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Telefon-Abzocke von RWE-Tochter Eprimo?

16.09.2010 | 11:44 Uhr
Telefon-Abzocke von RWE-Tochter Eprimo?
Viele Menschen sind genervt von unerwünschten Telefonanrufen. (Foto: imago)

An Rhein und Ruhr.Unerwünschte Telefonanrufe sind verboten. Doch manche Unternehmen stört das wenig. Mehrfach negativ aufgefallen ist offenbar die RWE-Tochter Eprimo. Die Konzernleitung wehrt sich.

Die Ma­sche ist immer dieselbe. Wieder und wieder taucht die un­bekannte Nummer auf dem Festnetztelefon auf, zweimal täglich mindestens – manchmal auch öfter. Geht man ran, meldet sich am anderen Ende der Leitung meist niemand. Und wenn doch, dann ist das nicht unbedingt besser: Freundlich wird der Angerufene vom Mitarbeiter eines Callcenters be­grüßt. Er rufe im Auftrag des Energiediscounters Eprimo an, sagt er und dass er wisse, wie man viel Geld beim Stromkauf sparen könne. Er könne gerne Unterlagen er­stellen und zusenden – wenn der Angerufene nicht reagiere, sei der neue Vertrag gültig.

Unsaubere Methoden würden „nicht ge­duldet“

So kurz, so vermeintlich einfach – und so unseriös. Der Angerufene lehnt ab, beendet das Gespräch. Denn er ist sich sicher, nirgendwo nach Angeboten von Eprimo verlangt zu haben. Seit August vergangenen Jahres sind solche „Cold Calls“, also un­erwünschte Werbeanrufe, ge­setzlich untersagt. Das weiß auch Jürgen Rauschkolb, Sprecher bei der RWE-Tochter Eprimo. Man lege „größten Wert auf die Einhaltung der gesetzlichen Rahmenbedingungen“, versichert er auf NRZ-Nachfrage. Unsaubere Methoden würden „nicht ge­duldet“. Über das betreffende Callcenter habe er aber noch keine Beschwerden gehört. Womöglich sei im geschilderten Fall ein „schwarzes Schaf“ am Werk gewesen.

Ein Einzelfall also? Wiederholt war das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren wegen unseriöser Kunden-Akquise in die Kritik geraten. Noch im Februar dieses Jahres warnte die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz vor vermehrten Angeboten durch Eprimo – und davor, persönliche Daten am Telefon herauszugeben. In Nordrhein-Westfalen dagegen spielt das Unternehmen bislang offenbar nur eine untergeordnete Rolle. Eine Handvoll Beschwerden seien, vermehrt im Frühjahr, zu Eprimo eingegangen, sagt Peter Lindackers, Jurist bei der Verbraucherzentrale (VZ) NRW.

1000 Meldungen im Monat

Gleichwohl sind die schwarzen Schafe in der Branche nicht allein: Noch immer gehen Tag für Tag Beschwerden über unerwünschte Werbeanrufe bei der Verbraucherzentrale ein. Von 1000 Meldungen im Monat spricht dort Jurist Peter Lindackers. „Wenn ich einem Anruf vorher nicht ausdrücklich zugestimmt ha­be, dann ist das verboten“, betont er. Das Problem: Wer sich am Telefon belatschern und Unterlagen zu­schicken lässt, der hat schnell mehr am Hals als nur Info-Material. „Leider sind Verträge, die in solchen Telefonaten geschlossen werden, trotzdem gültig“, kritisiert Verbraucherschützer Lindackers.

Dagegen möchte jetzt auch die Landesregierung vorgehen. Vor der heute beginnenden Konferenz der Verbraucherschutzminister hat NRW-Vertreter Johannes Remmel (Grüne) eine Gesetzesinitiative angekündigt, die „unerlaubte Telefonwerbung für Unternehmen wirtschaftlich unattraktiv machen“ soll.

Bußgelder sollen auf bis
zu 250 000 Euro steigen

Er will einen Gesetzesantrag in den Bundesrat einbringen, der unter anderem eine „Bestätigungslösung“ vorsieht: Am Telefon geschlossene Verträge sollen demnach erst nach einer schriftlichen Bestätigung gültig werden – für den Pizzaservice oder das Bestellen eines Taxis gilt dies selbstverständlich nicht. Der seriöse Handel am Telefon solle nicht beeinträchtigt werden. betont Remmel. Aber Abzocke solle für die Unternehmen möglichst unattraktiv werden.

Deshalb fordert der Verbraucherschutzminister auch deutlich höhere Bußgelder für Verstöße gegen das Anruf-Verbot: Da sich so manches Un­ternehmen offensichtlich von 50 000 Euro Strafe nicht abschrecken lasse, sieht der Gesetzesentwurf Maximal-Bußgelder von bis zu 250 000 Euro vor.

