Tengelmann unterstützt junge Lebensmittel-Onlinehändler

Christian Winter ist Geschäftsführer der Tengelmann Venture GmbH.
Christian Winter ist Geschäftsführer der Tengelmann Venture GmbH.
Foto: Christoph Reichwein
Was wir bereits wissen
Die Mülheimer Unternehmensgruppe Tengelmann investiert Millionen in die beiden jungen Lebensmittel-Onlinehändler Shopwings und Bonativo.

Mülheim.. Die Unternehmensgruppe Tengelmann erhöht ihre Investitionen in junge Internetfirmen. Erstmals beteiligt sie sich an Online-Supermärkten für Lebensmittel.

Der Mülheimer Handelskonzern befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. In den vergangenen Jahren hat Tengelmann seine Süßwarenfabrik Wissoll geschlossen und sich von der Drogeriekette kd sowie dem Discounter Plus getrennt. Derzeit sucht das Unternehmen einen Käufer für seine 451 Kaiser’s/Tengelmann-Supermärkte. Im stationären Handel verbleiben die Baumarktkette Obi und der Textildiscounter Kik.

Im Gegenzug baut der Konzern sein junges Geschäftsfeld Tengelmann Ventures immer weiter aus. Die Mülheimer sind inzwischen an weltweit rund 40 jungen Firmen beteiligt. Darunter sind Softwareanbieter, der Essen-Lieferservice Delivery Hero, aber auch Westwing – Deutschlands erster Online-Shoppingclub für Einrichtungsgegenstände. Den größten Bekanntheitsgrad hat indes der zum Riesen aufgestiegene Online-Modeversender Zalando, an dem Tengelmann seit 2008 beteiligt ist.

Potenzial beim Online-Handel

Nun steigt der Konzern auch in zwei Lebensmittel-Start-ups ein, die erst seit wenigen Monaten am Markt sind. Der Online-Supermarkt Shop Wings wird von Tengelmann Ventures, Rocket Internet und weiteren Investoren mit zwölf Millionen Euro unterstützt. Bonativo, ein sogenannter Wochenmarkt im Internet, erhält von Tengelmann und Rocket 3,2 Millionen Euro. Mit dem frischen Kapital wollen die jungen Unternehmen weiter wachsen, so dass auch die Kapitalgeber in Zukunft von der Rendite profitieren.

Kartellamt Christian Winter, Geschäftsführer von Tengelmann Ventures, sieht große Chancen für den Internet-Versand von Lebensmitteln. Bei einem Marktvolumen von 300 Milliarden Euro betrage der Online-Anteil gerade einmal 0,4 Prozent. „Da ist viel Platz für Online-Innovation und -Wachstum“, sagt Winter.

Tengelmann selbst betreibt mit Plus.de einen eigenen Online-Shop mit mehr als 250.000 Artikeln – außer Lebensmitteln. An babymarkt.de halten die Mülheimer die Mehrheit.