Tanken wird wieder teurer

Essen..  Autofahrer müssen an der Zapfsäule wieder tiefer in die Tasche greifen. Seit Wochen steigen die Spritpreise an den Tankstellen stetig an. Das beobachtet derzeit auch der ADAC. Wie der Automobilclub ermittelt hat, sind für Super E10 im bundesweiten Durchschnitt derzeit 1,460 Euro pro Liter fällig. Ein Liter Diesel kostet an den Zapfsäulen aktuell 1,249 Euro. In beiden Fällen entspricht das einem Anstieg gegenüber der vergangenen Woche von 0,3 Cent. Die Preissteigerung habe sich damit im Vergleich zu den Vorwochen verlangsamt.

Sprit ist damit wieder so teuer wie zuletzt im Oktober 2014. Im Januar erreichten die Spritpreise dagegen einen Tiefststand. Damals kostete Super E 10 im Durchschnitt 1,265 Euro. Diesel war für 1,134 zu haben. Je nach Tageszeit und Region sank der Dieselpreis zu Jahresbeginn sogar unter die psychologisch bedeutsame Ein-Euro-Grenze. Insgesamt gesehen sind die Spritpreise aber immer noch eher moderat und weit entfernt von den Höchstständen im Frühjahr 2012. Vor drei Jahren kletterte der Pries für Super zeitweise auf über 1,75 Euro.

Die Spritpreiskurve spiegelt weitgehend die Preisentwicklung auf dem Rohölmarkt wider. Die Schieferölförderung in den USA, hohe Förderquoten der Opec-Länder, allen voran Saudi-Arabien, und die insgesamt schleppende Weltkonjunktur hatten ab Mitte 2014 einen beispiellosen Verfall der Preise für die beiden wichtigsten Erdölsorten Brent und WTI ausgelöst. Innerhalb nur weniger Monate rutschte die Nordseesorte Brent von 110 Dollar pro Barrel auf unter 50 Dollar ab. Doch seit Beginn dieses Jahres erholte sich der Markt. Gestern notierte das Fass (ein Barrel gleich 159 Liter) der Sorte Brent bei knapp 68 Dollar. Eine echte Trendwende scheint aber nicht in Sicht. Experten sehen in der Preiserholung eher eine Marktbereinigung.