Die nicht abreißenden Beschwerden der Verbraucher zeigten, dass die bestehenden Gesetze „nicht so wirkungsvoll wie erhofft“ seien, meint Remmel. Jürgen Rauschkolb, der Eprimo-Sprecher, dagegen sieht bei seinem Unternehmen keine Unrechtmäßigkeit. In den Beschwerdefällen, die er sich näher angeschaut habe, hätte immer ein „Opt-In“, also die Zustimmung, des Angerufenen vorgelegen. Wie die im Einzelfall zustande kommt, ist eine andere Geschichte...

Sarah Hubrich

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Kommentare
10.10.2010
19:36
Telefon-Abzocke von RWE-Tochter Eprimo?
von mitallensinnen | #10

Ich kann die unerlaubte Telefonaquise von eprimo nur bestätigen. Ich wurde innerhalb 3 Wochen angerufen. Eine Einwilligung habe ich nie gegeben. Die Informationen die im 1. anruf gegeben habe sind wohl versickert. Schwache Organisation. Beim nächsten anruf werde icj sie anzeigen.

17.09.2010
10:44
Telefon-Abzocke von RWE-Tochter Eprimo?
von Cape Town | #9

So ein Schwachsinn. Die Empfehlung mit der Trillerpfeife ist die Aufforderung zur Begehung einer Straftat, denn Körperverletzung ist eine solche. Ausserdem dürfte sie ziemlich wirkunsglos sein, da die meisten Telefone heute technische Sicherungen gegen derartige Spitzen haben.

Die Telekom wäre schön blöd, die Nummern der eigenen Kunden an die Konkurrenz zu verkaufen. Arcor muss einfach alle Nummern anrufen, die nicht zum eigenen Kundenstamm gehören. Und eine Geheimnummer (so einen Quatsch gibt es nicht mehr, seit die Sperrung der eigenen Nummer für die Auskunft und das Telefonbuch möglich ist) kann Arcor auch anwählen, wenn sie nicht veröffentlicht ist. Da werden einfach alle Nummern durchprobiert.

Betroffene finden schnelle und kostenlose Hilfe unter www.antispam.de

17.09.2010
09:19
Blockierter Kommentar.
von McAllister | #8

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

16.09.2010
14:18
Telefon-Abzocke von RWE-Tochter Eprimo?
von Moerser007 | #7

Macht doch Arcor auch! Ruft Telekomkunden an und werben mit niedrigen Tarifen.

Woher haben die unsere Nummer wenn wir nicht im Telefonbuch stehen?

Also verkauft die Telekom Kundentelefonnummern.Wie es halt üblich ist gegen BARES!

16.09.2010
14:16
Telefon-Abzocke von RWE-Tochter Eprimo?
von abcsagt | #6

Hier noch ein Link
www.verbraucherzentrale-bremen.de/download/verbraucherrecht/flyer-anschluss-hb.pdf

oder ganz einfach eine Triller kaufen und dann ...
aber Vorsicht, das andere Ende könnte ganz leicht einen Gehörschaden davon tragen.

16.09.2010
14:14
Telefon-Abzocke von RWE-Tochter Eprimo?
von berechtigter zweifel | #5

da fehlte eine Tilde in der URL
hier die richtige:
www.xs4all.nl/egbg/duits.pdf

16.09.2010
12:31
Telefon-Abzocke von RWE-Tochter Eprimo?
von rk | #4

Merke gerade, dass der direkte Link nicht mer funktioniert. Einfach bei Google ¥tegenscriptduits
oder Werbeanrufe Gegenfragen eingeben. Dann erscheint der Link der ¥tegenscriptduits beinhaltet. Schon ausprobiert, bin aber nie bis zum Ende des Scripts gekommen .)

16.09.2010
12:16
Telefon-Abzocke von RWE-Tochter Eprimo?
von rk | #3

Man kann auch einfach gegenfragen. Ein Ausfuerhliches Script dazu findet sich hier:

http://www.xs4all.nl/egbg/duits.pdf

16.09.2010
12:12
Telefon-Abzocke von RWE-Tochter Eprimo?
von xMNNx | #2

Ich sage immer ich möchte ausführlich beraten werden und er soll mir alle Tarife aufzählen. Dann lege ich den Hörer daneben und mein Gegenüber kann selbst entscheiden, wann er das Gespräch beenden möchte.

16.09.2010
12:01
Telefon-Abzocke von RWE-Tochter Eprimo?
von RuhrpottBrasileiro | #1

Wie verhaelt sich denn die WAZ-Media Gruppe? Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.Trotz mehrmaliger Aufforderungen, die Werbeanrufe zu unterlassen, nervt die Werbefirma fuer die WAZ ohne Skrupel weiter. Schaut auf euch selbst.

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