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Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren

10.12.2011 | 20:21 Uhr
Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
Für viele Arbeitnehmer gab es in den letzten zehn Jahren kaum spürbare Lohnerhöhungen. Im Bild: Metaller bei einem Warnstreik.Foto: WAZ FotoPool

Essen.  Was viele Arbeitnehmer bereits fühlten, ist nun offiziell bestätigt: In den letzten zehn Jahren sind die Tariflöhne kaum angestiegen. Eine Studie des NRW-Arbeitsministeriums zeigt, dass nach Abzug der Inflationsrate für den durchschnittlichen Arbeitnehmer nur eine Steigerung von 5,6 Prozent übrig bleibt.

Die Tariflöhne in NRW sind in den letzten zehn Jahren kaum gestiegen. Nach Abzug der Inflationsrate erhöhten sich die Tarife seit 2000 nur um insgesamt 5,6 Prozent. In 14 der 50 untersuchten Branchen sanken die realen Tariflöhne sogar. Zwischen 1990 und 2000 lag der Anstieg mit real 20, 7 Prozent noch viermal höher.  Dies ergibt sich aus der jüngsten Studie des NRW-Arbeitsministeriums, die den Zeitungen der WAZ-Gruppe vorlagen. 

„Die Abwärtsspirale nach unten muss gestoppt werden“, sagte NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD den  WAZ-Zeitungen. Spitzenreiter beim Anstieg der Reallöhne seit 2000 ist  die Metall- und Elektroindustrie mit einem Plus von 20,8 Prozent. Die höchsten Reallohnverluste gab es beim Tischlerhandwerk (-12,3%), Fleischern (-8,9%) und im Öffentlichen Dienst mit einem Minus von 8,7 Prozent. Auch bei Friseuren (-7,1%) und Gebäudereinigern (-6,5%) sanken die realen Tariflöhne. „Der Zusammenhalt der Gesellschaft ist bedroht, wenn immer mehr Menschen den Eindruck haben, dass ihre Leistung nicht angemessen entlohnt wird“, klagte Schneider.

Nicht-tarifliche Löhne sind sogar gesunken

Besonders deutlich wird der negative Trend, wenn die Löhne der nicht tariflich gebundenen Beschäftigten einbezogen werden. Danach sanken die Bruttomonatsverdienste je Arbeitnehmer – vor Steuern und Sozialabgaben – von 2000 bis 2010 sogar inflationsbereinigt um insgesamt 4,9 Prozent - in Deutschland um 4,0 Prozent.. Die Ursache: Nur noch 63 Prozent der Beschäftigten beziehen tariflich vereinbarte Löhne und Gehälter. „Tariflohnerhöhungen sind nicht automatisch mit Effektivlohnerhöhungen im gleichen Umfang verbunden“, sagte Schneider. 

Für bedenklich hält es der Minister, dass „nicht nur im Niedriglohnbereich immer mehr Menschen von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt werden, sondern zunehmend auch in der Mittelschicht“. Die Abkopplung der Reallöhne von der seit 2000 um 13,9 Prozent höheren Arbeitsproduktivität zeige, „dass in den letzten Jahren ein Spielraum für echte Einkommenssteigerungen vorhanden gewesen wäre“.

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Kommentare
12.12.2011
23:37
Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von karlwenzel | #18

@wkah

Oh doch, da bleiben jede Menge Fragen. Zum Beispiel:

Sind für Sie alle ÖD-Mitarbeiter Beamte?

Damit können Sie schaon einmal die erste Hälfte des von Ihnen zitierten Artikels "in die Tonne kloppen." Jedenfalls, was die Relevanz im Zusammenhang mit dem hier diskutierten Thema angeht.

Mit welchem Recht postuliert der genannte Artikel, dass - weil wir über unsere Verhältnisse gelebt haben und für die Pensionen - teils gesetzeswidrig - keine Rücklagen gebildet haben, dass die berechtigten Pensionsberechtigten weniger bekommen sollen?

pacta sunt sevanda. Das gilt auch hier. Beamte haben einen Vertrag unterschrieben. Und die Öffentlichkeit möchte ihn rückwirkend kündigen?

Sind Sie auch so ein Vertragsbrecher?

Was tun Leute, denen beim Vertragsabschluss eine Betriebsrente als Teil des Gesamtpakets versprochen wurde?
Verzichten die auf ihre Ansprüche?

