Das aktuelle Wetter NRW 11°C
Monsanto

US-Farmer verklagt Monsanto wegen fallender Weizenpreise

05.06.2013 | 10:13 Uhr
US-Farmer verklagt Monsanto wegen fallender Weizenpreise
Ein US-Farmer verklagt Monsanto und wirft dem Konzern vor, sein Feld mit Gen-Weizen verunreinigt zu haben.Foto: rtr

Washington.  Der Farmer Ernest Barnes verlangt eine Entschädigung von mindestens 100.000 Dollar (76.500 Euro) von Monsanto. Er wirft dem Saatgutkonzern vor, für den Gen-Weizen verantwortlich zu sein, der auf seinem Feld gefunden worden ist. Der Anbau von Gen-Weizen ist in den USA nicht erlaubt.

Wegen des Verfalls der Weizenpreise nach der Entdeckung von Gen-Weizen im US-Bundesstaat Oregon hat ein Farmer den Saatgutkonzern Monsanto verklagt. Das Unternehmen habe "grob fahrlässig" gehandelt, indem es den genveränderten Weizen entwickelt und im Freiland getestet habe, hieß es in der am Dienstag bekannt gewordenen Klage des Farmers aus Kansas. Der Anbau von Gen-Weizen ist in den USA nicht erlaubt. Nach der Entdeckung in Oregon stoppten Japan und Südkorea Teile ihre Weizenimporte aus den Vereinigten Staaten. Daraufhin fiel der Preis.

Der Farmer Ernest Barnes verlange eine Entschädigung von mindestens 100.000 Dollar (76.500 Euro) von Monsanto, erklärte die Rechtsanwaltskanzlei Susman Godfrey. "Wir erwarten, dass sich andere Kläger anschließen", eine Sammelklage sei nicht ausgeschlossen. Die Klage wurde am Montag in Kansas eingereicht. Der landwirtschaftlich geprägte Bundesstaat exportiert 90 Prozent seines Weizens. Monsanto wies die Klage als "substanzlos" zurück. Anwälte, die Bauern hinterherjagten und einfingen, hätten voreilig eine Klage eingereicht, ohne Beweise einer Schuld vorweisen zu können, erklärte Firmenanwalt David Snively.

Landwirtschaftsministerium untersucht den Vorfall

Das Landwirtschaftsministerium in Washington untersucht, wie der Gen-Weizen auf die Farm in Oregon gelangen konnte - neun Jahre, nachdem Monsanto die Tests damit beendet hatte. Das Ministerium versicherte, es gebe keinerlei Hinweise, dass der Gen-Weizen in den Handel gelangt sei. Der Preis für Weizen, der kurz nach Bekanntwerden der Entdeckung in Oregon gefallen war, ist mittlerweile wieder gestiegen. Die USA produzieren rund zehn Prozent des Weizens weltweit und sind der größte Exporteur. (afp)    



Kommentare
Aus dem Ressort
So haben Chemnitz und Jena die Wirtschafts-Wende geschafft
Mauerfall
Die ostdeutschen Städte Jena und Chemnitz konnten nach der Wende an ihre industriellen und handwerklichen Traditionen anknüpfen, die es schon vor der DDR-Zeit gab. Es gibt aber auch negative Beispiele wie Suhl und Cottbus, wo es noch immer an Arbeitsplätzen fehlt.
Anleger nervös - Amazon schockiert Börse mit hohem Verlust
Internethandel
Online-Händler Amazon investiert in Wachstum. Offenbar um jeden Preis. Konzern-Chef Jeff Bezos will überall mitmischen. Doch seine Investitionen gehen ins Geld und die Verluste machen Anleger zunehmend nervös. Die Aktie ist aktuell um mehr als zehn Prozent eingebrochen.
Geplanter Neovia-Verkauf beunruhigt Beschäftigte
Opel
Auf 700 Mitarbeiter soll das Warenverteilzentrum von Opel nächstes Jahr wachsen. Nun bahnt sich an, dass der Betreiber Neovia Logistics einen neuen Eigentümer erhält. Beschäftigte und Betriebsrat von Opel fürchten nun, dass könnte Konsequenzen für den Standort Bochum haben.
Gelsenkirchen ist Vorreiter beim Klimaschutz
Auszeichnung
Dafür wurden nun sechs Projekte von der KlimaExpo.NRW Gelsenkirchen gemeinsam ausgezeichnet.Wir stellen vor, was die einzelnen Projekte ausmacht. Oberbürgermeister Frank Baranowski nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen.
Airbag-Probleme - 850 000 Audi A4 müssen in die Werkstatt
Auto
Audi ruft weltweit 850.000 Autos vom Modell A4 wegen Problemen mit den Airbags in die Werkstätten zurück. Durch einen Softwarefehler könne es vorkommen, dass Airbags bei Unfällen nicht auslösen, sagte ein Audi-Sprecher.
Umfrage
Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?

Vielen Deutschen könnte die Zeitumstellung gestohlen bleiben. Wir wüssten gerne von Ihnen: Was halten Sie von der Umstellung von Sommer- auf Winterzeit?