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Strompreise steigen auf breiter Front - spätestens 2013

12.11.2012 | 18:08 Uhr
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Strompreise steigen auf breiter Front - spätestens 2013
Die Kosten für Elektrizität werden im nächsten Jahr für viele Verbraucher stark steigen.Foto: Volker Hartmann

Essen.  191 Grundversorger in Deutschland erhöhen ihre Tarife zu Beginn des kommenden Jahres um bis zu 19 Prozent. Die meisten anderen dürften mit ihren Preiserhöhungen im ersten Quartal 2013 folgen. Ob Kunden der Stadtwerke Bochum draufzahlen müssen, entscheidet sich am Dienstag.

Die Strompreise für Privatkunden steigen Anfang 2013 im Schnitt um elf Prozent an. 101 Grundversorger haben ihre neuen Tarife bereits veröffentlicht, weitere 90 Erhöhungen angekündigt. Das berichtet das Online-Vergleichsportal Check24.

Spitzenreiter sind nach der Erhebung die Stadtwerke Hilden, die den Strompreis um 19 Prozent erhöhen. Laut dem Online-Portal bedeutet dies bei einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden Mehrkosten von 234 Euro. Die durchschnittliche Anhebung liegt bei 147 Euro.

Stadtwerke Bochum entscheiden Dienstag

Die 101 Unternehmen, die Aufschläge bereits beschlossen haben, beliefern 6,5 von 40 Millionen deutschen Haushalten. Viele wichtige Versorger in NRW haben noch nicht über Erhöhungen entschieden. Die Dortmunder DEW21 hat eine Anhebung im zweistelligen Bereich jedoch bereits angekündigt. Die Stadtwerke Bochum wollen Dienstag entscheiden.

Fest stehen diese Anpassungen des Strompreises nach oben: Im Ruhrgebiet heben die Stadtwerke Herne den Basis-Stromtarif um 11 Prozent an, die AVU im Ennepe-Ruhr-Kreis verlangen acht Prozent mehr. Bei den Stadtwerken Düsseldorf sind es knapp 12 Prozent, in Unna 15 und in Hamm ebenfalls 12 Prozent. Nur bei einem Viertel der Unternehmen bleibt die Erhöhung unter 10 Prozent.

Im ersten Quartal 2013 werden wohl alle Grundversorger die Preise erhöhen

2012 hatten 430 Unternehmen, knapp die Hälfte der Grundversorger, ihre Stromlieferung an Privatkunden im Schnitt um vier Prozent verteuert. Check24 rechnet damit, dass im ersten Quartal 2013 praktisch alle Grundversorger ihre Preise anheben. Die Steigerungen würden drei Mal so hoch ausfallen wie 2012. Das Vergleichsportal empfiehlt Verbrauchern, beim Wechsel des Anbieters auf eine Preisgarantie zu achten, die auch die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einschließt.

Gerd Heidecke

Kommentare
14.11.2012
17:31
Strompreise steigen auf breiter Front - spätestens 2013
von michalek | #7

Die Regierung und die Energieversorger haben in den letzten 15 Jahren die Weiterentwicklung erneuerbarer Energien und die Schaffung aller Voraussetzungen für eine flächendeckende und wirtschaftliche Nutzung dieser Energien versäumt. Sie haben statt dessen voll auf Atomstrom und Kohle gesetzt. Jetzt müssen die Verbraucher und Steuerzahler ,unabhängig von ihrem Wohlergehen, die Zeche bezahlen.
Das bei der jetzigen Reglung sowohl die Energieversorger wie auch die industriellen Großverbraucher keine Abstriche an ihren Gewinnen und für ihre Aktionäre an der Dividende machen wollen, ist der eigentliche Skandal.

13.11.2012
11:01
Strompreise steigen auf breiter Front - spätestens 2013
von Pit01 | #6

Ich hätte mir immer wieder eine Senkung gewünscht, besonders dann, wenn die Preise an der Strombörse abwärts gingen. Da wurde an uns Verbraucher nichts durchgereicht sondern eingestrichen. Die ganze Strom-bzw. Energiewirtschaft gehört in die öffentliche Hand, aber was träume ich hier, die öffentliche Hand streicht ja als Aktieninhaber selbst die satten Gewinne ein.

13.11.2012
10:03
Europaweit sind Wir Spitzenreiter
von Kompaktor | #5

bei den Energiepreisen - zum Ausgleich letze bei der Lohnentwickung -
Bitte an die Regierung :
sorgt doch erst mal im eigenem Land für ausgeglichene Verhältnisse
bevor sinnlos Milliarden in die EU und in Banken gepumpt werden!

13.11.2012
08:22
Strompreise steigen auf breiter Front - spätestens 2013
von fuffzigpfennig | #4

@ Captain_Karacho: Genau genommen darf sich der Verbraucher bei Rot/Grün für das EEG bedanken. Der dicke Hammer mit dem überstürzten, Merkelschen Atomausstieg steht uns erst noch bevor!

13.11.2012
07:55
Strompreise steigen auf breiter Front - spätestens 2013
von Captain_Karacho | #3

Es sollte in diesem Bericht vielleicht einmal mehr auf die Einflüsse auf die Energieversorger eingegangen werden.
Für EEG, KWK, 19, MwSt und die Erhöhung der Netzentgelte können die EVUs nichts, da darf sich der Verbraucher schön bei Vater Staat und seiner Schnellschuss-Energiewende bedanken.

Dazu kommen die immer höheren Kosten für EVUs mit Eigenerzeugung (nicht Atom). Stichwort: Kaltreserve

Es wäre schön, wenn man nicht immer nur den Unternehmen die Schuld gibt, auch wenn man bei Strom+Gas sicherlich genauso gerne die Sau durchs Dorf treibt, wie beim Sprit. ;-)

13.11.2012
00:02
Strompreise steigen auf breiter Front - spätestens 2013
von Daredevil | #2

Wenn mich mein Überblick nicht täuscht, sind die für den Erzeuger/Anbieter "externen Preiskomponenten" wie EEG-Umlage, Stromsteuer, Netzentgelte etc. meist von der Preisgarantie ausgeschlossen, daher wird die oftmals nicht greifen.

12.11.2012
23:29
Strompreise steigen auf breiter Front - spätestens 2013
von guentherpaul | #1

So, so, die Stadtwerke Hilden schießen den Vogel ab. Wo bleibt der Ruf nach Verstaatlichung?

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