Das aktuelle Wetter NRW 0°C

FDP-Anfrage

Tausende Beamte schon mit 45 in Frührente geschickt

29.06.2009 | 22:42 Uhr
Tausende Beamte schon mit 45 in Frührente geschickt

Frankfurt/Main. 25.000 Beamte sind bei Post und Telekom seit 2002 bereits mit 45 bis 48 Jahren Frührentner geworden. Laut einem Medienbericht werden die Fälle nicht ausreichend kontrolliert. So sei ein Beamter wegen Rückenleiden pensioniert worden, der später Tennis-Meister wurde.

25.000 Beamte bei Post und Telekom schon mit 45 bis 48 in Pension Utl: Bundesregierung nennt auf FDP-Anfrage Zahlen - Aufsichtsbehörde hat nur 278 Fälle beanstandet Frankfurt/Main (AP) Fast 25.000 Beamte sind bei den Nachfolgeunternehmen der Bundespost seit 2002 wegen Arbeitsunfähigkeit in die Frühpensionierung gegangen. Dabei waren sie erst 45 bis 48 Jahre alt. Das teilte die Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion mit. Die Partei bestätigte am Montag der AP einen entsprechenden Bericht des ARD-Magazins «Report Mainz». Der stellvertretende Fraktionschef Rainer Brüderle kritisierte, dass die Aufsichtsbehörde nur 278 der rund 24.767 Fälle beanstandete.

Jährlich werden bei Telekom, Post und Postbank zusammengenommen rund 3.000 Beamte wegen Dienstunfähigkeit frühpensioniert. 2008 waren es nach Angaben der Bundesregierung 1.369 bei der Telekom, 1.599 bei der Post und 233 bei der Postbank. Seit 2002 waren es bei der Telekom 9.109, bei der Post 13.513 und bei der Postbank 2.145. Das Durchschnittsalter lag 2008 bei 46 (Telekom) beziehungsweise 48 (Post); für die Postbank gibt es keine Angabe.

Keine ausreichende Kontrolle?

Die Krankheitsdiagnosen würden den Unternehmen nicht mitgeteilt, heißt es in der Antwort der Bundesregierung auf die entsprechende Frage. Die Aufsichtsbehörde, das ist die Bundesanstalt für Post und Telekommunikation Deutsche Bundespost, hat 2008 bei der Telekom nur zwei, bei der Post 173 und bei der Postbank 36 Fälle beanstandet.

In «Report Mainz» kritisierte der Koblenzer Fachhochschulprofessor Stefan Sell laut Vorabmeldung die Praxis: «Man hat quasi nur die Aktenlage geprüft. Man hat nicht überprüft: Ist dieser Mensch wirklich auch tatsächlich arbeitsunfähig?» Bei Beanstandungen habe die Aufsichtsbehörde nur moniert, dass zwischen dem Gutachten des Arztes und dem Antrag ein zu großer Zeitraum liege. Der FDP-Politiker Brüderle äußerte sich ähnlich: «Es drängt sich der Verdacht auf, dass man hier nicht mit letzter Klarheit dies überprüft.»

Das Magazin berichtete, ein Telekom-Beamter sei wegen Rückenbeschwerden für dienstunfähig erklärt worden, habe aber nur wenige Monate später die Vereinsmeisterschaft im Tennis gewonnen. Die drei Unternehmen verwiesen gegenüber «Report Mainz» auf die gesetzlichen Bestimmungen und betonten, dass alle Vorruhestandsfälle wegen Dienstunfähigkeit durch die Aufsichtsbehörde geprüft würden. (ap)

DerWesten

Facebook
 
Kommentare
13.08.2009
20:23
Tausende Beamte schon mit 45 in Frührente geschickt
von technikerheini | #72

warum mit 45 schon in frührente diese leute können ja auch noch andere tätigkeiten verrichten dafür gibt es die arbeitsagentur die euch dann berät unser einer muss bis 67 oder sogar länger
das ist ungerecht

13.08.2009
10:35
Tausende Beamte schon mit 45 in Frührente geschickt
von karlosdallos | #71

Weiter bin ich sicher,

dass die Politik nicht erst jetzt dahinter kommt,
sondern
DAS GEWOLLT HAT.

13.08.2009
10:27
Tausende Beamte schon mit 45 in Frührente geschickt
von karlosdallos | #70

Und ein Schaden !!

25 000 x 50 000 Pension = 1 250 000 000 pro jahr.

bei 67 Jahren - 47 Jahren = 20 Jahre

25 Milliarden Euro
-------------------------
-------------------------

13.08.2009
10:23
Tausende Beamte schon mit 45 in Frührente geschickt
von karlosdallos | #69

Seit 2002 wurde so ca. 27 000 verruhestandet.
Im besten Mannesalter Von 46-48 Jahren.
Bei noch ca. 130 000 verbleibenden Altbeamten.

Das ist eine Quote !!!!
Grob 25%.

Bauarbeiter müssen bis 67.

Alles nachzulesen unter www.bundestag.de unter hib (Heute im bundestag).

