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"Stimmung wird langsam besser"

07.05.2008 | 21:10 Uhr

Hemer. David Haines ist ein Freund von Superlativen. Gestern durfte der Vorstandsvorsitzende des Armaturenherstellers Grohe mal wieder reichlich davon in den Mund nehmen. ...

... "Trotz der Krise in den USA geht es uns sehr gut", sagte der Engländer anlässlich der Einweihung einer neuen Gießanlage im Werk Hemer.

Wenn die Zahlen stimmen, die der Engländer nannte, dürfte das Unternehmen seinen mitunter schmerzhaften Restrukturierungsprozess nahezu abgeschlossen haben. Und zwar erfolgreich. Der Umsatz sei im Jahr 2007 um 8 Prozent auf knapp über eine Milliarde Euro gestiegen. Das Ergebnis schnellte sogar um 19 Prozent auf 203 Millionen Euro in die Höhe; die Umsatzrendite lag bei 20 Prozent. Die Barmittel seien von 133 Millionen Euro (2006) auf 277 Millionen Euro (2007) gewachsen (wovon allerdings noch 80 Millionen Euro Zinsen auf eine Anleihe abgezogen werden müssen). Außerdem habe Grohe die Schulden um 150 Millionen Euro abgebaut. "Damit lässt sich auch in schwierigen Zeiten sehr gut schlafen", sagte Haines.

Auch das aktuelle Jahr gebe Anlass zur Freude. Grohe verzeichne bisher zweistellige Wachstumsraten auf "neun Zehntel" seiner Märkte in aller Welt. Vor allem die Entwicklung in Deutschland verlaufe sehr positiv. Wegen der Kredit- und Baukrise sei in den USA jedoch nicht mit ähnlich guten Zahlen zu rechnen. 2008 will Grohe 17 Millionen Euro in Deutschland investieren, davon zehn Millionen in Hemer.

Die Zahl der Mitarbeiter werde ebenfalls wieder steigen, kündigte Personalvorstand Detlef Spigiel an, bezog das jedoch nicht allein auf die Standorte in Deutschland. Derzeit beschäftigt Grohe 5200 Menschen, davon 2700 im Inland. "Wir wollen in diesem Bereich so wachsen wie die Märkte", sagte er.

Das dürfte auch der Betriebsratsvorsitzende Peter Paulokat mit Interesse zur Kenntnis genommen haben, musste er doch vor drei Jahren der Entlassung von fast 1000 Kollegen zustimmen. "Die Stimmung in der Belegschaft wird langsam besser", sagte er. Bis die Unternehmensleitung das Vertrauen der Mitarbeiter vollständig zurückgewonnen haben wird, werden aber wohl noch einige Jahre ins Land ziehen.

Von Martin Korte

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