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Fachkräftemangel

Union will Kontingent für qualifizierte Zuwanderer

03.08.2010 | 09:32 Uhr
Union will Kontingent für qualifizierte Zuwanderer

Berlin.Die Unionsfraktion will offenbar ein Kontingent für qualifizierte Zuwanderer einführen. Derweil fordert Arbeitgeberpräsident Hundt Regeln zur Erleichterung des Zuzugs ausländischer Fachkräfte.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer (CDU), will mit einem Kontingent-Modell mehr ausländische Fachkräfte nach Deutschland holen. „Man sollte das jedes Jahr festlegen, etwa für Facharbeiter, Wissenschaftler und andere Akademiker, je nach Bedarf“, sagte Pfeiffer der „Süddeutschen Zeitung“. Dieses Modell erlaube, die Zuwanderung wenn nötig „sofort wieder abzustellen“.

Der CDU-Politiker betonte, es müsse an erster Stelle darum gehen, die Erwerbslosen in Arbeit zu bringen. Hierzu müssten etwa Familie und Beruf noch besser vereinbar sein als bisher und mehr ältere Menschen in den Unternehmen verbleiben können. „Nur auf die eigenen Arbeitslosen zu setzen reicht aber nicht“, sagte Pfeiffer. Er widersprach dem Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank Jürgen Weise. Dieser hatte gesagt, die Betriebe sollten lieber attraktive Angebote entwickeln, als auf schnelle Zuwanderung zu setzen. Auch CSU-Chef Horst Seehofer wies auf die mehr als drei Millionen Arbeitslosen hin. Mit diesen müsse zuerst der Fachkräftemangel behoben werden.

Blick in den Koalitionsvertrag

Der FDP-Innenexperte Hartfrid Wolff kritisierte mit Blick auf Seehofer, CDU und CSU müssten sich „mal genau ansehen, was im Koalitionsvertrag drinsteht“. Dort hatten die Koalitionspartner auch auf Betreiben der FDP festgeschrieben, dass „die Attraktivität Deutschlands für Hochqualifizierte“ gesteigert werden soll. Eine leichtere Fachkräftezuwanderung sei dringend geboten, Deutschland befinde sich längst im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe, sagte Wolff der „SZ“. „Die jetzigen Einkommensgrenzen für Einwanderer müssen sinken, die Entscheidungen der Behörden schneller und einfacher werden.“

Auch die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes für die osteuropäischen EU-Bürger im Mai 2011 werde keine Abhilfe schaffen. „Deren Fachkräfte sind längst in Großbritannien, Frankreich und anderswo“, sagte der FDP-Innenexperte.

Regeln zur Erleichterung des Zuzugs ausländischer Fachkräfte

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt fordert trotz der Ablehnung der Bundesregierung neue Regeln zur Erleichterung des Zuzugs ausländischer Fachkräfte. Deutschland müsse sich stärker für ausländische Fach- und Führungskräfte öffnen, forderte er in einem Gastbeitrag für die Zeitung „Die Welt“ vom Dienstag. „Für eine gezielte, arbeitsmarktorientierte Zuwanderung reichen die derzeitigen Regelungen nicht aus“, bemängelte er. Deutschland werde nicht in ausreichendem Maße als attraktiver Ort zum Arbeiten und Leben wahrgenommen.

Eine Abschottung des Arbeitsmarktes gegen ausländische Fachkräfte führe nicht zu mehr Beschäftigung für Einheimische. Eine aktive Zuwanderungspolitik schaffe vielmehr mehr wirtschaftliche Dynamik und Beschäftigung. Bundeskanzlerin Angela Merkel will den Vorstößen von Wirtschaftsminister Rainer Brüderle und Forschungsministerin Annette Schavan für gesetzliche Erleichterungen beim Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland momentan nicht folgen, wie Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans zu Wochenbeginn gesagt hatte. Die Regierung halte eine Neufassung des entsprechenden Gesetzes derzeit für nicht angezeigt.

