Streit ums Geld bei Dortmunder Kirchenbank

Dortmund..  Die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) mit Sitz in Dortmund gehört zu den größten deutschen Kirchenbanken, aber sie tritt eher selten öffentlich in Erscheinung. Nun gibt es Streit hinter den Kulissen – und zwar ausgerechnet um die Entlohnung der Vorstände. Nach einer hitzig geführten Diskussion im Aufsichtsrat habe Martin Grimm, der Chef des Gremiums, seinen Rückzug erklärt, berichtet das „Handelsblatt“. Der Essener Jurist, der lange in Diensten von Thyssen-Krupp stand, habe sich über mangelnde Transparenz bei den Vorstandspensionen beklagt. Grimm wollte sich auf Anfrage nicht äußern.

Die Bank weist die Darstellung zurück, dass der Wechsel im Aufsichtsrat mit dem Thema Vorstandsvergütungen zu tun habe. Anders als viele Sparkassen hält das kirchliche Geldhaus die Zahlen zu den Vorstandsbezügen unter Verschluss. Banksprecherin Susanne Hammans erklärte, es gebe allerdings Bewegung in der Sache.

Die Ansprüche der Bank, die der evangelischen Kirche und der Diakonie gehört, sind hoch. Aufgabe sei „nicht, Gewinne zu maximieren, sondern Mitglieder und Kunden zu fördern“. Bei einer Bilanzsumme von 4,8 Milliarden Euro und Filialen in Städten wie Dortmund, Duisburg, Berlin und München zählt die KD-Bank rund 200 Mitarbeiter.

Die frühere Deutsche-Bank-Managerin Marlehn Thieme soll nun Martin Grimm nachfolgen. Als Vorsitzende des Rates für Nachhaltige Entwicklung ist sie auch eine Beraterin der Bundesregierung. Ob Thieme für mehr Transparenz bei der KD-Bank sorgen wird, ist einstweilen eine unbeantwortete Frage.