Das aktuelle Wetter NRW 0°C
ThyssenKrupp

ThyssenKrupp fürchtet Hacker-Angriffe auf Firmenserver

16.08.2012 | 12:57 Uhr
ThyssenKrupp fürchtet Hacker-Angriffe auf Firmenserver
ThyssenKrupp will sich vor Cyberangriffen schützen.Foto: dapd

Düsseldorf.  Die Angst vor Cyberattacken in deutschen Unternehmen nimmt zu. Der Mischkonzern ThyssenKrupp erwägt laut einem Medienbericht, sich gegen Angriffe auf die Unternehmens-IT zu versichern. Schließlich gehe es bei solchen Angriffen um Schäden von bis zu 50 Millionen Euro.

Der Mischkonzern ThyssenKrupp wappnet sich gegen Angriffe von Computerhackern und erwägt hierzu auch den Abschluss einer Versicherung. Das Unternehmen ergreife umfangreiche Maßnahmen, um die Risiken durch die zunehmende elektronische Vernetzung zu verringern, teilte der größte deutsche Stahlkocher am Donnertag mit.

"Im Rahmen dieses Maßnahmenpakets prüfen wir auch einen adäquaten Versicherungsschutz." Der "Financial Times Deutschland" zufolge will ThyssenKrupp eine Versicherung gegen Produktionsausfälle durch Cyberattacken abschließen. Dabei gehe es um Schäden in einer Höhe von bis zu 50 Millionen Euro, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Branchenkreise.

ThyssenKrupp nehme die Sicherheit seiner Geschäftsprozesse ständig unter die Lupe, erklärte das Unternehmen. "Dazu gehört auch die permanente Überprüfung der Informationstechnologien, um die IT-gestützten Geschäftsprozesse so sicher wie möglich abzuwickeln." Welche Schäden durch Angriffe aus dem Cyberspace entstehen könnten, blieb offen.

ThyssenKrupp ist der größte Stahlproduzent Deutschlands

ThyssenKrupp ist breit aufgestellt. Der Konzern ist nicht nur der größte Stahlproduzent Deutschlands, er stellt auch Fahrstühle, Chemieanlagen oder Rüstungsgüter wie U-Boote und Fregatten her. Mit rund 167.000 Mitarbeitern erzielte ThyssenKrupp allein in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2011/12 (per Ende September) einen Umsatz von 35 Milliarden Euro.

Auch andere Konzerne haben sich in der Vergangenheit zurückhaltend zu der Gefahr von Angriffen aus dem Internet geäußert. Die Betreiber von Atomkraftwerken haben etwa darauf verwiesen, dass die IT in den Anlagen in einem geschlossenen System arbeite, wodurch Angriffe von außen wirkungslos blieben. Die Versicherungswirtschaft stellt sich allerdings bereits längst auf einen wachsenden Markt ein.

Münchener Rück warnt: Hacker-Angriffe auf Unternehmens-IT nehmen zu

So warnt der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück vor der Gefahr. Hacker-Angriffe auf die IT von Unternehmen und sensible Kundendaten nähmen zu. "Cyber-Risiken können zu erheblichen Kosten führen und für Konzerne zu einem eigenkapitalrelevanten Fall werden", hatte Andreas Schlayer, Experte bei der Münchener Rück für den noch kleinen Versicherungsmarkt in diesem Bereich, bereits im vergangenen Jahr in einem Reuters-Interview gesagt. Besonders hohe Schäden seien bei IT-Ausfällen an der Börse, bei Telekom- und Mobilfunkunternehmen, im Flug- und Bahnverkehr, bei Banken sowie teilweise auch bei Auto-Herstellern zu erwarten. "Auch Regierungen modellieren schon Szenarien und rechnen durch, was Cyber-Attacken ihr Land kosten würde", sagte der Experte.

  1. Seite 1: ThyssenKrupp fürchtet Hacker-Angriffe auf Firmenserver
    Seite 2: Innenminister Friedrich denkt über ein IT-Sicherheitsgesetz nach

1 | 2

Facebook
 
Kommentare
16.08.2012
16:22
ThyssenKrupp fürchtet Hacker-Angriffe auf Firmenserver
von doddl2 | #1

Warum stellen die Unternehmen nicht einfach Leute ein, die Ahnung von der Sache haben? Es gibt keine 100%ige Sicherheit, aber dann muss man halt eine Struktur implementieren, die so wenig Schwachpunkte wie möglich hat. Das können allerdings nur die wenigsten PC-begeisterten Azubis.... ;-)

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/6988796/create

Umfrage
Dramatischer Kurseinsturz beim Nikkei-Index in Tokio , auch der DAX hatte am Vortag verloren . Legen Sie noch an der Börse Ihr Geld an?

Dramatischer Kurseinsturz beim Nikkei-Index in Tokio , auch der DAX hatte am Vortag verloren . Legen Sie noch an der Börse Ihr Geld an?

 
Fotos und Videos
Premiere der neuen S-Klasse
Bildgalerie
Mercedes-Benz
Zwischen Bangen und Hoffen
Bildgalerie
Opel Bochum
Opel-Aus im Jahr 2015
Bildgalerie
Opel
Zyperns Banken geöffnet
Bildgalerie
Euro-Krise
Aus dem Ressort
Brauer in NRW sehen "Kulturgut Bier" durch Fracking bedroht
Erdgas
Bis zu 13 Jahre lang könnte Deutschland den Gasbedarf mit im Gestein schlummernden Reserven decken. Doch mit reinem Bier könnte dann Schluss sein - meint zumindest der Brauerverband. Die Gasfördermethode Fracking könne zu Verunreinigungen im Grundwasser führen und so die Bierqualität beeinflussen.
Essener Firma Sanha sammelt 25 Millionen an der Börse ein
Unternehmensanleihe
Erfolgreiche Anleihe: Der Essener Rohrleitungsspezialist Sanha hat bereits am ersten Tag das gesetzte Ziel erreicht. Die Platzierung des Wertpapiers brachte dem Unternehmen 25 Millionen Euro ein. Wegen der großen Nachfrage musste die Zeichnungsfrist sogar vorzeitig beendet werden.