Hundt forderte einen ganzen Strauß von Maßnahmen auf den verschiedensten Ebenen, um dem Fachkräfte-Mangel in Deutschland zu begegnen. Dazu gehörten mehr Anstrengungen im Bildungsbereich und bei der beruflichen Qualifizierung, aber auch zusätzliche Impulse, um das Potenzial der Migranten in Deutschland, der älteren Menschen und der Frauen am Arbeitsmarkt besser auszuschöpfen. Schon im Krisenjahr 2009 sei nach einer IW-Analyse durch den Fachkräftemangel Deutschland eine Wertschöpfung von 15 Milliarden Euro verloren gegangen, schrieb Hundt. (afp/rtr)

DerWesten

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Kommentare
03.08.2010
22:17
Union will Kontingent für qualifizierte Zuwanderer
von dumm wie ein linker | #26

Blöde Frage mal liebe Regierung: Warum sollten ausländische Fachkräfte in ein Land kommen aus dem jedes Jahr 100.000 Leistungsträger auswandern weil die Bedingungen hier ******* sind und Leistung sich nicht lohnt. Diese Leute können überall auf der Welt arbeiten warum dann Deutschland. Soviel können hier Firmen denen nicht zahlen das nach Steuer und Sozialabgaben das selbe aufs Konto kommt wie in den USA, Australien, Kanada.
Deutschland ist nur für ungebildete und gescheiterte interessant, weil hier Geld, Krankenversorgung und Wohnung an Leute gegeben wird die nie eingezahlt haben und zu 90% nix bringen. Wir haben nur Migration in unsere Sozialsysteme. Die Kosten explodieren aber die Politik schweigt, tut nix sondern schraubt die Abgaben hoch damit der schöne Schein bestehen bleibt. Dies führt dazu das sich viele Fachkräfte entscheiden ins Ausland zu gehen.
Deutschland wird dummer dadurch. Zuwanderung von ungebilten Schichten aus Afrika, islamische Welt; kein Leistungsdruck gegen asoziale Deutsche, Wegzug der Fachkräfte.

03.08.2010
20:47
Union will Kontingent für qualifizierte Zuwanderer
von feierabend | #25

Nicht nur kranker Kapitalismus, kranke Menschen!
Hier haben wir Arbeitslose ohne Ende, Studenten ohne Ende - die dann wiederum ins Ausland abwandern sollten, um bessere Chancen zu bekommen und Deutschland kauft teure fremde Fachkräfte ein, die dann wiederum uns auf der Nase herumtanzen sollen . wie krank ist das denn? Bitte um Darstellung von Alternativen und anderer Methodik. So bitte nicht!!!

03.08.2010
16:43
Union will Kontingent für qualifizierte Zuwanderer
von No Nope Without Dope | #24

@ B.Schmitz

Man sollte das Geld mal lieber für die eigenen Bürger verwenden - das geschieht zum Teil da schon: Etwa in der Form von Bürgerarbeit als Ersatz für die Arbeitslosenhilfe. Da managt dann der lang gediente Arbeitslose dort als Blockwart oder als der hauptamtliche Kümmerer und Hingucker das morderne Quartier etwa gegenüber der Tendenz zur Verwahrlosung, zur Verrohung oder auch Verelendung.

Das löst aber nicht das grundlegende Problem.

Etwa den schon genannten Mangel in den ideellen oder dann auch strukturellen Bereichen. Zudem konkurrieren in einem auch solch gesundetem Deutschland die übrig Arbeitslosen immer noch mit den wenig lukrativen Löhnen - sofern dann überhaupt vorhanden - in den schon genannten Bereichen der wenig qualifizierten Arbeitsplätze.

Alternative bildet allenfalls der Jackpot dann im Lotto.