Warum soll ein Feuerwehrmann, ein Polizist, ein Krankenhausarzt, ein Lehrer, ein Steuerfahnder, ein Richter, ein Erzieher, ein Straßenwärter, ein Planungsingenieur, ein Mitarbeiter des Finanzamts, des Straßenverkehrsamts, des Bürgerbüros usw. usf.
Geld abgeben, damit Abwrackprämie und Kurzarbeit (mit 90% Netto bei halber Arbeitszeit) im Automobilbau gezahlt werden?
Weil Autobau in deutschland systemrelevant ist?
Feuer löschen nicht?
Sicherheit nicht?
medizinische Notfallhilfe nicht?
Bildung und Erziehung nicht?

etc. pp.
ich hätte da noch so einige Fragen

Haben Sie Antworten?...



12.12.2011
19:55
Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von wkah | #17

http://www.stern.de/wirtschaft/job/die-gehaelter-der-staatsdiener-beamter-sorge-dich-nicht-diene-1644864.html


Da bleiben dann keine Fragen mehr Herr karlwenzel

12.12.2011
18:21
Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von karlwenzel | #16

Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von rincewindal | #15-1

Es geht nicht darum, ob der ÖD zu viel oder zu wenig verdient. Es geht darum, dass der Arbeitsminister eine Abwärtsspirale beklagt, die seiner Meinung nach gestoppt werden müsse. Die größte Branche mit negativer Tarifentwicklung ist jedoch der ÖD. Trotz steigender Steuereinnahmen und trotz steigendem Defizit schafft das Land es nicht, in der Tarifentwicklung Schritt zu halten. Dann sollten sie auch gefälligst die Klappe halten.
melden
Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von karlwenzel | #15-2

Da ist es wieder, das MÄRCHEN VOM UNPRODUKTIVEN ÖFFENTLICHEN DIENST.
Ich wünsche Ihnen:
- streikende Müllabfuhren
- streikenden Straßendienst im Winter, damit Sie zu spät zur Arbeit kommen
- streikende Bauamtsmitarbeiter, wenn Sie oder Ihr Betrieb eine Prüfung und
Genehmigung braucht
- streikende Polizisten,
- streikende Erzieher, wenn Sie, um arbeiten gehen zu können, Ihr Kind gut betreut
sehen wollen
- streikende Lehrer, damit unsere Wettbewerbsfähigkeit leidet
usw. usf,

Denken Sie doch mal nach, bevor sie Platitüden verbreiten. Oder sehen Sie die Logistik- Verkaufs- und Verwaltungsabteilungen eines Unternehmens, die für die notwendige Infrastruktur von Warenerzeugung und - verkauf sorgen, auch als unproduktiv an?

12.12.2011
13:14
Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von meinemeinungdazu | #15

#9:
Niemand wird gezwungen im ÖD zu arbeiten. Und wenn das Geld fehlt, den unproduktiven ÖD zu bezahlen, muss auch da gekürzt werden. Sonderrechte gibt es nicht. Am Ende ist die Produktivität in unserem Land gefragt. Nur die wirft Gewinn und Steuern ab.

2 Antworten
Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von rincewindal | #15-1

Es geht nicht darum, ob der ÖD zu viel oder zu wenig verdient. Es geht darum, dass der Arbeitsminister eine Abwärtsspirale beklagt, die seiner Meinung nach gestoppt werden müsse. Die größte Branche mit negativer Tarifentwicklung ist jedoch der ÖD. Trotz steigender Steuereinnahmen und trotz steigendem Defizit schafft das Land es nicht, in der Tarifentwicklung Schritt zu halten. Dann sollten sie auch gefälligst die Klappe halten.

Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von karlwenzel | #15-2

Da ist es wieder, das MÄRCHEN VOM UNPRODUKTIVEN ÖFFENTLICHEN DIENST.
Ich wünsche Ihnen:
- streikende Müllabfuhren
- streikenden Straßendienst im Winter, damit Sie zu spät zur Arbeit kommen
- streikende Bauamtsmitarbeiter, wenn Sie oder Ihr Betrieb eine Prüfung und
Genehmigung braucht
- streikende Polizisten,
- streikende Erzieher, wenn Sie, um arbeiten gehen zu können, Ihr Kind gut betreut
sehen wollen
- streikende Lehrer, damit unsere Wettbewerbsfähigkeit leidet
usw. usf,

Denken Sie doch mal nach, bevor sie Platitüden verbreiten. Oder zählen Sie die Logistik- Verkaufs- und Verwaltungsabteilungen eines Unternehmens, die für die notwendige Infrastruktur von Warenerzeugung und - verkauf sorgen, auch als unproduktiv an?

