US-Notenbank erhöht erstmals Zinsen seit der Krise
19.02.2010 | 14:33 Uhr 2010-02-19T14:33:00+0100
Washington.Erstmals seit der Finanzkrise hat die US-Notenbank Fed am Freitag die Zinsschraube nach oben gedreht. Der Diskontsatz, den Banken zahlen, wenn sie kurzfristig Geld von der Notenbank leihen, wurde von 0,5 auf 0,75 angehoben. Der Leitzins bleibt unverändert.
Die US-Notenbank hat einen ersten kleinen Schritt zum Ausstieg aus ihrer Politik des billigen Geldes getan. Angesichts der fortschreitenden Erholung der Banken von der Finanzkrise hob sie am Donnerstag den Diskontsatz, zu dem sich Finanzinstitute bei der Fed kurzfristig Geld leihen können, leicht von 0,5 auf 0,75 Prozent an. Es ist das erste Mal seit Beginn der Finanzkrise, dass die Fed einen ihrer Zinssätze anhebt.
Die Fed erklärte, mit der Zinserhöhung reagiere sie auf die „fortgesetzten Verbesserungen bei den Finanzmarktkonditionen“. Mit der Anhebung des Zinssatzes würden sich die Kreditbedingungen weder für Unternehmen noch für Haushalte verschlechtern, betonte sie. Den Leitzins, der für die Finanzbranche deutlich wichtiger ist, beließ die Notenbank weiter zwischen null und 0,25 Prozent. Dies solle auch „während eines langen Zeitraums“ weiter so bleiben, erklärte die Notenbank.
Wende in der Geldpolitik
Nach Beginn der Krise hatten die Notenbanken weltweit in mehreren Schritten und in teilweise konzertierten Aktionen ihre Zinssätze deutlich gesenkt. Zudem fluteten sie die Geldmärkte mit Milliardenbeträgen, um die Wirtschaft in Schwung zu halten.
Die direkten Konsequenzen der Entscheidung der Fed-Entscheidung dürften eher gering sein. Dennoch beginnt die US-Notenbank damit eine Wende in ihrer Geldpolitik und den Ausstieg aus den Krisenmaßnahmen, wie sie es schon seit längerem angekündigt hatte.
Die Märkte reagierten auf die Entscheidung dennoch deutlich: Der Dollar gewann schnell an Wert, da Anlagen in der US-Währung bei steigenden Zinsen wieder lohnender werden. Fed-Vorstand Dennis Lockhart betonte, die Entscheidung der Notenbank dürfe nicht überbewertet werden. Die Fed ziehe die Zinsen nun nicht radikal an. „Die Entscheidung sollte eher als Schritt zur Normalisierung gewertet werden“, sagte er.Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen bislang auf ihrem historischen Tiefstand bei 1,0 Prozent belassen. Da viele Unternehmen über eine Kreditklemme klagen, ist nicht abzusehen, wann die EZB ihre Zinssätze wieder anheben wird. (afp)

15:24
Das billige US-Geld baut neue Spekulationsblasen auf, mit geliehenem und praktisch kostenlosem Geld werden die Aktienmärkte hochgepuscht - der nächste Finanz-GAU naht ...
Erxperten rechnen ohnehin ab Jahresmitte bis Jahresende 2010 mit einem anziehenden Zinsniveau, also jetzt erst einmal nicht zum jetzigen Zinsniveau längerfristig anlegen, es könnte bald besser werden ...
Dagegen der IWF: Er empfiehlt eine jährliche Inflationsrate von 4 %, Leute, rettet euer Geld!
14:53
Kosmetik ,die an der realen Wirtschaftslage in den USA -und die ist beschissen -nichts Gravierendes ändern wird!
Höchstens kann man feststellen ,dass ein stärkerer Dollar und ein schwächerer Euro für unsere in die USA exportierende Industrie hilfreich sein könnte.
Jedoch ,der Teufel liegt auch hier in der Macht des Faktischen:
Die Verbraucher in den USA sind total überschuldet ,die Arbeitslosigkeit ist immens hoch ,die Realwirtschaft liegt danieder.
Was kann man als Exportnation Deutschland -mit unseren hochwertigen (oftmals) Investitionsgütern- in so einen Markt hinein verkaufen?