03.08.2010
16:21
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von B.Schmitz | #23

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

03.08.2010
15:53
Union will Kontingent für qualifizierte Zuwanderer
von No Nope Without Dope | #22

Mal ehrlich:

Deutschland wäre für Fremde tatsächlich wenig attraktiv - hätte Deutschland beizeiten das gewohnte Bild von der Familie mit den zwei oder drei Kindern beibehalten, statt dem Einzelkind den Vorzug da zu geben. Die Familien meiner Spielkameraden als auch meiner Schulfreunde glichen bis zur Mitte der Siebziger Jahre und damit bis zum Abitur tatsächlich diesem Bild. Ich konnte nichts Schlechtes daran entdecken.

Bunt statt braun - Nazis auf die Fresse hauen ..! - solche Parolen waren da noch nicht bekannt. Fremde galten damals als Gastarbeiter und lebten weitgehend von dem Markt von Angebot und Nachfrage oder wurden über das Zug um Zug geeinte Europa dazu einbezogen. Tatsächlich hat der später eingeführte Euro den größten Beitrag dort dazu geleistet. Niemand lebte dazu in dem Zwang.

Spätesten ab da wurde das abendländische Gyros vom morgenländischem Döner dann verdrängt - man konnte in den Metropolen des Ruhrgebietes regelrecht da zugucken - vorausgegangen war dazu ebenso der strukturelle Wandel eines Ruhrgebietes: Die bekannten Hochöfen wurden zunehmend ebenso demontiert wie auch schon zuvor die Zechen. Parallel dazu ersetzte der moderne Automat (Roboter) zunehmend den Arbeiter da am Fließband.

Der große Teil wurde sozial verträglich freigesetzt und blidete später tatsächlich solchen Sockel an Senioren - welcher von der weiteren Entwicklung von Einkommen oder Renten dazu abgekoppelt war. Übrig blieb tatsächlich nur der sogenannt qualifizierte Arbeitsplatz: Es war dies der Arbeitsplatz am Bildschirm oder solche Tätigkeit - welche der moderne Automat (Roboter) nicht leisten kann. Dazu gesellte sich die Globalisierung oder auch der Verlagerung von Kapazitäten.

Zug um Zug entanden dazu paralle Welten.

Es waren dies einerseits morgenländische Fremde - auch solche leben nun mal in der Freiheit - welche in solch einem demographischem als auch ökonomischem Wandel zunehmend sich zurück zogen: Zumindest solang solche nicht als Kriminelle in Erscheinung dazu traten oder dort als Kläger einen Richter forderten. Dazu gesellten sich zunehmend abendländische Proleten - welche im Grunde das gleiche Schema da bedienten.

Häufig war es da der Staat samt seinen Behörden - welcher die Debatte um ein Mindestmaß an Transparanz dazu entfachte: Etwa die Sorge da der Polizei um den morgenländischen Schleier oder auch die Sorge da des Jugendamtes um das Wohl des abendländischen Einzelkindes oder auch die alleinerziehnde Mutter - nicht bloß da die Sorge um die Dunkelziffer oder auch die Grauzone bei den Pädophilen oder Päderasten.

Zudem ist es grundlegend kaum da gangbar - egal ob aus morgenländischer oder auch aus abendländischer Sicht - eine schier unüberwindbare Barrikade zu errichten: Wo der Ruf nach dem Militär da laut nun wird, weil da etwa für die Polizei kaum mehr feststellbar ist, was sich auf der anderen Seite einer solchen Hürde da nun tut. Der rechtsfreie Raum ist auch im Ghetto nun mal kaum dann möglich.

