Tausende Beschwerden über irreführende Verpackungen
27.11.2012 | 17:14 Uhr 2012-11-27T17:14:42+0100
Berlin. 6500 Beschwerden über irreführende Lebensmittelverpackungen sind in den ersten anderthalb Jahren seit dem Start des Internet-Portals "Lebensmittelklarheit.de" eingegangen. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner wertet das als Erfolg. Die meisten Hersteller reagierten kurzfristig auf Anfragen.
Beim Internet-Portal der Verbraucherzentralen zur Information über irreführende Lebensmittelverpackungen haben Verbraucher seit dem Start vor eineinhalb Jahren insgesamt 6500 Produkte gemeldet. 1500 Fachfragen von Nutzern seien beantwortet worden, teilte das Bundesverbraucherministerium am Dienstag in Berlin mit. Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) erklärte, die Bilanz des Portals lebensmittelklarheit.de falle damit "beachtlich" aus. Es sei "eine richtige Entscheidung" gewesen, das Portal mit öffentlichen Geldern fördern.
Bei Anfragen von Nutzern reagierten 90 Prozent der Lebensmittelhersteller "kurzfristig auf die Anfragen zu den betreffenden Lebensmitteln", erklärte Aigner. Bei rund einem Drittel der auf lebensmittelklarheit.de genannten Produkte gingen die Firmen auf Kritik von Verbraucher ein und änderten Verpackung oder Aufmachung entsprechend.
Foodwatch sieht Bilanz kritisch
In "vielen Fällen" sei auch die Rezeptur verändert worden. So enthalte etwa Bananenschokolade künftig tatsächlich Banane. Daneben seien bestimmten Erdnüsse verändert worden, die künftig wirklich mit japanischem Wasabi-Meerrettich hergestellt würden.
Seit dem Start von Lebensmittelklarheit.de vor 100 Tagen sind bereits mehr als 3800 Produkte gemeldet worden, die schlecht gekennzeichnet oder irreführend aufgemacht sind. Verbraucherministerin Aigner (CSU) bewertet die Resonanz positiv, die FDP dagegen spricht von einem Fehlstart.
Die Verbraucherorganisation Foodwatch hingegen sieht die Bilanz von lebensmittelklarheit.de wie auch der eigenen Seite abgespeist. de kritisch. Dass Hersteller nur bei einem Drittel der beanstandeten Produkte hätten Hersteller Rezeptur oder Aufmachung geändert, zeige, dass Verbrauchertäuschung im Supermarkt "nur mit gesetzlichen Regelungen beizukommen" sei, erklärte Foodwatch Vize-Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. (afp)

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