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Überweisen wird riskanter

17.09.2009 | 10:55 Uhr
Überweisen wird riskanter

Essen. Ab Ende Oktober gelten neue Allgemeine Geschäftsbedingungen der Sparkassen und Banken. Zum Beispiel wird das Überweisen riskanter. Überweisungsaufträge werden in der Regel dann bereits mit der Ankunft bei der Bank unwiderruflich. Verbraucherschützer geben Tipps.

Das Vertrauen der Kunden zu ihren Banken und Sparkassen ist in dieser Krisenzeit erschüttert. Jetzt wird dieses Vertrauen auf eine zusätzliche Probe gestellt: Auf Bankkunden schwappt eine Briefflut zu. Inhalt: Neue Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) der Sparkassen und Banken, die ab Ende Oktober gelten sollen.

Viele Menschen sind angesichts des Papierwusts ratlos. Finanzexperte Manfred Westphal vom Bundesverband der Verbraucherzentralen hilft – auch mit kritischen Anmerkungen – beim Durchforsten des AGB-Dickichts. Die Bankenwelt reagiert mit den neuen Geschäftsbedingungen auf Änderungen der EU für den europäischen Zahlungsverkehr. Dabei gibt es aus Sicht des Verbraucherschützers positive Neuerungen.

Künftig müssen Euro-Zahlungen in der EU – wie jetzt Inlandsüberweisungen – binnen drei Geschäftstagen abgewickelt sein. 2012 soll es noch schneller gehen: Dann müssen die Banken Zahlungen in Euro von einem auf den anderen Tage erledigen.

Auch ein Ärgernis bei Auslandsüberweisungen fällt weg: Gebühren dürfen nicht mehr ohne ausdrückliche Genehmigung abgezogen werden. So ist sichergestellt, dass der volle Betrag beim Empfänger ankommt.

Andererseits wird das Überweisen riskanter. Westphal: „Überweisungsaufträge werden in der Regel bereits mit der Ankunft bei der Bank unwiderruflich." Das bedeutet zum Beispiel beim Online-Banking: Wer sich bei der Kontonummer vertippt, den Auftrag an seine Bank sendet und den Fehler in diesem Moment entdeckt, kann das Geld nicht mehr zurückholen. Er ist auf den guten Willen des falschen Empfängers angewiesen.

Empfängername ist Schall und Rauch

Der Empfängername ist bei Überweisungen ab Ende Oktober nur noch Schall und Rauch. Westphal: „Maßgeblich ist für die richtige Überweisung nur noch die Kontonummer. Die Banken müssen bei der Abwicklung nicht mehr auf den Empfängernamen achten."

Auch bei den Änderungen, im Lastschrift-Verfahren gibt es aus Verbrauchersicht positive und negative Aspekte. So muss dem Zahlungsempfänger auf jeden Fall eine Zustimmung des Bankkunden vorliegen, von dessen Konto die Lastschrift abgebucht wird. Lief etwas schief oder wurde eine Lastschrift ungerechtfertigt abgebucht, gelten andere Fristen. Westphal: „Für eine Rückbuchung hat der betroffene Kunde künftig in der Regel acht Wochen Zeit. Bisher sind es sechs Wochen, aber immer erst ab Quartalsende.

Ein Beispiel: Entdeckt ein Kunde, dass eine Abbuchung vom Anfang Juli falsch ist, kann er eine Rückbuchung bis Mitte November (sechs Wochen nach Quartalsende am 30. September) veranlassen.

Künftig liefe die Frist schon Anfang September ab. Für den Fall nicht autorisierter oder fehlerhaft ausgeführter Zahlungsvorgänge gilt eine endgültige Ausschlussfrist von 13 Monaten. Unterrichtet der Kunde seine Bank hierüber nicht innerhalb dieser Frist, sind etwaige Ansprüche dann ganz ausgeschlossen.

Wann das neue Lastschriftverfahren im europäischen Zahlungsraum (Sepa) eingeführt wird, steht noch nicht fest. Geplant ist bisher ein Termin Anfang November.

Wilfried Beiersdorf

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Kommentare
28.09.2009
12:13
Überweisen wird riskanter
von ratohe | #15

@toll
Vorsicht beim von Hand ausfüllen- die Belege werden von einer Maschine ausgelesen und und die Fehlertoleranz ist , Dank Personalkürzungen, gen Null gesetzt worden. Also mit Schreibmaschine oder Drucker ausfüllen. Die Originalbelege werden sofort nach dem Auslesen vernichtet. Und noch für Jogibaer- nicht alle Kontonummern sind belegt und was meinen Sie wo das Geld landet das nicht zugeordnet werden kann....
Ich hab auch noch in dem Thread der WAZ zu diesem Thema andere Bedenken geäussert

18.09.2009
00:04
Überweisen wird riskanter
von JOGIBAER | #14

Hoffe auf meinem Konto landen auch mal Irrläufer...:-) Das ist das einzige Positive,..alles andere ist Abwälzung der Kosten und Verantwortung auf den Kunde.
Die EU hat soviel Bürgernähe,wie der Pluto zur Sonne

17.09.2009
13:01
Überweisen wird riskanter
von Einkaufflüsterer | #13

Vielleicht bauen online Händler ja eine freiwillige Sicherung gegen Zahlendreher beim Überweisen ein.
Oder man zahlt im Rahmen der üblichen Frist erst mal `nen Zehner.
Dann meldet sich der Händler. Zahlt den nächsten Zehner und erklärt, man babe bedenken, beim Vertippen den Komplettbetrag zu verlieren.
Jetzt nehmen wir an, man ist dort Stammkunde, könnte aber auch schnell woanders online kaufen.
Also, Shops, macht watt!