Auch nicht die Tendenz zur Verwahrlosung, zur Verelendung oder auch Verrohung. Die Defizite solcher auf sich selbst zurück gezogener Gruppen liegen neben der Fähigkeit zum Wettbewerb - sofern der Markt von Angebot und Nachfrage in solchem Sektor überhaupt noch lukrative Dinge dazu bietet - folglich ebenso im ideellem Bereich:

- das Grundgesetz als auch die Konstitution des heutigen Deutschlands
- die grundlegenden Züge des Rechtes im Alltag
- das Verhältnis von Geschlechtern und Minderheiten in Familie oder Alltag
- die Haftung von Eltern gegenüber Kindern
- die Freiheit von Kunst und Medien

Es mag dazu dahin gestellt nun bleiben - ob an einer solchen Debatte ausgerechnet nun der Nazi da ein Zutun hat. Zudem haben wir in Deutschland da ein Wahlgeheimnis und nun nicht die Kleiderordnung. Auch kann man an der Wahl der Worte kaum da wohl den Nazi nun erkennen. Auch das Dritte Reich hat nun mal kaum das Rad von Neuem da erfunden - sondern sich da allenfalls des schon vorhandenen Vokabulars bedient.

Eine obendrein verarmte Sprache kann da Deutschland wirklich kaum gebrauchen.

03.08.2010
14:26
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von michaelhb | #21

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03.08.2010
14:25
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von Islammussweg | #20

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03.08.2010
14:23
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von michaelhb | #19

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03.08.2010
14:15
Union will Kontingent für qualifizierte Zuwanderer
von Chevalier57a | #18

Zitat: Kann man sich als Arbeitsuchender auch ausbürgern lassen um an einen Job für 66 000 Euro zu kommen?



#12 von karlosdallos , am 03.08.2010 um 12:18
Klar können Sie das. Wandern Sie aus. Kanada sucht Sie. Was können Sie? Australien will Sie auch. Was können Sie? Wozu sind Sie bereit?
Ein Kollege von mir war überqualifiziert als bauing. und Architekt. War arbeitslos und bildete sich treu weiter. Half nichts. Dann ging er: Zuerst in den Libanon nun nach Dubai. Der verdient lecker Geld, lebt in einem grossen Haus mit Pool direkt am Golfplatz. Ok, der schuftet solange es am Tag hell ist, Hitze bis 50 Grad egal, und wenn der Job weg ist, fliegt er nach 4 Wochen aus dem Land. Aber sonst geht es dem gut. Ach ja, er verdient da mehr als 200.000 Dollar und zahlt nur 5ct pro Liter für den Sprit. Der kann eben was.

03.08.2010
14:11
Union will Kontingent für qualifizierte Zuwanderer
von Chevalier57a | #17

@Dipl.-Ing. Wieso bringt der Spiegel komischerweise die Beispiele von Migranten, die angeblich keinen Job finden? Finden sich keine deutschen Absolventen, die auf so hohem Niveau jammern?
Im Südwesten werden wieder (!) händeringend junge Ingenieure gesucht. Die Autoindustrie macht wieder SAMSTAGSSCHICHTEN ab September. Ansonsten wird mittlerweile im 2-Schicht Betrieb mit 9-10 Stundenschichten geplockt. Und da werden gute Fertigungsingenierue gesucht wie blöde.
Das Bild für den Beitrag, einen Schweißer, den suchen die nicht gerade, den hat der junge Fertigungsingenieur schon längst durch mehrere Roboter ersetzt. Und jetzt fehlen die ausgebildeten Fachleute, die den Kollegen Roboter warten können. Also ist das Bild falsch, nicht der Schweißer wird gefragt, sondern der Kollege Techniker (MINT-Studiengänge). Dummerweise laufen die nach USA weg, wie im übrigen Ihr Spiegel-Zitat auch beweist, wenn man die Polemik weglässt und die Substanz des Artikels liest. Aber das mit den USA hat einen Haken: Da gibt es zwar tolle Jobs mit hohen Gehältern, aber eben auch das Risiko des Hire-and-Fire. Tja, und die Jungs wollen eben beides...Viel Geld und Sicherheit. Das schließt sich leider gegenseitig aus. Sicherheit hat ihren Preis...Und die Vladim und Georgis dieser Welt wissen genau, wo sie hingehen, um Geld zu machen. Und mehr wollen die auch nicht. Treue zum Unternehmen? Fehlanzeige! Ist auch unwichtig. Hauptsache die Leistung stimmt.

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