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Telekom-Mitarbeiter sind unzufrieden

20.06.2007 | 09:03 Uhr

Bad Neuenahr/Bonn. (WR/ddp) Mit einem komplexen Gesamtpaket hat der Verhandlungsmarathon um den Umbau der Telekom ein vorläufiges Ende gefunden.

Gestern stimmte die Große Tarifkommission von Verdi dem Verhandlungsergebnis zu. Allerdings nicht ohne Diskussionen - Teilnehmer berichteten von einer angespannten Atmosphäre. In der kommenden Woche werden die betroffenen Telekom-Beschäftigten per Urabstimmung kundtun dürfen, was sie von der Einigung halten.

Viele Mitarbeiter zeigten sich gestern alles andere als begeistert. "Ich bin stinkesauer", sagte ein 53-jähriger Fernmeldetechniker in Koblenz. Die Regelung, dass es vor Ende 2012 zu keiner betriebsbedingten Kündigung kommen darf, stimmt ihn wenig fröhlich. "Für mich heißt das, 2013 sind wir an der Reihe rausgeschmissen zu werden".

"Wir müssen schon seit zehn Jahren auf eine Lohnerhöhung verzichten", meint ein Kollege. Er habe ein Haus gebaut und wisse nicht, ob er es im nächsten Jahr noch abbezahlen könne. Der getroffenen Vereinbarung werde er in der Urabstimmung in keinem Fall zustimmen.

Der Kompromiss hält für die Mitarbeiter einige Härten bereit. In erster Linie müssen sie pro Woche 38 Stunden statt bisher 34 Stunden arbeiten, ohne einen finanziellen Ausgleich zu erhalten. Damit sinken also die Stundenlöhne der Betroffenen. Der Samstag wird Regelarbeitstag.

Auf der anderen Seite drohen den Beschäftigten keine direkten finanziellen Einbußen. Hier konnte Verdi seine Haltung durchsetzen, dass den Mitarbeitern nicht noch zusätzlich ins Portemonnaie gegriffen werden darf. Dabei ist die Gewerkschaft allerdings auf zukünftige Tarifrunden angewiesen, um ihre Absicht durchzuhalten.

Denn die Gehälter werden insgesamt ab Juli um 6,5 Prozent gekürzt. Die Kürzung wird den bestehenden Mitarbeitern 18 Monate lang zu 100 Prozent ausgeglichen, dann 12 Monate zu zwei Dritteln und weitere 12 Monate zu einem Drittel. Parallel sind Tarifrunden bis Ende 2008 ausgeschlossen.

Wenn Anfang 2009 die erste Absenkung der Entgelte greift, hofft Verdi auf neue Tarifabschlüsse, die die Kürzung auffangen. Nur dann kämen die Mitarbeiter langfristig ohne Einkommensverluste aus. Zuwächse wird es für sie vor Ende 2010 nicht geben. Zusätzlich werden größere Teile des Gehaltes leistungsabhängig gezahlt. Der variable Bestandteil steigt von jetzt 7 auf 15 bis 20 Prozent.

Neueinsteiger erhalten in Zukunft nur noch zwischen 21 400 und 23 200 Euro pro Jahr. Das sind über 30 Prozent weniger als bisher. Insgesamt hat sich die Telekom mit dieser Bezahlung deutlich den Wettbewerbern angenähert.

Auf der Habenseite steht für die Beschäftigten in erster Linie die Sicherung der Arbeitsplätze. Vor Ende 2010 dürfen die T-Service-Einheiten nicht verkauft werden. Dazu sollen die Mitarbeiter besser qualifiziert werden: Eine halbe Stunde der Mehrarbeit ist für Fortbildung reserviert.

Von Jörg Wagner und Stefan Schmitt

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