03.07.2009
19:12
Tausende Beamte schon mit 45 in Frührente geschickt
von jomeggs | #68

Das war doch schon zu der Zeit, als sich die Telekom und die Post fit für den Börsengang gemacht haben. Da wurden Tausende, mit wissen der Politiker, in Frührente geschickt. Habe in meinen erweiterten Bekanntenkreis auch solche Fälle. Die sind schon mit unter 40 in Rente gegangen. Wir müssen das alles bezahlen. Eine große Sauerei ist das.

01.07.2009
08:10
Tausende Beamte schon mit 45 in Frührente geschickt
von Thomas D. | #67

3,41 Millionen Menschen ohne Arbeit ( steht links auf der ersten Seite)

Pensionen mit 46 für Beamte, ähnliches geschied auch im Bergbau NRW oder im öffentlichen Dienst.

Das ist eine Seuche und Seuche müssen bekämpft werden egal wie. Zum Wohle der Allgemeinheit, dem Steuerzahler.
So denkt die Mehrheit, Wetten. Aber die Politik will Deine Stimme und nicht das wohl der Steuerzahler, oder sind sie der Meinung es würde jemand freiwillig dieses alte System finanzieren. Die des überflüssigen Beamten.


Thomas D.

30.06.2009
21:06
Tausende Beamte schon mit 45 in Frührente geschickt
von movienrz | #66

Der Artikel ist genau so unvollständig, wie der Report der Mainzer - also allenfalls Mainzer Handkäse mit schiefer Musik.

Vollständige Informationen gibt es hier:

http://forum.derwesten.de/viewtopic.php?p=752871#752871

30.06.2009
16:20
Tausende Beamte schon mit 45 in Frührente geschickt
von michschm | #65

Warum die Aufregung?
Dies war doch von Helmut Kohl und seinem christlich-neoliberalem Regime und all den Anderen Privatisierungsfetischisten gewollt!
Privatisierung heißt nun mal Vernichtung von Arbeitsplätzen Qualitätsverlust. Die Führer der Post haben nur das vollzogen, wozu sie von der Politik gezwungen wurden, Arbeitsplätze abgebaut.

30.06.2009
15:16
Tausende Beamte schon mit 45 in Frührente geschickt
von carbid | #64

@ Münte (#57)
Das tolle Weihnachtsgeld beträgt in NRW 30 % nach dem Bemessungsfaktor von 1993 (!)
Also kaum mehr als ein Almosen wo in der Industrie oder auch im Bankgewerbe ein volles 13. Monatsgehalt gezahlt wird.
(Hetze Nr. 1 zieht schon mal nicht)

Die Tarife bei der Kfz-Versicherung setzen die Versicherungsgesellschaften selbst fest. Genau wie diese Gewerbetreibenden oder Pfarrern auch Sonderrabatte einräumen.
(Also....die Hetze Nr. 2 dort loswerden)

Und was die Kranken- und Pflegeversicherung anbelangt...
Kaum jemand weiß, daß Beamte auch den Arbeitgeberanteil der Pflegeversicherung selbst tragen müssen.
(Soviel zu Hetze Nr. 3)

Aber in wirtschaftlich schlechten Zeiten ist es immer gut, wenn man eine Bevölkerungsgruppe hat, der man die Schuld daran zuweisen kann und gegen die man unbedarft Hetze betreiben kann.
Geschichte wiederholt sich eben mitunter.....

30.06.2009
10:25
Tausende Beamte schon mit 45 in Frührente geschickt
von immerNett | #63

Wenn der Beamtenstatus von vielen so erstrebt wird warum haben sie sich nicht um einen solchen bemüht? Briefträger, die von dem gezahlten Entgelt reich werden und nichts dafür tun gibt es doch massenhaft in Deutschland.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/89809/create

Umfrage
Mehrere Städte in NRW wollen die verkaufsoffenen Sonntage einschränken oder gar ganz abschaffen. Ist das eine gute Entscheidung?

Mehrere Städte in NRW wollen die verkaufsoffenen Sonntage einschränken oder gar ganz abschaffen. Ist das eine gute Entscheidung?

 
Neueste Aktivität
Aktuelle Fotos und Videos
Made in Duisburg
Bildgalerie
Motel One in Essen
Bildgalerie
Piraterie: Original und Fälschung
Bildgalerie
2 Kommentare 2
Aus dem Ressort
Ruhr-Uni sucht neue Konzepte für Opel-Standort Bochum
Opel
Die Ruhr-Universität Bochum will dabei helfen, den Opel-Standort in der Stadt zu sichern. Dazu starteten Sozialwissenschaftler am Montag eine Online-Befragung. Gesucht werden Ideen für künftige Qualifizierungsmöglichkeiten sowie Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten mit Hochschulen.
1 Kommentare 1
Deutsche Bank zahlt Leo Kirchs Erben 800 Millionen Euro
Kirch-Pleite
Die Deutsche Bank und die Erben des verstorbenen Medienmoguls Kirch einigen sich zehn Jahre nach der Pleite des Medienimperiums. Ex-Bank-Chef Breuer führte das wohl teuerste Interview aller Zeiten: Er hatte im Fernsehen die Kreditwürdigkeit Kirchs angezweifelt und damit möglicherweise die Pleite...
1 Kommentare 1