Das aktuelle Wetter NRW 11°C
D-Mark

Trennung fällt schwer - Noch 13,2 Milliarden D-Mark im Umlauf

25.12.2012 | 15:00 Uhr
Funktionen
Trennung fällt schwer - Noch 13,2 Milliarden D-Mark im Umlauf
Knapp elf Jahre nach der Einführung des Euro-Bargelds sind noch Milliardensummen in alter Währung im Umlauf.Foto: dpa

Frankfurt/Main.   Elf Jahre ist es fast her, dass der Euro die D-Mark abgelöst hat. Doch noch immer vermutet die Bundesbank etwa 13,2 Milliarden D-Mark im Umlauf. Wenige allerdings horten ihr altes Geld aus Nostalgie. Ganz unterwartet stoßen viele auf alte Reserven - in den skurrilsten Verstecken.

Seit fast elf Jahren hat die D-Mark als Zahlungsmittel ausgedient - doch die alte Liebe zur Währung der Deutschen lebt fort. Nach Zahlen der Deutschen Bundesbank waren Ende November 2012 noch rund 171 Millionen D-Mark-Scheine und rund 23,7 Milliarden D-Mark-Münzen im Umlauf. Der Gesamtwert liegt bei stolzen 13,2 Milliarden D-Mark oder umgerechnet 6,75 Milliarden Euro.

Oft führen aber nicht Treue oder Sammlerleidenschaft, sondern schlicht die Vergesslichkeit dazu, dass das ausgediente Geld nicht umgetauscht wird. Es bleibt jahrelang verschollen und wird dann zufällig bei Umzügen irgendwo im Keller oder in alten Koffern entdeckt.

Frau fand 1000-DM-Scheine in Gardinen eingenäht

Die Bundesbank berichtet von Geldschein-Funden im Wert von mehreren Tausend D-Mark, die etwa nach dem Tod der Großeltern beim Tapezieren hinter der alten Tapete entdeckt wurden.

Eine Frau stieß nach dem Tod der Mutter auf eine außergewöhnlich wertvolle Gardine: In den Vorhang waren von oben bis unten 1000-DM-Scheine eingenäht. Andere Hinterbliebene wunderten sich nach dem Tod von Oma und Opa darüber, dass der Arzneischrank vollgestopft war mit Tabletten-Röhrchen. "Als sie beim Ausräumen zufällig ein Röhrchen öffneten, stellten sie fest, dass sich in allen fein säuberlich eingerollt Banknoten befanden", berichtet ein Experte der Notenbank.

Auf 2500 D-Mark stieß ein Mann beim Verkauf seines Wohnwagens. Bei der Endreinigung entdeckte er die längst vergessenen Scheine, die ursprünglich für einen Urlaub gedacht waren, den er am Ende doch nicht antrat.

Kostenloser Umtausch unbefristet möglich

Die Bundesbank vermutet aber auch größere Mengen der D-Mark-Scheine im Ausland, betont ein Fachmann: "Die D-Mark wurde vor allem im damaligen Jugoslawien sowie seinen Nachfolgestaaten und in anderen Teilen Osteuropas zum Teil als Zweitwährung und weltweit als Transaktions- und Wertaufbewahrungsmittel genutzt."

Meldung vom 17.9.2012
65 Prozent der Deutschen sehnen sich nach der D-Mark zurück

Die Deutschen sehen den Euro skeptisch. Laut einer neuen Studie glauben 65 Prozent der Deutschen, dass es ihnen mit der D-Mark heute "viel besser"...

Dabei halten die Menschen vor allem ihre Münzen zurück. Im Vergleich zum Wert des D-Mark-Bargelds Ende 2000 befanden sich im November 2012 noch rund 2,4 Prozent der Banknoten, aber rund 43 Prozent der Münzen irgendwo auf der Welt im Umlauf.

Die Bundesbank wechselt das alte Geld weiterhin und unbefristet kostenlos in Euro - entweder direkt in einer ihrer Filialen oder postalisch über die Hauptverwaltung Mainz. Der Versand geschieht allerdings auf Risiko des Kunden.

Nicht alle Euro-Länder tauschen altes Geld noch um

Nicht alle Notenbanken des Eurosystems nehmen frühere nationale Währungen bis zum Sankt Nimmerleinstag an: Wer noch Französische Francs, italienische Lira oder griechische Drachmen hat, kommt zu spät. Wer noch Pesetas aus einem Spanien-Urlaub hat, kann sich hingegen Zeit lassen: Die Banco de España will wie die Bundesbank auf unbegrenzte Zeit alte Scheine und Münzen gegen Euro-Bargeld tauschen.

In Deutschland wurde von diesem Angebot in den ersten elf Monaten 2012 knapp 215 000 Mal Gebrauch gemacht. Dabei wurden Scheine und Münzen im Wert von 121,7 Millionen D-Mark (62,22 Mio. Euro) aus dem Verkehr gezogen - pro Geschäft gingen demnach bei der Bundesbank durchschnittlich rund 570 D-Mark ein. (dpa)

Kommentare
25.12.2012
15:53
Trennung fällt schwer - Noch 13,2 Milliarden D-Mark im Umlauf
von Seraquael | #1

Ein bisschen Nostalgie muss doch erlaubt sein. Ich habe die Banknoten der letzten zwei Serien und alle DM-Kursmünzen an der Wand hängen und mir müsste es schon sehr dreckig gehen bevor ich die mal abgebe.

Was Geldverstecke angeht waren meine Großeltern recht einfallsreich. Die Familie hat sich immer über den riesigen Vorrat an Einmachgläsern im Keller gewundert die teilweise über 20 Jahre alt waren, eingemacht hin oder her, gegessen hätte die keiner mehr, bis wir diese nach Ihrem Tod entsorgten. In den ganz Alten aus den 70ern und 80ern waren eingeschweißte Geldbündel versteckt. Als Metzgereibetreiber hatten die beiden schon so ein Gerät bevor man sie in jedem Teleshop kaufen konnte.

Aus dem Ressort
Experten zweifeln an Junckers EU-Investitionsprogramm
Investitionen
Europas Konjunktur kommt nicht richtig in die Gänge. Nun gibt es ein Wachstumspaket von EU-Kommissionspräsident Juncker. Experten haben Zweifel.
Land gibt grünes Licht für Steag-Übernahme durch Stadtwerke
Energie
Die Genehmigung für das umstrittene 1,2-Milliarden-Geschäft der Ruhr-Stadtwerke liegt vor: Sie dürfen den Essener Kraftwerkskonzern Steag übernehmen.
Deutsche Bank überdenkt Strategie - Postbank auf Prüfstand
Deutsche Bank
Die Geschäftsentwicklung der Deutschen Bank bleibt hinter den eigenen Ansprüchen zurück. Eine neue Strategie muss her. Denkverbote gebe es nicht.
Middelhoff bleibt wegen Fluchtgefahr in Untersuchungshaft
Haft
Die Haftbeschwerde des Ex-Arcandor-Chefs Thomas Middelhoff wurde erneut abgewiesen. Wegen Fluchtgefahr bleibt der 61-Jährige in Untersuchungshaft.
Commerzbank zahlt Anleger 10.000 Euro für riskanten Fonds
Vergleich
Die Commerzbank und ein Anleger aus Bochum einigen sich auf einen Vergleich. Das Geldinstitut zahlt nach dem Verkauf eines Risiko-Fonds 10.000 Euro.