Tester fischen Mogelpackungen bei Lachs aus den Regalen
29.12.2009 | 19:37 Uhr 2009-12-29T19:37:00+0100
Essen. Verbraucherschützer der Stiftung Warentest haben Lachs in Supermärkten unter die Lupe genommen. Was ihnen mancherorts auf den Tisch kam, war wenig appetitlich oder grenzte an Verbrauchertäuschung. Die positive Erkenntnis: Gut muss nicht teuer sein.
Kurz vor Weihnachten waren viele Kühlregale für Lachs in den Supermärkten geplündert. Die geräucherte Delikatesse geht auch zu Silvester besonders gut. Die Stiftung Warentest hat herausgefunden, dass bei Lachs Qualität nicht unbedingt etwas mit dem Preis zu tun haben muss.
So landeten die Produkte der Discounter Lidl (Ocean Sea) und Aldi Süd (Norfisk Premium) mit den Noten 2,0 und 2,1 und einem Preis von 1,40 Euro pro 100 Gramm ganz vorn auf der Hitliste der untersuchten Lachse. Knapp davor liegen die Angebote des Herstellers Friedrichs, die aber deutlich teurer sind: Premium Rauchlachs vier Euro und Biolachs Naturland 5,30 Euro.
Allein der nicht abgepackte Lachs im Berliner Edelkaufhaus KaDeWe fiel mit „mangelhaft” komplett durch. Der Käufer von „Test” zahlte 14,80 Euro für 100 Gramm des vermeintlichen irischen Wildlachses. „Doch in Freiheit schwamm dieser Lachs nie”, stellten die Verbraucherschützer fest. Die frische Farbe verdankte das Fleisch laut „Test” zugefüttertem Karotin. Zudem sei der Lachs verdorben gewesen. KaDeWe nahm ihn aus dem Programm.
Als „Mogelpackung” entlarvten die Experten drei Wildlachs-Sorten (Stührk, Friedrichs, Laschinger), die sie nur mit 3,1 bis 3,5 bewerteten. Wildlachs enthält in der Regel weniger Fett als Zuchtlachs, weil sich die Tiere frei bewegen. Doch den Testern war der Geruch zu tranig und der Geschmack zu fischig.

15:33
Oft in Fjorden oder Buchten als schwimmende Fischfarmen eingerichtet, werden dort Tausende Fische auf engem Raum zusammengepfercht, genau wie bei der tierquälerischen Massentierhaltung in der Landwirtschaft. Weltweit werden so bereits über 10 Millionen Tonnen Fisch gezüchtet. Hierbei handelt es sich meist um Lachsarten, welche mit Fischmehl, das vor allem aus Südamerika geliefert wird, gefüttert werden.
Die Lachse, die in einer solchen Haltung produziert werden, bekommt man in Deutschland z.T. in Bio-Läden als Lachs aus ökologischem Anbau zu kaufen. Es handelt sich hierbei um einen auf Profit orientierten Wirstchaftszweig, der das gesamte maritime Ökosystem gefährdet. Denn das Fischmehl, welches zur Fütterung verwendet wird, besteht meist aus der peruanischen Sardelle. Um 1kg Lachs zu erzeugen, werden 5-6kg Fischmehl (von Speisefischen) verfüttert.
Wie bei jeder Form der Massentierhaltung breiten sich Krankheiten und Parasiten schnell aus. Auch in Fischfarmen werden dem Futter daher Medikamente und Chemikalien beigemischt. All diese Stoffe werden von der Strömung in die Meere getrieben und gefährden dort andere Tiere und Pflanzen.
Doch nicht nur im offenen Meer breiten sich die Fischfarmen immer weiter aus. In Asien wurde bereits ein Großteil der Mangrovenwälder abgeholzt, um in dem weichen Boden Becken auszuheben, welche mit Fischen oder Shrimps besetzt werden. Ganze Buchten sind durch diese Zuchtbetriebe verseucht worden.
22:21
Der Aldi Lachs ist normalerweise gut.
Aber kurz vor Weihnachten wurde in vielen Gelsenkirchener Filialen eine Art Schuhsohlenaufschnitt mit einer dicken Dillpanade angeboten. Ekelhaft sah der Fisch aus!
21:54
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