Streiks, Kabelklau und Winterwetter

An Rhein und Ruhr..  Die Kunden der Deutschen Bahn müssen weiter mit Verspätungen fertig werden. Die Bahn führt viele Ursachen an: Streiks, Winterwetter, Kabelklau, Brandanschläge. Doch die Zahlen sind ausbaufähig.

Der Fernverkehr rutschte laut Bahn ab Mai unter die Zielmarke von 80 Prozent. Dieser Einbruch sei wesentlich bedingt durch die monatelangen Unwetterserien von Mai bis Juli etwa mit dem Sturmtief „Ela“ mit mehr als tausend umgestürzten Bäumen auf den Gleisen, hieß es. Dazu seien zahlreiche kriminelle Eingriffe gekommen wie Buntmetall-Diebstähle und Brandanschläge sowie die tagelangen Lokführerstreiks im September, Oktober und November.

„Gegen mutwillige und kriminelle Eingriffe in den Bahnverkehr, Personen im Gleis, extreme Witterung oder Streiks können wir nur wenig ausrichten“, sagte Bahn-Vorstandsmitglied Ulrich Homburg.

In den vergangenen fünf Jahren stiegen nach den Angaben witterungsbedingte Verspätungen um 50 Prozent. Auch die Schienenwege seien sehr belastet, sagte Homburg. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 94,5 Prozent aller Personenverkehrszüge pünktlich an, so die Bahn – nach 94,1 Prozent im Vorjahr und 94,6 Prozent im Jahr 2012. Die Nahverkehrszüge waren 2014 mit 94,9 Prozent etwa so pünktlich wie in den Vorjahren.

Sogenannte Langsamfahrstellen konnten nach Bahn-Angaben nahezu vollständig beseitigt werden. Investitionen in den Ausbau von Hauptstrecken sind geplant: verursachen jedoch während der Bauphase zunächst Verspätungen. Zudem fehlen Fahrzeuge durch Lieferengpässe. Auch strengere technische Kontrollen der Züge sind danach für Unpünktlichkeit verantwortlich.

Kritik an der Bahn kam von den Grünen. Der Konzern könne für die nach wie vor mangelnde Pünktlichkeit im Fernverkehr nicht alleine externe Faktoren wie Unwetter verantwortlich machen, sagte der Grünen-Bundestagsabgeordnete Matthias Gastel. „Die Verspätungen haben auch mit der lange vernachlässigten Infrastruktur und beispielsweise mit dem Rückbau von Überholgleisen zu tun.“

Die Bahn veröffentlicht seit 2011 Zahlen zur Pünktlichkeit für das Jahr und die einzelnen Monate. Auf dem etwa 34 000 Kilometer langen Schienennetz sind pro Tag etwa 39 000 Züge, davon 32 700 der Bahn unterwegs. In die Statistik fließen die mehr als 800 000 Fahrten der Personenzüge pro Monat ein: 20 000 im Fern- und rund 780 000 im Nahverkehr, einschließlich der S-Bahnen. Pünktlich sind laut Bahn alle Züge, die bis zu 5:59 Minuten nach Plan an einem Ort ankommen. Die Definition stammt noch aus der Zeit, als Bahnhofsuhren keine Sekundenzeiger hatten. Die fünfte Minute endete erst mit dem Sprung des Zeigers auf die sechste.