Das aktuelle Wetter NRW 9°C
Telekommunikation

Telekom erwartet Einbruch bei Festnetz-Geschäft

06.12.2009 | 12:04 Uhr
Telekom erwartet Einbruch bei Festnetz-Geschäft

Bonn. Durch den Preiskampf bei Breitbandanschlüssen rechnet die Deutsche Telekom innerhalb der kommenden drei Jahre mit Milliardenverlusten im Telefongeschäft. Der Konzern hätte daher seine Umsatzprognose bis 2012 jetzt drastisch gesenkt, heißt es in einem Medienbericht vom Sonntag.

Die Deutsche Telekom erwartet angeblich schneller als bislang angenommen einen dramatischen Einbruch im traditionellen Telefongeschäft. Das gehe aus der jüngsten Mittelfristplanung hervor, die der Konzern für die Prognosen zur Verschmelzung von T-Home und T-Mobile erstellte, berichtet die «Wirtschaftswoche». Demnach zeigen die internen Berechnungen, dass rund 60 Prozent der traditionellen Telefonumsätze, die vor allem bei traditionellen Analog- und ISDN-Anschlüssen anfallen, bis 2012 aus der Bilanz verschwinden. Statt 9,3 Milliarden Euro wie im Geschäftsjahr 2007 würden für das Jahr 2012 nur noch 3,6 Milliarden Euro eingeplant.

Mehr Verluste als Wachstum

Der Grund für den Einnahmeverlust: Ein Großteil der 28 Millionen Haushalte mit langsamen Analog- und ISDN-Anschlüssen wechsele schon in den nächsten Jahren zu den schnelleren Breitbandanschlüssen (DSL, Kabel, Glasfaser). Dort aber lieferten sich so viele Anbieter Preiskämpfe, dass der Breitbandboom nur einen Teil der Verluste im Telefongeschäft der Deutschen Telekom ausgleichen könne. Bis 2012 rechne das Unternehmen dort mit einem eher geringen Marktwachstum von 7,1 Milliarden Euro im Jahr 2007 auf 9,8 Milliarden Euro im Jahr 2012.

Der Siegeszug der Breitbandanschlüsse eröffnet der Telekom allerdings dem Bericht zufolge die Chance, früher als bisher geplant den teuren Parallelbetrieb von alter und neuer Technik im Festnetz zu beenden und viele Vermittlungsstellen eher abzuschalten. Die neuen, für die Breitbandanschlüsse entwickelten internetbasierten Universalnetze ließen sich nahezu vollautomatisch ohne den bisherigen Personalaufwand betreiben. Vor allem ein technischer Außendienst sei bei einmal eingerichteten Anschlüssen fast nicht mehr erforderlich.

In einer im Intranet veröffentlichten Antwort an einen besorgten Mitarbeiter bereitet Friedrich Fuß, der für das Festnetz zuständige Bereichsvorstand, laut Bericht seine Techniker auf tiefe Einschnitte vor: «Durch verstärkte Automatisierung, eine größere technische Stabilität sowie die zunehmende Sättigung des DSL-Marktes werden die Arbeitsmengen im Innen- und Außendienst deutlich zurückgehen.» Konzernchef René Obermann will im Februar alle Details des neuen Sparprogramms vorstellen. (ddp)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/2219281/create

Umfrage
Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

Das Aus für die Drogeriekette Schlecker ist besiegelt. Werden Sie Schlecker vermissen?

 
Aktuelle Fotos und Videos
Das Samsung Galaxy S III
Bildgalerie
Smartphones
Die wertvollsten Marken der Welt
Bildgalerie
Markenvergleich
"Lasst Opel nicht sterben"
Bildgalerie
Opel Bochum
Aus dem Ressort
13.200 Schlecker-Frauen ohne Job - Verdi gibt Politik Schuld
Schlecker
Der Gläubigerausschuss beschließt die Abwicklung des insolventen Unternehmens, da keine wirtschaftliche Perspektive erkennbar sei. 13.200 Beschäftigte verlieren damit endgültig ihren Arbeitsplatz. Gleichzeitig entbrannte ein Streit, wer für die Schlecker-Pleite verantwortlich ist.
Text 44 Kommentare 44
Deutsche Textilfirmen entdecken „made in Marokko“
Mode
Konzerne wie Zara oder Diesel lassen verstärkt ihre T-Shirts und Jeans in Afrika fertigen. Die Vorteile gegenüber China liegen auf der Hand: Es ist preisgünstiger – und schneller. Kritiker sorgen sich allerdings um die Näherinnen.