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Überfüllte ICE bleiben für viele Bahnkunden Alltag

02.06.2013 | 15:36 Uhr
Überfüllte ICE bleiben für viele Bahnkunden Alltag
Bis auf Weiteres müssen sich Bahnkunden weiter auf überfüllte ICE einstellen - jedenfalls zu Spitzenzeiten.Foto: dpa

Essen.   Der Hochgeschwindigkeitszug ICE bleibt bei der Bahn weitherhin Mangelware. Grund hierfür ist eine Verzögerung bei der Freigabe neuentwickelter Achsen für die Züge. Die Bahn spricht von einer "extrem angespannten Lage".

Kunden der Bahn müssen sich darauf einrichten, noch auf längere Sicht zu verkehrsreichen Spitzenzeiten mit verspäteten oder überfüllten ICE-Züge zu fahren. Das Eisenbahnbundesamt (EBA) blockiert mit Forderungen nach weiteren Brems- und Belastungstests Zulassung und Einbau von 1200 neuen Achsen in die 64 Triebwagen des Typs ICE 3, die auf den Strecken vom Ruhrgebiet über Köln und Frankfurt nach Süddeutschland und in die Niederlande eingesetzt werden.

Die Bahn hat unserer Zeitung die erneuten Verzögerungen bestätigt. Solange der Achsentausch, Folge eines Achsbruchs im Kölner Hauptbahnhof im Juli 2008, nicht erfolgt, müssen die Triebfahrzeuge alle 30.000 Kilometer – etwa einmal im Monat - zum Ultraschall-Check in die Werkstatt.

Einen seriösen Termin kann die Bahn nicht nennen

Kommentar
Höchstmögliche Sicherheit - von Dietmar Seher

Verkehrsministerium, Bahn und Amt streiten hinter den Kulissen heftig, wie weit Sicherheitsvorsorge gehen darf – und wann Willkür beginnt, die dem Bahnkonzern schadet. Es ist im Interesse der Millionen, die mit der Bahn unterwegs sind, diesen Konflikt so bald wie möglich zu lösen.

Sie fallen in der Zeit für den Fahrplaneinsatz aus, fehlen vor allem in den Ferien und zu verkehrsreichen Zeiten an Wochenenden. Nach mehreren Ankündigungen, die nicht eingehalten werden konnten, will die Bahn jetzt „seriös keinen Termin nennen“, wann die Ausnahmelage beendet sein wird.

„Wir haben im Fernverkehr bei der Fahrzeugverfügbarkeit eine extrem angespannte Lage“, räumt Bahnsprecher Hartmut Sommer ein. Aber: „Für uns ist entscheidend, dass die Zulassung der Achsen ohne Auflagen durch das EBA erteilt wird, damit die engen Ultraschalluntersuchungen entfallen.“ Es stünden „in den kommenden Monaten noch ei­ne Reihe von Prüfungen an“.

Ramsauer bezeichnet EBA als  „Verhinderungsmaschinerie“

Im Hintergrund schwelt ein Konflikt um die Zuständigkeit des EBA. Die Bahn spricht kritisch von einer „Nachweisflut“, die das Amt verlange. Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hält die Behörde für ei­ne „Verhinderungsmaschinerie“. Er werde das „nicht weiter hinnehmen“. Dagegen zeigt die Fahrgastorganisation ProBahn Verständnis für die Forderung nach mehr Tests. „Mit diesen Achsen wird bis Tempo 300 gefahren. Es geht um die Sicherheit für die Fahrgäste“, sagt ProBahn-Sprecher Lothar Ebbers.

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Ebbers weiß aber auch um die Folgen der verzögerten Umrüstung. „Vor allem in den Spitzenzeiten muss mit überfüllten Zügen gerechnet werden“ – wenn, wie nicht selten, statt zwei Zugteile nur einer eingesetzt wird. Verschärfend wirkt, dass die Bahn AG bis Ende 2013 höchstens vier der 16 neuen ICE-Velaro-Züge wie geplant nutzen kann. Sie waren auch als Verstärkung für die ICE-Linie 47 Dortmund-Stuttgart ge­dacht.

Dietmar Seher


Kommentare
04.06.2013
17:37
Überfüllte ICE bleiben für viele Bahnkunden Alltag
von silera | #5

Leute beschwert euch nicht, dafür hat bald jeder Zug Internet. Im Sommer läuft dir zwar die Suppe am A::::::: runter ,aber du kannst laut Internet sehen wie warm es draußen ist.

04.06.2013
00:27
Überfüllte ICE bleiben für viele Bahnkunden Alltag
von buerger99 | #4

Nach einer gewissen Zeit hatten die Laufflächen jedoch platte Stellen und somit tanzten die Tassen im Zug ( ratter, ratter, ratter ).
Also entweder 1 Mrd.DM für lufgefederte Drehgestelle oder 2. Lösung Lauffläche durch Gummi von Ache entkoppeln.
Die Firma hat diese Räder auch der SNCF und japan Rail angeboten. Beide haben diese Achsen wehement abgelehnt! Grund unkontrolierbare Ermüdungsbrüche und sogar eine Wahrnung für die DB ausgesprochen, macht das NICHT!
Monate vor dem Unfall hatte ein Straßenbahnunternehmen Wahrungen an die Bahn geschickt, Ermüdungsbrüche können schneller aufrteten. Die Grenzwerte für das "runterfahren der Lauffläche" wurden verringert. Nur die Bahn sah keine Änderungsnotwendigkeit.

Lest euch das zu dem Unfall durch "Wartungsfehler" ! :
http://de.wikipedia.org/wiki/ICE-Unfall_von_Eschede

Reichen die bisherigen Unfälle wegen Fusch, Wartungsfehlern noch nicht. Muss es noch mehr tote geben?

04.06.2013
00:13
Überfüllte ICE bleiben für viele Bahnkunden Alltag
von buerger99 | #3

Die EBA hat sogar zu wenig MACHT!
Nur mal zur Erinnerung :
- Die ICE3 Achsen hätte alle 60.000km geprüft werden müssen. Mehdorn ist hingegangen und hat die Achsen nur alle 300.000km prüfen lassen! Einfach mal so! Nun hat die EBA zu Recht die Achsen alle 30.000km prüfen lassen.
- Der ICE3 der die Tür verloren hat, hätte NIE München verlassen dürfen.
Vor 15 Jahren zerschellte der ICE1 an einer Brücke in Eschede. Grund, gebrochene Laufflächen. Der Unfall war absehbar, vorhersehbar. Die SNCF und Japan Rail haben die Achsen abgelehnt!
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen :Der deutsche Nobel ICE
fährt mit Straßenbahnradreifentechnik als Hochgechwindigkeitszug.
Der Grund war, das Stand der Technik luftgefederte Drehgestelle 1 Mrd. DM gekostet hätten ( ursprünglich auch geplant ). Waigel ging die Knete aus. Also wurden normale Blattfedern verbaut.

03.06.2013
16:05
Überfüllte ICE bleiben für viele Bahnkunden Alltag
von Knuddelkater | #2

da gibt´s nur eins - Sitzplatz reservieren lassen

03.06.2013
09:36
Zum 15. Jahrestag des Unglücks Eschede ist die Frage angebracht,
von vantast | #1

ob nicht durch eine starre Verbindung zwischen den Teilzügen/Wagen ein derart großes Unheil hätte verringert werden können. Franzosen haben so etwas, haben sie intelligentere Ingenieure, Prüfer? Den Zieharmonikaeffekt gäbe es ausgeprägt nicht.
Wäre das nicht auch einer Prüfung wert?

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