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Umweltminister will bundesweite Wertstofftonne

18.07.2012 | 19:49 Uhr
Umweltminister will bundesweite Wertstofftonne
Die Gelbe Tonne soll als Wertstofftonne auch Metall und Plastik schlucken, das keine Verpackung ist. Anders als etwa in Dortmund soll Elektroschrott wie hier im Bild in der bundesweiten Version jedoch draußen bleiben und weiter über die Recyclinghöfe gesammelt werden. Foto: Jens Schlueter/dapd

Berlin.   Ab 2013 sollen alle Gelben Tonnen auch Plastik und Metall schlucken, das keine Verpackung ist - so wie jetzt schon in Duisburg oder in Düsseldorf-Garath. Anders als in den Wertstofftonnen von Dortmund oder Berlin soll Elektroschrott aber draußen bleiben.

Angeblich sind die Deutschen ja Weltmeister im Mülltrennen. Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) will die Bürger zu neuen Höchstleistungen anspornen. Ab 2013 sollen die Gelben Tonnen bundesweit zur Wertstofftonne werden. Dann sollen nicht mehr nur Verpackungen, sondern Kunststoffe und Metalle aller Art darin entsorgt werden – so wie die Gelben Tonnen seit Monatsbeginn bereits in Duisburg eingesetzt und in Düsseldorf-Garath getestet werden. Ein entsprechendes Gesetz soll noch in dieser Legislaturperiode fertig werden, kündigte Altmaier gestern an. Damit greift er die Umsetzung einer EU-Richtlinie auf, die das Bundeskabinett bereits vor mehr als einem Jahr beschlossen hatte. Bis 2015 fordert Brüssel eine noch bessere Mülltrennung und -Sortierung als bislang, um mehr im Müll versteckte Rohstoffe wiederverwerten zu können.

Gelbe Säcke und Tonnen gibt es in Deutschland seit rund 20 Jahren. Eingeführt wurden sie auf Initiative des damaligen CDU-Umweltministers Klaus Töpfer. Schon damals wollte man nicht nur Umweltschäden reduzieren, sondern auch teure Rohstoffe zurückgewinnen.

Finanzierung ist noch offen

Nach Altmaiers Willen soll die Gelbe Tonne künftig vielseitiger werden. Später kann man etwa auch ausgediente Plastikschuhe und Spielsachen aus Kunststoff hineinwerfen. Bei Metallen soll es ähnlich sein: Nicht nur Verpackungsmaterialien gehören dann in die Container, sondern auch alte Autofelgen oder die Reste des stählernen Kellerregals.

Nichts ändern soll sich hingegen beim Elektroschrott. Fachleute warnen, dass eine gemeinsame Sammlung etwa mit auslaufenden Batterien oder verdreckten Joghurtbechern in der Gelben Tonne das Elektroschrott-Recycling erschwert. Ausrangierte Stereoanlagen oder Föhne müsse weiterhin zum kommunalen Recyclinghof, von wo aus sie in die fachgerechte Aufarbeitung gehen. Gleiches gilt für Handys. Die Frage des Recyclings der darin enthaltenen Edelmetalle und sogenannten Seltenen Erden will der Minister später lösen.

Offen lässt Altmaier zudem die spannende Frage, wer Herr über die Wertstofftonnen sein wird. Heute sammeln und verwerten sowohl kommunale Firmen als auch private Entsorger, die unter anderem das Duale System („Grüner Punkt“) tragen. Altmaier stellt sich Wettbewerb und Mischlösungen bei der neuen Kunststoffsammlung vor. Dann könnten auch öffentliche Modelle wie die Berliner oder die Dortmunder Wertstofftonne weiterexistieren, in denen auch Elektroschrott gesammelt wird. Den Privaten geht so möglicherweise ein Teil des milliardenschweren Recyclinggeschäfts verloren.

Ebenso wenig geregelt ist das Problem der Finanzierung. Die neue Kunststoff- und Metallsammlung erfasst mehr Materialien als heute, die sich größtenteils nicht gewinnbringend verwerten lassen. Altmaier überlegt deshalb, neben den am Dualen System beteiligten Verpackungsherstellern weitere Produzenten – etwa die von Kinderspielzeug – an den Recyclingkosten zu beteiligen. Die dürften ihrerseits die Kosten auf die Produkte aufschlagen. Ob sich die Müllgebühren ändern werden, ist bislang offen.

Hannes Koch, Thomas Rünker

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