Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Schuldenkrise

Troika und Griechenland sind sich weitgehend einig

17.10.2012 | 19:00 Uhr

Brüssel.  Einzig technische Fragen zu bestimmten Sparmaßnahmen seien noch offen, heißt es aus der Troika aus EZB, EU-Kommission und IWF. Die Delegationsleiter haben ihre Verhandlungen vor Ort beendet. Auf die meisten Schlüsselmaßnahmen des Sparprogramms haben sich Troika und Griechenland geeinigt.

Die Rettung Griechenlands ist wieder in greifbare Nähe gerückt: Die Troika der Schuldenkontrolleure hat sich mit der Athener Regierung "auf die meisten Schlüsselmaßnahmen" geeinigt, um das Sparprogramm wieder ins Gleis zu setzen. Das teilte die Troika aus Europäischer Zentralbank (EZB), EU-Kommission und Internationalem Währungsfonds (IWF) am Mittwochabend mit. Eine vollständige Einigung werde "in den kommenden Tagen" erwartet.

Die Verhandlungsführer der Troika hätten mit der griechischen Regierung "umfassende und produktive" Diskussionen über die nötigen Maßnahmen geführt, mit denen Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit wieder hergestellt und eine nachhaltige Steuerpolitik "in einer sozial ausgewogenen Weise" sichergestellt sowie das Finanzsystem gestärkt werden könnten, erklärte die EU-Kommission. Bei den aktuellen Verhandlungen geht es um die Auszahlung einer weiteren Hilfstranche in Höhe von 31,5 Milliarden Euro für das hochverschuldete Griechenland.

Nur technische Fragen noch offen

Die Gläubiger hatten als Bedingung für die Auszahlung weitere Einsparungen gefordert. Diese werden von großen Teilen der griechischen Bevölkerung abgelehnt. Die Gewerkschaften haben für Donnerstag zu einem Generalstreik gegen die Austeritätspolitik aufgerufen.

Die Delegationsleiter haben ihre Verhandlungen vor Ort beendet und sind in ihre Hauptquartiere zurückgekehrt. Gelöst werden müssten im Grunde nur noch "technische Fragen" zu bestimmten Reformelementen und einzelnen Sparmaßnahmen, sagte ein Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn auf Nachfrage der dapd. Die Troika werde dem EU-Gipfel am (morgigen) Donnerstag aber noch keinen Zwischenbericht vorlegen, so der Sprecher.

Für Griechenland hängt das finanzielle Überleben von dem Prüfergebnis ab. Das Land durchlebt die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg und steckt das fünfte Jahr in Folge in der Rezession. In den Verhandlungen mit der Troika steht die Regierung daher erheblich unter Druck: Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist ohne Job. (dapd, afp, rtr)



Kommentare
18.10.2012
21:47
Troika und Griechenland sind sich weitgehend einig
von Herbert57 | #4

Troika und Griechenland sind sich also einig.Schön.
Jetzt muß "Mutti" nur noch Goldman & Sachs in den USA um Erlaubniss bitten
und der Deal ist abgesegnet.

18.10.2012
07:49
Troika und Griechenland sind sich weitgehend einig
von Kravattenmuffel | #3

Wir sind uns einig…
Nur noch ein paar kleine Fragen…
Da muss nur noch „XY“ zustimmen…
Es ist eigentlich alles klar…

Wie oft haben wir diese Floskeln in den letzten Jahren gehört?
Wie oft war es das letzte Sparpaket, die letzte Chance, die letzte Überweisung…

Und? Was hat es gebracht? Wird es diesmal etwas nützen?

Ich fürchte NEIN. Es lässt sich zuviel Geld mit diesen Weltuntergangsszenarien machen. Was ist finanzpolitisch Griechenland? Ein Fliegenschiss. Hier jammern nur die, die an diesem Elend reich werden. Diesen Leuten gehört ihre „Spielwiese“ abgenommen. Sie gehören geächtet und ausgestoßen.
Aber die Ohnmacht ist überall.

18.10.2012
07:41
"Sperrkonto" als neuer Running Gag
von Finnjet | #2

Jetzt haben sich die Politiker einfallen lassen, dass die nächste Tranche auf ein Sperrkonto wandern soll und nur zur Schuldentilgung dienen soll, damit es nicht in dem allgemeinen Haushalt Griechenlands versickert!
Das ist für mich das Highlight des Tages, und dafür gehe ich doch gerne arbeiten und Steuern zahlen. Ich kann es einfach nicht fassen, für wie blöde die Politiker ihre Wähler halten wollen....

18.10.2012
06:19
Troika und Griechenland sind sich weitgehend einig
von Papageiengeplapper | #1

Glückwunsch an die Bankenmafia und ihre Vasallen. Ein weiterer Sieg gegen die Bürger.

Aus dem Ressort
Was Ikea-Kunden zum lebenslangen Umtauschrecht wissen müssen
Ikea
Möbelriese Ikea wirbt damit, Ware ab sofort jederzeit umtauschen zu können - und das auch noch Jahre später. Das lebenslange Rückgaberecht gelte jedoch nur bei Ware, die ab sofort gekauft werde. Ihr Zustand ist dabei vollkommen egal. Mit einer Rückgabe-Welle rechnet das Unternehmen trotzdem nicht.
Gericht macht Weg frei für die Sanierung des Autobauers Saab
Kultmarke
Der Weg für die Sanierung des schwedischen Autoherstellers Saab ist frei. Ein Gericht hat einem Sanierungsverfahren unter Gläubigerschutz zugestimmt. Im ersten Versuch, solch ein Verfahren anzuschieben, waren die Verantwortlichen weniger erfolgreich gewesen.
Stadtwerke übernehmen Steag komplett für 570 Millionen Euro
Steag
Die Verträge sind unterzeichnet: Das Konsortium aus sieben Ruhrgebiets-Stadtwerken übernimmt die Evonik-Tochter Steag komplett. Für die 49 Prozent des Energie-Unternehmens, die noch nicht in ihrem Besitz waren, zahlen die Städte einen Kaufpreis von 570 Millionen Euro.
Ford exportiert Mustang-Neuauflage erstmals weltweit
Mustang
Der Kult geht um die Welt: Ford hat angekündigt, die Produktion der neu aufgelegten Mustang-Reihe erstmals weltweit zu exportieren. Vor allem Länder wie Australien, Großbritannien und Südafrika dürfen sich freuen. Erstmals gibt es eine Variante mit Lenker auf der rechten Seite.
Auch Google entwickelt Drohnen für Waren-Zustellungen
Drohnen
Als Amazon den Prototypen seiner Zustell-Drohnen vorstellte, hielten das viele für einen Werbe-Gag. Aber auch Google arbeitet ernsthaft an fliegenden Paket-Boten. Das ambitionierte Ziel: Warenlieferung in ein bis zwei Minuten.
Umfrage
Die Städte in NRW fordern viele Millionen von Bund und Land, um marode Straßen zu reparieren . Wie zufrieden sind Sie mit dem Zustand der Straßen?