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Umstrittene Kündigungen

02.09.2010 | 17:42 Uhr Zur Zoomansicht Zum Artikel
Im Januar 2008 verlor eine Kassiererin wegen der angeblichen Unterschlagung zweier Pfandbons im Wert von 1,30 Euro ihren Job. Im Februar 2009 wurde die Kündigung in zweiter Instanz vom Berliner Landesarbeitsgericht zunächst für rechtskräftig erklärt und keine Revision zugelassen.
Im Januar 2008 verlor eine Kassiererin wegen der angeblichen Unterschlagung zweier Pfandbons im Wert von 1,30 Euro ihren Job. Im Februar 2009 wurde die Kündigung in zweiter Instanz vom Berliner Landesarbeitsgericht zunächst für rechtskräftig erklärt und keine Revision zugelassen.

Kuriose Fälle aus den vergangenen 25 Jahren.

Auf den ersten Blick sind es Lappalien: Einmal geht es um eine angebliche Unterschlagung von Leergutbons im Wert von 1,30 Euro durch eine Supermarkt-Kassiererin, dann um die Mitnahme eines Kinderbetts vom Sperrmüll durch einen Müllmann oder um einen Arbeitnehmer, der während der Arbeit sein Handy aufgeladen hat.

"Völlig unverhältnismäßig", findet Michael Hermund vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Bochum das Verhalten der Arbeitgeber. "Bagatellen sollten nicht geahndet werden dürfen. Das steht in keiner Relation zum Verlust des Jobs." Der Regionsvorsitzende Ruhr Mark vermutet, dass einige Unternehmen lediglich ein Exempel statuieren wollen oder sich auf diesem Weg von unliebsamen Mitarbeitern trennen wollen. "Dafür darf die Rechtssprechung den Arbeitnehmern nicht auch noch Tür und Tor öffnen", sagt Hermund.

"Null-Toleranz-Prinzip"

Als Ausgangspunkt für die Gesetzeslage gilt laut Achim Klueß, Vorsitzender Richter am Landesarbeitsgericht Berlin, der "Bienenstichfall" von 1984. Eine Angestellte hatte unerlaubt ein Stück Bienenstich aus der Theke gegessen. Das Bundesarbeitsgericht sah die fristlose Kündigung trotz des geringen Werts des Kuchenstücks als zulässig an. "Die Entscheidungen sind inzwischen regelmäßig getragen von einem absoluten Null-Toleranz-Prinzip", erklärt Klueß in der "Neuen Zeitschrift für Arbeitsrecht" (NZA).

Annika Rinsche

Kommentare
23.01.2010
11:18
Umstrittene Kündigungen
von Hagen von Tronje | #37

Pfand wird erhoben, damit etwas zurückgebracht wird. Dazu ist ein extra Buchungskonto eingerichtet. Wird ein Pfandgegenstand nicht zurückgegeben, wird...
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