Das aktuelle Wetter NRW 14°C
Wirtschaft

Tausenden Bäckereien in Deutschland droht das Aus

24.09.2012 | 14:02 Uhr

Das Bäckereisterben in Deutschland geht weiter: Nach einer Prognose des Verbandes Deutscher Großbäckereien wird bis 2020 mehr als ein Drittel der Betriebe in der Bundesrepublik aufgeben müssen. Die Zahl der Bäckereien werde von zuletzt 14.000 auf 8.000 sinken wird, sagte Verbandspräsident Helmut Klemme am Montag in Düsseldorf.

Düsseldorf (dapd-nrw). Das Bäckereisterben in Deutschland geht weiter: Nach einer Prognose des Verbandes Deutscher Großbäckereien wird bis 2020 mehr als ein Drittel der Betriebe in der Bundesrepublik aufgeben müssen. Die Zahl der Bäckereien werde von zuletzt 14.000 auf 8.000 sinken wird, sagte Verbandspräsident Helmut Klemme am Montag in Düsseldorf.

Angeheizt wird das Bäckereisterben nicht zuletzt durch die wachsende Zahl von Backstationen in Discountern und Supermärkten. Ihre Zahl werde in den nächsten zwei Jahren voraussichtlich von derzeit rund 15.000 auf etwa 25.000 steigen, sagte Klemme. Dabei würden schon heute 60 Prozent aller Brote im Lebensmittelhandel verkauft.

"Die Verbraucher stimmen mit den Füßen ab: Diese Entwicklung geht eindeutig zulasten der kleinen Bäckereien", sagte Kemme. Ein Grund dafür dürfte das Preisgefälle sein. Ein Kilogramm Brot koste laut Marktforscher GfK beim traditionellen Bäcker durchschnittlich 3,88 Euro, in der Backstation dagegen nur 2,42 Euro, sagte der Verbandschef.

Verbraucher müssen mit steigenden Preisen rechnen

Der Konzentrationsprozess in der Branche hatte bereits vor Jahren begonnen. Nicht nur viele kleine Betriebe müssen aufgeben, auch Filialketten mit bis zu 50 Verkaufsstellen werden aus dem Markt gedrängt. Im Jahr 2010, dem letzten Jahr für das Zahlen vorliegen, hatten die 34 größten Bäckereien bereits einen Marktanteil von 30 Prozent. Die knapp 12.000 kleinsten Betriebe erreichten zusammen nur 20 Prozent. Seitdem hätten die Großbäckereien ihre Position noch weiter ausgebaut, sagte der Verbandschef.

Schlechte Nachrichten hatte der Verbandspräsident für Verbraucher: Der enorme Kostendruck bei Rohstoffen, aber auch bei Energie- und Personalkosten werde sich wohl in den Preisen niederschlagen. Das in diesem Jahr erwartete Umsatzplus der Branche von rund 200 Millionen Euro sei allein auf Preiserhöhungen zurückzuführen, hieß es. Insgesamt rechnet die Branche mit einem Umsatz von fast 18 Milliarden Euro.

Deutschland gehört beim Pro-Kopf-Verbrauch mit rund 57 Kilogramm Brot und Brötchen, fast 15 Kilogramm Backwaren und rund drei Kilogramm Backwarenprodukten nach wie vor weltweit zu den Spitzenreitern.

dapd

dapd

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7129393/create

Umfrage
Die Stimmung der Verbraucher hat sich laut einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK deutlich verbessert. Geben auch Sie derzeit kräftig Geld aus?

Die Stimmung der Verbraucher hat sich laut einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK deutlich verbessert. Geben auch Sie derzeit kräftig Geld aus?

 
Fotos und Videos
Premiere der neuen S-Klasse
Bildgalerie
Mercedes-Benz
Zwischen Bangen und Hoffen
Bildgalerie
Opel Bochum
Opel-Aus im Jahr 2015
Bildgalerie
Opel
Zyperns Banken geöffnet
Bildgalerie
Euro-Krise
Aus dem Ressort
ISE-Verkauf an mexikanisches Unternehmen weckt neue Hoffnung
Autozulieferer
ISE-Werk hofft auf Fortbestand: Das mexikanische Unternehmen Metalsa hat das ISE-Werk in Huckingen aufgekauft und ist nun für den Autozulieferer zuständig. ISE Automotive beliefert deutsche Hersteller, wie Mercedes, BMW und Audi, wohingegen Metalsa sich eher auf Nutzfahrzeuge fixiert hat.
Neue Zuwanderer sind laut Studie gebildeter als Deutsche
Studie
Ingenieure aus Spanien, indische IT-Spezialisten und Ärzte aus Marokko: Nach Deutschland wandern immer mehr Fachkräfte ein. Eine Studie belegt, dass das Bildungsniveau der Neuzuwanderer deutlich über dem deutschen Durchschnitt liegt. Das Klischee des analphabetischen Bauern hat ausgedient.