11.12.2011
21:33
Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von Herbert57 | #14

Als junger Mann,ich war gerade Facharbeiter(Betriebsschlosser)und habe mich zusätzlich
noch zum E-Schweißer weitergebildet,habe ich meine Vorgesetzten um eine
Lohnerhöhung gebeten.Damals habe ich jede Überstunden,Wechselschicht und Wochenendarbeit mitgenommen.
Die Antwort meines Vorgesetzten:
Es wird immer Menschen geben ,die die DRECKSARBEIT für andere
erledigen müssen,dan hat er mich aus sein Büro geschmissen
Dieser Satz hat mich ein Leben lang geprägt.
Ich habe gekündigt,mich weitergebildet und ein besser bezahlten Job woanders,aber in der gleichen Firma
bekommen.
Die Gewerkschaft (IGBCE) hat mir auch zu meinem Recht verholfen,wenn ich mal
Probleme hatte!
Leute,organisiert euch,die Gewerkschaften sorgen wenigstens dafür,das Mindeststandarts,wie in Tarifverträgen festgeschrieben,eingehalten werden.

11.12.2011
20:52
Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von Herbert57 | #13

Des einen Freud (Lobbyisten,Finanzwirtschaft,Industrie,Beamtentum)
Des anderen Leid (Arbeiter,Angestellte,Rentner)
Und Mittendrin unsere Politiker im Selbstbedienungs-Schlaraffenland.
Und das alles unter dem Deckmantel der Demokratie.
Unsere Gesellschaft wird weiter Entsolidarisiert.
Aber ohne Gerechtigkeit,kein Friede und ohne Frieden,keine Demokratie.
Der große "Knall" kommt erst noch,wenn Millionen Arbeitnehmer im Alter
von der Sozialhilfe abhängig werden.
Aber dann haben sich die Verantwortlichen in andere Länder abgesetzt.

11.12.2011
16:47
Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von KAIL | #12

und die auf dem Bild müßen alle bis 67 arbeiten,SPD u.Grüne,unwählbar

11.12.2011
14:33
Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von holmark | #11

Wird Zeit, dass das menschenrechtswidrige Verbot eines Generalstreiks aufgehoben wird. Es muss sich nur mal jemand finden, der das bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte durchzieht und die BRD-GmbH dort ordentlich vorführt.

11.12.2011
13:26
Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von karlwenzel | #10

Liebe WAZ,
mit dem Bild haben Sie die absoluten Gewinner der Lohnentwicklung abgebildet.
Ob das wohl zum Artikel passt?

11.12.2011
13:10
Tariflöhne in NRW stagnieren seit zehn Jahren
von karlwenzel | #9

Sehr geehrter Herr Minister Schneider,

Mit großem Interesse habe ich Ihren Kommentar zur negativen Entwicklung der Löhne in NRW zur Kenntnis genommen, insbesondere Ihre Einschätzung,, dass damit der Zusammenhalt der Gesellschaft bedroht ist.
Interessanter Weise ist die Einkommensentwicklung im öffentlichen Dienst sehr signifikant negativ. Ich fordere Sie auf, am Kabinettstisch deutlich zu machen, dass ein Auseinanderdriften zwischen Metallern und Mitarbeitern im ÖD und von nahezu 30% nicht hinnehmbar ist. Wenn Sie - und anhand Ihrer Vita mag ich erkennen, dass sie ein Kenner dieses Sektors sind - noch zwischen Automobilindustrie und übrigen Metall- und Elektroberufen unterscheiden, dann dürfte klar sein, dass die Schere in der Reallohnentwicklung zwischen den genannten Berufen mit negativer Entwicklung und dem Automobilsektor noch deutlich weiter auseinander gegangen sein dürfte.
WIE ist Geringverdienern im Allgemeinen und Krankenschwestern, Feuerwehrleuten, Polizisten, erziehern, Lehrern usw.usf. im Besonderen zu erklären, dass ihre Steuergelder und das Budget, dass dringend für Lohnerhöhungen in ihrem Sektor gebraucht würde, bei jeder Krise als direkte oder indirekte Subventionen in Automobilbau und Bankensektor fließen soll, wenn die Arbeitnehmer dieser Industrien vergleichsweise gut dastehen?
Mindestens bezüglich des ÖD haben Sie, Herr Minister Schneider, momentan sehr direkte Einflussmöglichkeiten, die von Ihnen angeprangerte Fehlentwicklung zu korrigieren und damit auch Gerichtsentscheidungen aus 2010, die die Fehlentwicklung der Gehälter im Beamtenbereich bereits bemängeln, Rechnung zu tragen.
Lassen Sie bitte Ihren Worten Taten folgen.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Rose

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