehr geben wenn die illegalen kopierer soweitermachen.
ich würde mich in solch einem fall auch wehren wenn mein eigentum einfach tausendfach illegal im netz gepackt wird.
aber dafür habt ihr ja überhaupt keinen sinn.
ihr wollt es möglichst billig haben.
oder geht ihr zum nulltarif arbeiten.
wahrscheinlich nicht.
und die abmahnungen sind nicht zu hoch sondern noch zu niedrig.
es muß richtig weh tunso das sich im geldbeutel richtig bemerkbar macht.
und es muß eine straftat daraus werden.
denn dies ist keine bagatellangelegenheit mehr.
23:20
Meine Tippfehler sind übrigens auch urheberrechtlich geschützt ;)
23:14
@ #3 von dr.anderthalbstein
Erstens sehe ich einen sehr großen Unterschied zwischen Urheberrrechtsverletzungen und falsch parken und zweitens hab ich ja nur gesagt es mus ja niemand. Muss ja auch niemand ;)
Kauft euer Zeug und ihr seid auf der sicheren Seite, so einfach ist das.
23:10
Bei Abmahnung bloss nicht zahlen !! Keine Unterlassungserklärung schreiben. Es gibt sehr viele Mittel und wEge dieses umgehen zu können , diese kann ich hier aber nicht aufzeigen. Wichtig ist es , nicht in Panik etwas zu unterschreiben oder zu bezahlen.
21:43
Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.