17.09.2009
11:15
Überweisen wird riskanter
von Wächterrat | #12

Es ist ja bekannt Banken geben Gerne noch lieber nehmen sie,
Ob da nicht auch wieder Lobbyisten in der EU ihren Senf dazu gegeben haben!
Nichts wird wirklich besser für den Kunden besser wird es nur für die Banken die sind mal wieder fein raus.
Ich kann garnicht so viel essen wie ich kotzen muss.

17.09.2009
11:12
Überweisen wird riskanter
von Martin Platzer | #11

....wäre ja auch mal etwas ganz neues wenn eine Veränderung im Bankgewerbe etwas Gutes für den Kunden zur Folge hätte!

...so langsam hat man das Gefühl das der Staat einen nur noch verarschen möchte !

...Vielleicht sollte ich mich zum Betrüger umschulen lassen, denn dort wir
d in nächster Zeit richtig Geld verdient..( fragt sich nur bei welcher Bank ich mich vorstelle für das Praktikum..?? )

17.09.2009
11:09
Überweisen wird riskanter
von ute | #10

[10:45] Leserzuschrift - AGBs der Banken:

Hier das Anschreiben eines Bankkaufmanns, der die Punkte 21 und 22 in den neuen AGBs für gefährlich hält, an seine kontoführende Bank zur Nachahmung:

Ihren Nummern 21 (Pfandrecht, Sicherungsabtretung) und 22 (Nachsicherung und Freigabe) der neuen Geschäftsbedingungen stimme(n) ich/wir nicht zu.

Als Sicherheit überlasse(n) ich/wir nur Werte, die wir vertraglich mit Ihnen vereinbart haben. Sie dienen ausschließlich zur Sicherung des vertraglich definierten Zwecks. Weitere Werte von uns/mir, die sich aufgrund des bankmäßigen Geschäftsverkehrs in Ihrer „Verfügungsmacht“ befinden, sind ohne vertragliche Vereinbarung nicht an Sie verpfändet oder zur Sicherung abgetreten und können diesen Status auch nicht durch Maßnahmen Ihres Hauses erlangen. Sofern die Sparkasse eine neue Bestellung oder Verstärkung von Sicherheiten für bestehende Verträge wünscht, muss das mit mir/uns neu vertraglich ausgehandelt und schriftlich festgelegt werden.

17.09.2009
11:00
Überweisen wird riskanter
von krisenmanager | #9

@ MisterB

Sie haben natürlich vollkommen Recht.

Aber im privaten Bereich lässt sich das größtenteils umsetzen.

Sollte doch eine große Überweisung von Nöten sein prüft man sicherheitshalber die Kontonummer noch mal nach.

Übrigens ich bin nur ein kleiner Krisenmanager, hab ich ja auch klein geschrieben.
Die Krise die gerade durch unser Land geht, geht sowieso an mir vorbei.

-Billig kann ich mir nicht leisten-

17.09.2009
10:59
Überweisen wird riskanter
von Altenessener | #8

@toll:
Für meinen Fall als Sparkassen-Kunde:
Das mit dem zur Bank tragen geht ja auf zwei Arten:
1) Man nutzt die inzwischen in fast jeder Filiale vorhandenen Service-Terminals an denen man die Überweisung selbst eingibt - da grefit das mit den Zahlendrehern genau so wie beim Online-Banking.
2) Man füllt ganz klassisch den Überweisungsträger aus und wirft ihn vor Ort ein - das kostet beim Überweisen dann aber Gebühren (ich glaube 1,50 Euro, bin mir aber nicht sicher), während es am Service-Terminal gratis ist.
Kann mir nicht vorstellen, dass dann so viele Leute lieber die Gebühr bezahlen als beim Überweisen gegebenenfalls besser aufzupassen.

Wie gesagt, war nur aus Sparkassensicht - wie es bei anderen Banken abläuft, entzieht sich vollkommen meiner Kenntnis.

17.09.2009
10:09
Überweisen wird riskanter
von toll | #7

Wenn online-Überweisungen bald auch bei Irrtum unwiderruflich sind, gibt es nur eins, falls sich alle Nutzer einig sind. Sofort das Online-Banking kündigen und alle Überweisungen wieder mit der Hand ausfüllen und zur Bank tragen. Das hätte dann auch den positiven Effekt, das die Banken wieder zusätzliches Personal einstellen müßten. Das wollen die ach so gewinnorientierten Banken aber bestimmt nicht.

17.09.2009
10:03
Überweisen wird riskanter
von MisterB | #6

@4krisenmanager

Also als Krisenmanager werden Sie keine Karriere machen. Was ist denn, wenn Sie z B in Hamburg wohnen und jemand in München bekommt eine höhere Summe von Ihnen, fahren Sie da dann mal eben vorbei und übergeben das Geld in bar??

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